Wie man Angestellte demotiviert

Wie man Angestellte demotiviert

Wer einen Angestellten in einem Unternehmen unbedingt demotivieren möchte, dem seien folgende Hinweise gegeben:

Lehren Sie ihn, dass der Einsatz seiner Rationalität sinnlos ist
falls Ihr Angestellter es wagen sollte seinen Verstand einzusetzen, müssen Sie ihm unter allen Umständen klarmachen, dass das völlig sinnlos ist: geben Sie ihm immer Anweisungen, die der Schlussfolgerung widersprechen, zu der er durch Überlegung gekommen ist; wenn die gleiche Situation kurz hintereinander auftaucht, dann geben Sie beim zweiten Mal ohne Begründung genau die entgegengesetze Anweisung wie bei der ersten Situation; begründen Sie Ihre Entscheidungen nie; machen Sie Ihrem Angestellten zu jedem Zeitpunkt klar, dass er ein Vollidiot ist; machen Sie ihm klar: wenn ein Argument von Ihnen kommt, ist es automatisch richtig; wenn dasselbe Argument von ihm kommt, ist es automatisch falsch; argumentieren Sie immer ad hominem, nie zur Sache; tun Sie so, als ob Sie der Standpunkt der Angestellten interessieren würde und als ob Sie einen Konsens suchen würden; erwecken Sie den Eindruck, alle Argumente würden auf dem Tisch liegen und entscheiden Sie dann aus heiterem Himmel ohne Begründung völlig anders; gehen Sie anschliessenden Nachfragen aus dem Weg oder würgen Sie sie einfach ab; geeignete Totschläger dafür sind: es wird so gemacht, weil ich es sage; das machen wir schon immer so; unterbinden Sie auch alle anderen Diskussionen;

Machen Sie ihn abhängig
lassen Sie ihn nichts alleine entscheiden; lassen Sie sich für jeden Vorgang Ihre Zustimmung holen, auch wenn er es alleine entscheiden und erledigen könnte; sagen Sie dann so oft wie möglich, Sie hätten keine Zeit; machen Sie ihn hinterher für die Zeitverzögerung verantwortlich; verwickeln Sie bei Entscheidungen immer so viele Angestellte wie möglich, damit sie sich gegenseitig blockieren können; geben Sie ihrem Angestellten kein Budget, über das er verfügen kann; behandeln Sie ihn auch in jeder anderen Hinsicht wie ein Kleinkind; bezahlen Sie ihn nach Leistung der Gruppe und zwingen Sie ihn dann in eine Gruppe, in der es genügend Faulenzer gibt.

Brechen Sie seine Integrität
lassen Sie ihn Aufgaben immer so erledigen, dass es seinen Überzeugungen widerspricht; wenn Sie nicht wissen, welche Überzeugungen er hat, fragen Sie ihn einfach danach; er wird Ihnen gern antworten, weil er denkt, Sie würden sich für seine Ansichten interessieren;

Behandeln Sie ihn so ungerecht wie möglich
seien Sie launisch wie das Wetter; Ihr Verhalten darf keineswegs vom Erfolg des Angestellten abhängen; er muss im Ungewissen darüber bleiben, ob sie ihn anschnauzen oder freundlich zu ihm sind; wechseln Sie täglich unbegründet Ihre Ansichten: schliesslich muss man etwas von verschiedenen Seiten sehen; misstrauen Sie ihrem Angestellten auch dann, wenn er seine Aufgaben zu jedem Zeitpunkt perfekt erledigt hat; werfen Sie ihm vor, er würde sowieso nie was auf die Reihe kriegen; zählen Sie jahrelang alle seine vergangenen Fehler auf, wie wenig es davon auch geben mag; ignorieren Sie systematisch seine Leistungen und alles Positive, was er jemals erreicht hat; machen Sie ihn für Fehler anderer verantwortlich; lassen Sie Angestellte in Überstunden oder Wochenendarbeit die Fehler ausbügeln, die andere verbockt haben; sorgen Sie für ein „BigBrother“ Geschäftsklima: lassen Sie die Mehrheit darüber abstimmern, wer als nächstes gefeuert werden soll; zeigen Sie höchstes Interesse für Gerüchte; nehmen Sie diese als Maßstab zur Bewertung dieses Angestellten; holen Sie keine Informationen aus erster Hand direkt vom Betroffenen, indem Sie ihn dazu befragen; benachteiligen Sie fachlich kompetente und bewährte Angestellte wegen mangelnder „sozialer Kompetenz“, ohne zu sagen, was Sie damit meinen, oder was schiefgelaufen sein soll; befördern Sie einen fachlich Mittelmäßigen mit „sozialer Kompetenz“, anstatt den fachlich besten.

Gibt es nach der Umsetzung dieser Punkte jetzt keine Angestellten mehr, die Ihnen unterstellt sind ? Macht nichts ! Sie finden bestimmt eine neue Position als Vorgesetzter, in der Sie dann andere Angestellte vergraulen können.
***
Zu zynisch ? Versprochen: beim nächsten Mal kommt eine Liste mit Bedingungen, so wie es sein sollte. Oben genannte Absätze sind wirklich nicht dazu gedacht, Verleumdung gegenüber Geschäftsleuten zu betreiben. Und sie kommen i.R auch nicht gehäuft vor. Aber gestreut kommen sie vor. Sie vergraulen Angestellte: zu recht ! Aber zum Glück kann man sich in einer einigermassen freien Marktwirtschaft dann eben etwas Besseres suchen.

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