Anti-westliches Denken in Frankreich Johannes Wetz…

Anti-westliches Denken in Frankreich
Johannes Wetzel berichtet in der Berliner Zeitung über Interpretationsversuche von französischen Intellektuellen hinsichtlich der Krawalle von Jugendlichen in Frankreich: So erklärte etwa der Philosoph Alain Finkielkraut gegenüber dem Figaro:

„Diese Gewalt ist keine Reaktion auf die Ungerechtigkeiten der Republik, sondern ein antirepublikanisches Pogrom“, eine von Intellektuellen und Lehrplänen geteilte Form von „Hass auf den Westen“.

Wetzel weiter:

Er ist aber nicht der einzige, der das „anti-westliche Denken“ für die Unruhen verantwortlich macht. Auch Jean Baudrillard konstatiert: Die westlichen Gesellschaften lösen sich auf – nicht nur unter den Schlägen des Terrorismus und unter dem Druck der Afrikaner, die gegen den Stacheldraht um Melilla anrennen. Sondern auch, weil sie „ihren eigenen Werten“ nicht mehr vertrauen. Eine Gesellschaft aber, die sich zusehends „desintegriert“, könne die „Integration“ ihrer Immigranten gar nicht leisten.

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Pragmatismus Aus gegebenem Anlass möchte ich kurz …

Pragmatismus
Aus gegebenem Anlass möchte ich kurz erläutern, warum ich hin und wieder dazu neige, dem Leser lediglich Lesehinweise und kurze Zitate aus den beworbenen Texten vorzusetzen. Es sei vorweg gesagt, dass dies eine Form des Bloggens ist, die sicherlich intellektuell anspruchsloser ist als die Erstellung eigener Kommentare und Analysen. Gleichwohl halte ich diese durchaus für legitim, es gibt Blogs -auch im objektivistischen Lager- die fast ausschließlich so funktionieren (siehe zum Beispiel den Blog von Martin Lindeskog). Wenn ich auf fremde Texte kommentarlos verweise, bedeutet dies nicht, dass ich diese Texte für makellos halte oder die Verfasser für jenseits jeder Kritik. Nein, es sind zeitliche oder intellektuelle Begrenzungen, die mich davon Abstand nehmen lassen, diese Texte ausführlicher zu beschreiben oder zu analysieren. Oft ist es auch so, dass ich durchaus darauf hoffe, dass irgendein anderer Blogger sich dieses Textes annimmt. Gern verweise ich auch auf Texte von Michael Hurd, einem Psychologen. Dies vor allem deshalb, weil er Themen anschneidet, die sich auf anderen objektivistischen Blogs so nicht finden. Objektivismus ist eine Philosophie für das Leben auf der Erde und die Beschäftigung mit sogenannten Alltagsthemen sollte im Vergleich mit politischen Themen nicht zu kurz kommen. Gern würde ich auch vom ARI einmal Texte etwa zu Themen wie Alkoholismus oder Homosexualität lesen. Heute wieder ein Hinweis auf Michael Hurd: diesmal zum Thema Pragmatismus. Eine Bemerkung dazu: Ich denke, dass Pragmatismus bei Menschen mit schlechten Prinzipien gut ist, bei Menschen mit guten Prinzipien aber ein Verrat an ihren Idealen, der sie von Erfolg und Glück in ihrem Leben entfernt. Dass Matthias Platzeck „pragmatisch“ ist, ist besser, als wäre er ein prinzipientreuer Marxist.

Superman versus Batman Trey Givens beschreibt auf …

Superman versus Batman
Trey Givens beschreibt auf seinem Blog Superman als seinen Lieblingshelden, den er auch Batman vorzieht. Aber Batman ist der Held, der nur über seinen Geist, seine Muskeln und seinen Willen verfügt (siehe Diana Hsiehs Kommentar). Er ist auch der Held, der Kriminelle bekämpfen möchte und nicht einfach jedem aus der Patsche helfen möchte, der sich gerade in Schwierigkeiten befindet. Wer Batman Begins gesehen hat, erinnert sich: Batman muss trainieren, um seine Muskeln zu stählen. Er ist ein durch und durch menschlicher Held, der Tugenden braucht, um Größe zu schaffen.

