"Markt-Anarchisten" geben Freibrief für Kinderschä…

Markt-Anarchisten“ geben Freibrief für Kinderschänder
Robert Bidinotto weist auf seinem Blog auf ein Diskussionsthema in einem anarchistischen Forum über Kindesmissbrauch hin, wo die „mentalen Giganten“ des Anarchismus das Thema diskutieren und Kindesmissbrauch rationalisieren. Bezeichnenderweise ist in der Überschrift des Themas der Begriff „Missbrauch“ in Anführungszeichen gesetzt. Der erste Diskussionsteilnehmer ist übrigens der bekannte Anarchist Jeremy Sapienza.

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Kannibalismus als Altruismus 1979 besuchte Papst …

Kannibalismus als Altruismus
1979 besuchte Papst Johannes Paul II. die USA und proklamierte, dass die Menschen „von ihrer Substanz geben müssen, nicht nur von ihrem Überfluss.“ Harry Binswanger kommentierte im Februar 1980 in der Zeitschrift The Objectivist Forum: „Was kann dies anderes bedeuten, als dass einige Menschen das Recht haben, von der Substanz von anderen zu leben – d. h. dass Altruismus Kannibalismus ist.“

Kann ein Mensch Rechte aufgeben? Es sehr spannende…

Kann ein Mensch Rechte aufgeben?
Es sehr spannende Diskussion entwickelt sich derzeit auf objectivismonline.net über die Frage, ob es einen sportlichen Zweikampf bis zum Tod von einem der Kontrahenten legalerweise geben kann, wenn die beiden Beteiligten diesem Verfahren vertraglich zustimmen. In diesem Zusammenhang können auch andere Beispiele diskutiert werden, wie etwa die Frage, ob Duelle rechtmäßig sein können oder ob „einverständlicher“ Kannibalismus legal sein kann. Erst kürzlich hat in Deutschland der Bundesgerichtshof ein Urteil gegen einen Kannibalen aufgehoben, der ein vermeintlich williges Opfer gefunden hatte und dieses tatsächlich getötet hatte. In der ersten Instanz war der Täter nur für einen Totschlag verurteilt worden. In der Diskussionsrunde möchte ich Felipe Recht geben: „Man kann nie sein Recht auf Leben aufgeben, weil man nicht seine Natur aufgeben kann, nämlich, dass man menschlich ist. (…) Rechte können nicht per Kontrakt verwirkt werden.“ In diesem Sinne hatte Konrad Adam in DIE WELT auch eine Verurteilung des deutschen Kannibalen für einen verübten Mord gefordert.

Papst

Der neue Papst und die Aufklärung
Einige Meldungen zum neuen Papst: n-tv schreibt zum Stichwort „Aufklärung und Moderne“: „Ratzinger ist skeptisch gegenüber dem Freiheitsdenken der Moderne und warnt vor einem Abgleiten in einen zügellosen Liberalismus.“ Noch deutlicher formuliert es Sidney Blumenthal auf salon.com: „Er setzt die westliche liberale Tradition, d. h. die Aufklärung, mit dem Nazismus gleich, und verunglimpft sie als ‚moralischen Relativismus'“.Der Standard berichtet über den seinerzeitigen Kardinal Ratzinger: „Der neue Papst Benedikt XVI. hat in der Vergangenheit nicht davor zurückgescheut, sich in die Politik anderer Staaten einzumischen. So forderte Kardinal Joseph Ratzinger mitten im US-Wahlkampf des vergangenen Jahres die dortigen katholischen Bischöfe auf, dem demokratischen Präsidentschaftskandidaten John Kerry die heilige Kommunion zu verweigern. Der Grund war, dass der Katholik Kerry das Recht der Frauen auf eine Abtreibung unterstützt.“

Statler&Waldorf

Ahnungslose Statler & Waldorf
Anlässlich der kürzlichen Papstwahl attackiert der Blogg Statler and Waldorf Ayn Rands Atheismus in einer ausgesprochen unpässlichen Weise:

[…] Hier stehen sich zwei Liberalismen gegenüber: Auf der einen Seite der sich seiner Traditionen bewußte, klassische Liberalismus wie ich ihn oben skizziert habe. Auf der anderen Seite […] die begeisterten und leicht sektiererischen Leser der drittklassigen Romanautorin und viertklassigen Möchtegernphilosophin Ayn Rand, Hausgöttin einer leicht verschrobenen und zufällig größtenteils amerikanischen Truppe von Libertarians, die inzwischen auch in Deutschland missioniert.

Der Unterschied zwischen klassischem Liberalismus und dieser Art von Libertarians ist ganz einfach: Wo klassischer Liberalismus für individuelle Freiheit kämpft und sich darüber freut, wenn aus unterschiedlichen individuellen Entscheidungen gesellschaftliche Vielfalt wird, predigen die Ayn-Rand-Jünger einen klar definierten Lebensstil: Sei egoistisch! Glaube an nichts! Werde reich! Und so weiter.

Für so ein in Pseudophilosophie verpacktes Kasperletheater sind klassische Liberale nicht zu haben. Ihre individuelle Freiheit ist ihnen zu wertvoll, als daß sie sich einen Lebensstil von Mrs. Rand verordnen lassen würden. Und deshalb ist freiwillige und wohlüberlegte Sympathie für Benedikt XVI. von ihnen eher zu erwarten als dogmatischer Atheismus, der von einer schlecht frisierten russischen Emigrantin verordnet wird.


