Kant und die deutsche Politik

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Februar 27, 2004 von wolfgang

In seinem Buch „Deutsche Philosophie und deutsche Politik“ schreibt der amerikanische Philosoph John Dewey, dass Kants Kategorischer Imperativ eine beliebig benutzbare Leerformel sei, „die Heilsbotschaft einer Pflicht, jeden Inhalts bar, dazu beschaffen (…), solche besonderen Pflichten, wie die bestehenden nationale Ordnung sie vorschreiben möchte, zu sanktionieren und zu idealisieren.“ In einem Verriss in der „Zeitschrift für Politikwissenschaft“ (11/2001) schreibt Georg Geismann über Deweys Werk: „Deweys zentrale These ist, dass es eine enge Verbindung zwischen ‚deutscher Philosophie‘ und ‚deutscher Politik‘ gibt und daß dieser Verbindung letzlich Kants Lehre vom Menschen als einem Bürger zweier Welten zugrunde liegt. Die eine dieser Welten ist die sinnliche Welt der Erscheinungen; sie unterliegt Naturgesetzen und ist in Raum und Zeit erkennbar und erfahrbar. Ihr gehört der Mensch als natürliches Vernunftwesen an. Die andere dieser Welten ist eine übersinnliche, intelligible Welt, die wir als solche weder erfahren noch erkennen können. Ihr gehört der Mensch als moralischer Vernunftwesen an, insofern er sich durch sein Gewissen als unter Freiheitsgesetzen stehend erfährt.“ Für Geismann ist Kant der Philosoph des freiheitlichen-demokratischen Rechtsstaats par excellence , dessen Lehre man pervertieren müsse, um einen Bogen zu Hitler zu schlagen.

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