Stolyarov zum Fall Schiavo Einen für einen Objekti…

Stolyarov zum Fall Schiavo
Einen für einen Objektivisten ungewöhnlichen Text hat G. Stolyarov II für sein Internetmagazin The Rational Argumentator geschrieben. Er meint, dass Terri Schiavo durch den Entzug der künstlichen Ernährung „ermordet“ würde. Seltsam, dass er ein objektivistisches Vokabular verwendet, aber substanziell zu den gleichen Resultaten kommt wie die Religiösen. Dinah Mertz Hsieh wirft ihm auf ihrem Blog den „Fehler des Rationalismus“ vor. Die Meinung von G. Stolyravo kann angesichts seiner -heftig diskutierten- Meinung zum Thema „Abtreibung“ allerdings niemanden überraschen.

Diskussion zum Fall Schiavo Zur Diskussion des Fa…

Diskussion zum Fall Schiavo
Zur Diskussion des Falles Terri Schiavo möchte ich noch einmal auf den Blog von Robert Bidinotto verweisen, der hier auf verschiedene Diskussionsbeiträge von Lesern antwortet. Wichtig sein Hinweis, dass sich das Konzept der Rechte aus der „personhood“, also der Personalität eines Menschen ergibt, nicht aus der Tatsache, dass dieser Mensch atmet. Die Personalität eines Menschen hängt von der einzigartigen Form des Bewusstseins ab, die uns Menschen auszeichnet: unserem denkenden, konzeptionellen, kreativen Niveau des Bewusstseins. Deswegen sieht Bidinotto auch Abtreibungen oder das Sterbenlassen eines Menschen wie im Fall Terri Schiavo nicht als eine Verletzung von Rechten an (Terri Schiavo ist nicht länger die „Person“, die sie einst gewesen war – vor ihrem Herzversagen).

Subjektivisten und "Selbstbestimmung"

Subjektivisten und Selbstbestimmung

Im Antragsbuch der Jungen Liberalen Baden-Württemberg zu ihrem nächsten Landeskongress Anfang April findet sich folgender Antrag des Bezirksverbandes Südbaden:

„Für die Selbstbestimmung aller Länder

Die Jungen Liberalen erkennen an, dass jede Gesellschaft für sich entscheiden kann, welche Regierungsform die geeignetste ist.
Deshalb lehnen wir jeden Präventivkrieg kategorisch ab.“

Dass dieser Antrag insbesondere auf den Irak-Krieg gemünzt ist, dürfte offensichtlich sein. Und hier enthüllt sich somit auch das Verständnis des Begriffes „Selbstbestimmung“ der Subjektivisten.
Hat aber die irakische Gesellschaft sich ihre „Regierungsform“, d.h. die Diktatur Husseins, frei ausgewählt? Wenn wir voraussetzen, dass eine Gesellschaft kein mystisches Gebilde mit eigenem Willen ist, sondern aus ganz konkreten Individuen besteht, so ist die Antwort recht einfach: Nein. Der Begriff der Diktatur schließt den Begriff der freien Wahl aus. In einem Land wie dem Irak unter Hussein, in dem freie Meinungsäußerung unterdrückt und Regimegegner verfolgt werden, ist es den Menschen nicht möglich sich ihre Regierungsform frei zu wählen und auszugestalten.

Mit diesem Antrag wird der ganze Zynismus der Subjektivisten sichtbar: Eine Regierungsform, wie die westliche freie Demokratie, welche die Freiheit und die individuellen Rechte ihrer Bürger respektiert, ist in den Augen der JuLis Südbaden also gleichwertig mit der „Regierungsform“ einer menschenverachtenden Diktatur, die die individuellen Rechte ihrer Bürger mit Füßen tritt und die Menschen gängelt, bespitzelt und hinschlachtet! Kein vernünftiger Mensch kann dies ernsthaft behaupten.

Die Legitimität einer Regierung, und damit die Souveränität des Staates, den sie repräsentiert, ist nur gegeben, wenn diese die individuellen Rechte ihrer Bürger respektiert und schützt. Denn Träger von Rechten können prinzipiell nur Individuen sein, und alle Rechte, die eine Regierung genießt, wurden ihr von diesen reversibel übertragen. Eine Regierung, die die individuellen Rechte ihrer Bürger mit Füßen tritt, die sie ausbeutet, versklavt und wie Vieh abschlachtet, ist keine Regierung im eigentlichen Sinne, sondern eine Verbrecherbande. Verbrecherbanden sind nicht souverän. Ein jeder hat das Recht, egal ob von außen oder von innen, einer Verbrecherbande mit allen Mitteln die Herrschaft über ein Land zu entreißen, insofern im Anschluss eine legitime Regierung gebildet wird. Und „legitim“ kann in diesem Kontext nur heißen: demokratisch und die Rechte der Menschen achtend.
Das sollten auch – und gerade! – die Jungen Liberalen lernen.

