Roark am Ziel

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September 27, 2004 von wolfgang

„Ein junger Photograph vom ‚Banner‘ bemerkte Howard Roark, der über der Strasse drüben an der Kaimauer stand. Er lehnte sich daran, die Hände auf die niedere Mauer gestemmt, ohne Hut, und er schaute zu dem Bau empor. Ein Augenblick unwillkürlicher, unbewusster Selbst-vergessenheit war es. Bei dem Anblick von Roarks Gesicht fiel dem jungen Photographen etwas ein, was ihn seit langer Zeit nicht losgelassen hatte: schon immer hatte er darüber nachgegrübelt, wieso die Empfindungen, die man im Traum durchlebt, so viel intensiver seien als alles, was man in der wachen Wirklichkeit erlebt – so vollendetes Grauen, so vollkommene Freude – und was eigentlich die zusätzliche, die erhöhende Beschaffenheit bilde, die hinterher nicht mehr zu erlangen ist; diese bestimmte Beschaffenheit, deren man inne wird, wenn man im Traum durch wirrverschlungenes grünes Laubwerk einen Pfad entlanggeht, in einer Stimmung voller Erwartung, voller höchster, grundloser Verzückung – und wenn man dann erwacht, so kann man keine Erklärung dafür finden, und es ist nur ein ganz gewöhnlicher x-beliebiger Waldweg gewesen. Daran musste der junge Mann denken, weil er zum ersten Mal im wachen Leben dies Zusätzliche, dies Erhöhende sah: in Roarks zu dem Gebäude emporblickenden Gesicht.“

(aus Ayn Rand: Der ewige Quell, Morgartenverlag, Zürich, 1946)

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