Religion und Kapitalismus Da ich Leonard Peikoff…

Religion und Kapitalismus

Da ich Leonard Peikoffs Kurs zur DIM-Hypothese nicht gehört gehabe und auf sein entsprechendes Buch auch noch warte, ist es natürlich schwierig, seine Thesen richtig einschätzen zu können. Dr. Peikoff scheint jedenfalls davon auszugehen, dass, zumindest in Amerika, die Religion der Hauptfeind des Objektivismus ist. Es gibt einen sehr schönen Aufsatz von Andrew Bernstein, ebenfalls vom Ayn Rand Institute, der die Religion, genauer die im Westen vorherrschende Religion, etwas anders beurteilt. Er sieht die westlichen Religionen von der Vernunft durchdrungen und auch nicht als das Hauptübel unserer Kultur, wenn er sie auch als böse bezeichnet. Bernstein sieht Elemente des Indvidualismus und des Egoismus in den westlichen Religionen. Ich hatte auch Robert Bidinotto auf seinem Blog nach den Unterschieden zwischen Amerika und Europa befragt und behauptet, dass ich in Amerika mehr Freiheit und mehr Kapitalismus sehe als in Europa, trotz ausgeprägterer Religion. Robert Bidinotto stimmt dieser Aussage zu und weist darauf hin, dass Säkularismus noch keine Garantie für eine Kompabilität mit Kapitalismus sei. Seine Sicht der Religionen ist differenziert. Er sieht Religionen wie den fundamentalistischen Islam, die anti-freiheitlich und anti-kapitalistisch seien. Andere Religionen priesen aber Tugenden wie freie Märkte und Produktivität, wie z. b. ein bestimmter Zweig des amerikanischen Calvinismus. Trotz seiner „gemischten“ Prämissen enthielten die pro-freiheitlichen gesinnten Religionen in Amerika genug, das kompatibel mit dem Kapitalismus sei, jedenfalls für eine Weile, bis die anderen Prämissen begannen, die pro-kapitalistische Schubkraft zu unterhöhlen.

Siehe zu dem Thema auch das Diskussionsforum der Zeitschrift Campo de Criptana, wo ein Diskussionsteilnehmer behauptet, dass „die Bible-Beltler in den USA wirklich eine ernst zu nehmende Gefahr ersten Ranges (sind) und in ihrem fundamentalistisch mittelalterlichen Denken unterscheiden sie sich absolut nicht zu den islamischen Fundamentalisten, ausgenommen, daß sie keine Sprengstoff-Attentate zu verantworten haben.“

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Galt Institut gegründet Wie mir Jiri Kinkor, Übes…

Galt Institut gegründet

Wie mir Jiri Kinkor, Übesetzer von Peikoff’s Objectivism – The Philosophy of Ayn Rand, mitteilt, wurde kürzlich in der Tschechischen Republik das Galt Institut gegründet, um die Anstrengungen zur Verbreitung des Objektivismus in Tschechien zu institutionalisieren. Die Idee, auf europäischer Ebene Objektivisten zu vernetzen, hält Kinkor zwar für gut, sieht sich aber aus zeitlichen Gründen nicht in der Lage, persönlich einen Beitrag dazu zu leisten.

Eine Geschichte über Altruismus Don Watkins beric…

Eine Geschichte über Altruismus

Don Watkins berichtet auf seinem Blog über die „altruistischste Tat seines Lebens“. Was war geschehen? Der junge Don war ein begeisterter Fahrradfahrer (ein Amerikaner der Fahrrad fährt!). Aber als er eines morgens zu seinem Rad kam, war es nicht mehr da. Nach einigen Suchen fand er es schließlich, allerdings reichlich ramponiert. Er konnte dann ermitteln, dass ein angeblicher Freund vom ihm dies zu verantworten hatte. Er stellte ihn zur Rede, worauf dieser in Tränen ausbrach. Er bat Don, seinem Vater nichts von dem Vorfall zu erzählen und bot ihm an, den Schaden zu ersetzen. Don verzieh ihm und sagte, dass er seinem Vater nichts erzählen werde und und schlug auch die Entschädigung aus: „Junge, wie gut ich mich doch fühlte.“ Don Watkins sieht hier einen altruistischen Akt, weil er einen bösartigen Angriff auf sein Eigentum ungestraft durchgehen läßt und ihn auch noch verzeiht: „Was ist demnach Altruismus? Es bedeutet einfach: sich selbst opfern, seine Werte, seine langfristigen Interessen zu opfern für andere.“ Auf der anderen Seite hat Egoismus nichts damit zu tun, dass ich andere für mich opfere: „Es geht um Prinzipien, Ziele, Überzeugungen.“ Watkins weist dann noch darauf hin, dass Altruismus leicht sei. Egoismus hingegen besteht daraus, seinen Verstand einzusetzen, um sein langfristigen Interessen zu bestimmen.