Der Fall Schiavo – Eine Überprüfung Robert Bidinot…

Der Fall Schiavo – Eine Überprüfung
Robert Bidinotto macht auf seinem Blog zum Fall der PVS-Patientin Terri Schiavo (=persistierender vegetativer Zustand) sehr treffende Bemerkungen, die ich an dieser Stelle zur Lektüre empfehle. Sein Fazit: „Laßt uns bitte alle einer einfachen, wenn auch unangenehmen Tatsache ins Auge sehen: ‚Terri Schiavo starb als Person vor 15 Jahren.‘ Bidinotto macht deutlich, dass er sowohl große Sympathien für die Eltern von Terri Schiavo wie auch für ihren Ehemann hegt. Michael Schiavo hätte 15 Jahre von persönlichen Qualen und ungeheuerlicher Diffamierungen hinter sich, und wie Gerichte festgestellt hätten, absolut ohne Begründung. Er hätte nach jedem Strohhalm gegriffen, um seine Frau zurückzuholen, das Krankenhaus habe sogar ein Gericht eingeschaltet, um seine Interventionen zugunsten seiner Frau zu verhindern. Seine größte Sorge seien allerdings die Gastgeber von Talkshows und die Politiker, die diese Familientragödie dazu benutzten, um die Menschen gegen das Rechtssystem aufzuhetzen. Moderator Michael Savage habe sogar unberechtigte Vergleiche zu Nazi-Deutschland gezogen: „Diese Art von anarchischem Geschwätz ist nicht nur schändlich, sondern sogar eine Gefahr für eine freie Gesellschaft.“

Literaturhinweise von Robert Bidinotto:
1. Schiavo recovery impossible, expert agrees
2. Wolfson Report
3. Is There Really a ‚New Diagnosis‘ for Terri Schiavo?

Vernunft: jeden Tag, jeden Augenblick Mit etwas Ve…

Vernunft: jeden Tag, jeden Augenblick
Mit etwas Verspätung hat sich jetzt Diana Mertz Hsieh dem 100. Geburtstag von Ayn Rand gewidmet. Und sie hat dazu -wieder einmal- einen Text von Ed Hudgins, dem zukünftigen Geschäftsführenden Direktor des TOC, seziert. Hudgins schreibt zum Beispiel, dass Ayn Rand eine Philosophie -Objektivismus- entwickelt habe, die eine moralische Verteidigung freier Märkte liefere. Mertz Hsieh stellt richtig: „Der Objektivismus ist sicherlich eine Philosophie, die eine moralische Verteidigung freier Märkte liefert, aber er ist nicht nur das oder primär das. Er ist eine Philosophie für das Leben auf der Erde.“ Interessant auch Dianas Beschreibung des Konzepts Vernunft in Rands Philosophie: Die Vernunft müsse jeden Moment jeden Tages bestimmen, nicht nur manchmal oder in bestimmten Bereichen unseres Lebens zur Anwendung kommen.

Gesinnungsstrafrecht

Noch mal ganz knapp dran vorbei!
Im Rahmen der am Freitag durch den Bundestag beschlossenen Einschränkung von Versammlungsrecht und Meinungsfreiheit hatten Bundesjustizministerium, SPD und Grüne Mitte Februar einen Entwurf zur Änderung des Volksverhetzungsparagraphens im Strafgesetzbuch eingebracht, wonach das Leugnen von als „geschichtlich gesichert anerkannten Tatsachen“ unter Strafe gestellt werden sollte. Als Beispiel wurde ein Bestreiten des Völkermordes in Jugoslawien angeführt, der Rechtfertigungsgrundlage für den Kosovo-Einsatz der NATO 1999 war.

Der angedachte Passus wurde durch einen Änderungsantrag der rot-grünen Koalition am 8. März jedoch wieder zurückgenommen, nachdem es zu Einwänden von Seiten des FDP-Abgeordneten Max Stadler sowie der ehemaligen Bundesjustizministerin Sabine Leuthäuser-Schnarrenberger gekommen war. Jedoch werde das Vorhaben lediglich zurückgestellt, wie es in der Begründung des Änderungsantrages hieß.

Quelle:
http://www.ngo-online.de/ganze_nachricht.php4?Nr=10666

Da sind wir ja noch einmal ganz knapp dran vorbeigerutscht, an diesem weiteren Schritt in Richtung Gesinnungsstrafrecht. Ein Staat, der seine Bürger wegen reinen Meinungsäußerungen verfolgt (man bedenke: Der Begriff „Meinung“ impliziert auch die Möglichkeit eines Irrtumes), kann nur mit Schwierigkeit noch als freier Staat bezeichnet werden.
Die einzige moralisch rechtfertigbare Aufgabe einer Regierung ist es, die Bürger vor physischer Gewalt von innen wie außen zu schützen. Es ist nicht ihre Aufgabe sich in die Weltanschauung der Bürger einzumischen oder bestimmte „Werte“ oder „Wahrheiten“ durchzusetzen. Tut sie es dennoch, so verlässt sie den Boden der Rechtstaatlichkeit und degeneriert zu einem Ideologiestaat oder einer Theokratie.

Der Abbau der Bürgerrechte unter der rot-grünen Bundesregierung (man beachte, dass eine der Regierungsparteien für sich beansprucht eine Bürgerrechtspartei zu sein!) erreicht damit einen neuen Gipfelpunkt, auch wenn dieser Versuch vorerst noch erfolglos blieb. Ob dies auf Dauer so sein wird, ist fraglich.

Die Philosophie des Satanismus In einer Diskussion…

Die Philosophie des Satanismus
In einer Diskussion auf objectivismonline.net bringt NIJamesHughes den Satanismus auf den Punkt: 1. Metaphysik: subjektive Realität (die Idee, dass das Bewußtsein die Realität bestimmt 2. Epistemologie: mystisch (Instinkte) 3. Ethik: Hedonismus 4. Politik: Faschismus. Der Autor schreibt, dass der Satanismus wahrscheinlich die „konsequenteste subjektivistische Philosophie“ sei, die er kenne. Interessant auch der Bericht eines bekennenden Satanisten -zitiert von einem Diskussionsteilnehmer-, der Ayn Rand als brilliante Autorin lobt, dann aber Punkt für Punkt die grundlegenden philosophischen Unterschiede zum Objektivismus herausarbeitet.