Bravo, ich gratuliere dafür, dass der Autor es tatsächlich geschafft hat die unterste Schublade des Diskussionsniveaus zu erreichen und gleichzeitig noch seine absolute Ahnungslosigkeit zu demonstrieren. Wer sich auch nur halbwegs mit Miss Rand auskennen würde, der hätte ihr niemals das Label “Libertarian” untergeschoben. Ich habe den Eindruck, dass dem Herrn Autor bei Miss Rand insbesondere aufstößt, dass sie eben nicht Toleranz als grundlegenden Wert gepredigt, sondern mit der Beliebigkeit des Liberalismus Schluss gemacht hat. Es ist seltsam, wie sehr manche Menschen sich dadurch persönlich angegriffen fühlen und entsprechend persönlich zurückschlagen …

Ich verstehe auch nicht, weshalb der Herr Autor derartige Aggressionen gegenüber Objektivisten an den Tag legt und ihnen vorwirft von ihrer Meinungsfreiheit aggressiv Gebrauch zu machen, wo er dies doch selbst mit seinem Eintrag getan hat. Nur weil der Autor ein Faible für die Kirche hat, heißt dass doch noch lange nicht, dass ich (und andere) das tolerieren muss. Im Gegenteil; ich (und andere) habe durchaus das Recht das zu kritisieren und anzugreifen, was ich als grundlegend falsch und amoralisch erachte.

Die Freiheit des Gewissens und der Ansichten bestreitet Miss Rand hierbei auch gar nicht – auf einem politischen Level; d.h. ein Objektivist wird niemals jemanden mit Gewalt zwingen eine bestimmte Weltanschauung anzunehmen oder nicht. Was jedoch das moralische Level angeht, so üben wir Intoleranz gegenüber Meinungen, die in unseren Augen irrational sind. Das mag dem Herrn Autor nicht gefallen, aber er wird sich damit abfinden müssen, denn auch Objektivisten haben das Recht ihren Standpunkt zu vertreten und sich nicht mit Menschen zu assoziieren, die ihnen zuwider sind.

Und im Übrigen gilt noch immer, dass Angriffe auf die Person kein Argument gegen mittels Logik aufgestellte Theoreme sind.

Kulturkampf in Berlin Die geplante Einführung eine…

Kulturkampf in Berlin
Die geplante Einführung eines für alle Berliner Schüler verpflichtetenden Faches Werteunterricht hat heftige Reaktionen bei den Kirchen und den bürgerlichen Oppositionsparteien des Landes ausgelöst. Dabei geht es allerdings gar nicht darum, dass der staatliche finanzierte Religionsunterricht, d. h. die religiöse Unterweisung der Schüler in ihrer jeweiligen Religion, abgeschafft werden soll, wie die „kulturkämpferische“ Rhetorik vermuten läßt: “ Dieser staatlich finanzierte freiwillige Unterricht bleibe unangetastet weiter bestehen“, sagte Michael Müller, der Landes- und Fraktionsvorsitzende der Berliner SPD zum Religionsunterricht Selbst die katholische Tagespost muss einräumen, dass es keineswegs um eine Vertreibung des Religionsunterrichts aus den Schulen geht: „Konfessioneller Religionsunterricht wird vom Schuljahr 2006/07, wenn er überhaupt angeboten wird, nur noch am Nachmittag als Wahlfach erteilt.“ Für einen säkularen Staat wäre allerdings eben dies tatsächlich notwendig, nämlich die völlige Trennung von Religion und Staat, und somit auch die Abschaffung jedweder vom Staat finanzierten religiösen Unterweisung.

Wem gehört die Moral? In einem schwer erträglichen…

Wem gehört die Moral?
In einem schwer erträglichen Deutsch ist der Aufsatz „Wem gehört die Moral“ des Philosophen Wolfgang Kersting verfaßt worden, der allerdings recht deutlich wird, wenn er beschreibt, dass es aus seiner Sicht keineswegs möglich, die Moral auf einem rationalen Eigeninteresse zu stützen: „Entweder sprechen wir die Sprache der Moral, entweder empfinden wir moralisch oder wir sprechen die Sprache des Interesses und achten auf unseren Vorteil.“

Ein Leben für die Freiheit Gestern abend gab es ei…

Ein Leben für die Freiheit
Gestern abend gab es einen wirklichen aufregenden Film in der ARD: Der Stich des Skorpion. Dieser Film erzählt die Geschichte von Wolfgang Welsch, der mehrere Jahre in der DDR im Gefängnis verbrachte, dort auch gefoltert wurde und schließlich von der Bundesrepublik freigekauft wurde. Im Westen angekommen, engagierte sich Welsch als Fluchthelfer, wie er es 1969 mit seinem Mithäftling Michael Gartenschläger besprochen hatte: „Wenn wir in den Westen kommen, werden wir nicht mit dem erlangten Wohlstand zufrieden sein – wir werden etwas gegen das System tun.“ Über sein Leben hat Wolfgang Welsch ein Buch geschrieben, das die Grundlage des genannten Filmes liefert: Ich war Staatsfreind Nr. 1.