Keine Gebote! Tatsächlich kennt der Objektivismus…

Keine Gebote!

Tatsächlich kennt der Objektivismus keine Gebote, besonders wenn es um die Ethik geht. Ayn Rand präsentiert Fakten, logisches Denken, Schlussfolgerungen, Beobachtungen, Empfehlungen, Identifikation usw., aber keine Gebote. Statt „Du sollst …“ oder „Du sollst nicht …“ liefert der Objektivismus Stellungnahmen wie „Wenn du möchtest …, dann mußt du …“, zusammen mit den logischen Überlegungen und Fakten, die sie stützen.

Betsy Speicher

Literaturhinweise Zwei Lesehinweise für das Woche…

Literaturhinweise

Zwei Lesehinweise für das Wochenende: Auf Alexander Fürstenbergs Site Objektivismus.de wurde ein Aufsatz von Lindsay Perigo gestellt: Das Besondere am Objektivismus. Auf meinem Blog Objektivismus gibt es eine Replik von Andreas Tauber zu meinem Kommentar Buddhismus – Eine Anti-Leben-Philosphie. Da dieser Blog auch der Diskussion dienen soll, sind fundierte Kommentare natürlich immer erwünscht. Die Kommentarfunktion steht ohne Anmeldung zur Verfügung. In diesem Zusammenhang möchte ich auf die Website aynrand.nl verweisen, die zur Zeit allerdings noch nicht mit Inhalten gefüllt ist, und die zukünftig für das Atlas Institute Europe werben soll. Nach meinen Informationen soll die Site zunächst englischsprachig sein.

Wahlen Capitalism Forever, der aus Ungarn stammt,…

Wahlen

Capitalism Forever, der aus Ungarn stammt, hat an den Wahlen zum EU-Parlament nicht teilgenommen. Dieses habe kein reale Macht, sondern diene nur als Feigenblatt für die diktatorischen Kompetenzen der nichtgewählten EU-Kommission. Auch sei keine der kandidierenden Parteien eindeutig besser als die anderen gewesen. Zudem würden die Politiker eine niedrige Wahlbeteiligung als „Schande“ ansehen, und diese Schande sollte man ihn gönnen.

Europas Begeistung für die "Statusgesellschaft" A…

Europas Begeistung für die „Statusgesellschaft“

Alexander Marriott sieht im „alten Europa“ nach wie vor eine Faszination für das, was die Historikerin Isabel Paterson eine „Statusgesellschaft“ nannte. Anlass für diese These war für Marriott die Hochzeit von Spaniens Kronprinz Felip mit der Journalistin Letizia Ortiz, wo sich nicht nur Prominente wie Nelson Mandela und Prinz Charles ein Stelldichein gaben, sondern auch tausende von Schaulustigen dem heftigen Regen trotzten. Marriott bezeichnet Monarchen als „Nicht-Produzenten“, deren Reichtum ursprünglich durch die Anwendung von Gewalt gegenüber ihren Bürgern erzeugt wurde. Eine Alternative zu der Statusgesellschaft stellen die Vereinigten Staaten dar, die als eine Gesellschaft des Vertrags und der individuellen Rechte gegründet wurden. Marriott sieht es als Zeichen des Niedergangs an, wenn die Menschen den Fall der Statusgesellschaften bedauern, statt ihn zu genießen, und sich wünschten, selber König zu sein.