Die Straße zur Verdammnis Gestern lief erstmalig i…

Die Straße zur Verdammnis
Gestern lief erstmalig im deutschen Fernsehen der düstere Gangsterfilm Road to Perdition mit Tom Hanks in der Hauptrolle. Dieser Film zeigt nicht nur, wie der Kritiker richtig bemerkt, einen einzelnen Mann, sondern eine ganze Kultur von Gangstern, die sich auf ihrem Weg in die Verdammnis befinden. Wenn ich mich richtig erinnere, sind nur in zwei Szenen ganz kurz Polizisten zu sehen – einer wird erschossen, der andere läßt sich bestechen. Diese Art von Leben endet für die Hauptdarsteller alle in einem Kugelhagel, und es sind keine Polizeikugeln, sondern ihre eigenen Kugeln.

Die böse Chemie Das europäische Parlament hat ein…

Die böse Chemie

Das europäische Parlament hat ein Regelwerk erlassen ( „Reach“ ), mit dem Firmen dazu verpflichtet werden, von ihnen hergestellte und vertriebene chemische Substanzen zu untersuchen. „Die Welt“ berichtet: „Das Regelwerk zielt darauf ab, tausende chemische Substanzen erstmals darauf zu überprüfen, wie sie auf Umwelt und Gesundheit wirken.“
Der Gedanke, der dahinter steckt, ist aber tiefgreifender: Firmen sollen beweisen, daß eine bestimmte Substanz keine negative Wirkung haben kann. Am 7.Oktober 2003 habe ich hier auf dem Blog einen Artikel über das Vorsorgeprinzip gepostet, der die Einstellung hinter dieser Forderung verdeutlicht. Gleichzeitig habe ich dort gesagt, daß ein Negativum nicht bewiesen werden kann. Von den Firmen wird also etwas Unmögliches verlangt, wenn nicht gleichzeitig festgelegt wird, wann man denn davon ausgehen kann, daß keine negative Wirkung vorliegt.

Entsetzlich ist nicht nur, daß jetzt eine gesetzliche Verpflichtung zum Test für viele chemischen Substanzen eingeführt wird (die Kosten in die Höhe treibt), sondern daß auch eine gesetzliche Registrierung und Zulassung für chemische Substanzen notwendig wird. Europäische Bürokraten werden also in Zukunft entscheiden, ob und wer welche chemischen Substanzen herstellen darf, und das ist eine weitere Einschränkung der unternehmerischen und persönlichen Freiheit.

Kitsch Unsere Diskussionsgruppe umfaßt zur Zeit 28…

Kitsch
Unsere Diskussionsgruppe umfaßt zur Zeit 28 Mitglieder. Trotz größer werdender Zahl gab es allerdings lange Zeit keine Beiträge. Jetzt gibt es wieder Aktivität im Forum: zum Thema „Kitsch“ („Kitsch ist Kunst, die im Betrachter mit minimalem geistigen Aufwand positive Emotionen auslösen soll.“) Wikipedia definiert „Kitsch“ folgendermaßen: „Kitsch ist ein zumeist abwertend gebrauchter gemeinsprachlicher Begriff zur Bezeichnung eines aus Sicht des Betrachters emotional minderwertigen, sehnsuchtartigen Gefühlsausdruckes. In Gegensatz gebracht zu künstlerischer Bemühung um das Wahre oder das Schöne, meint die Kritik mit Kitsch einen aus ihrer Sicht zu einfachen Weg zum Ausdruck bzw. überhaupt die ihr suspekte Grundlage dieses Ausdrucks. Daher Gefühle selber in dem Zusammenhang abwertend als sentimental, trivial oder kitschig bezeichnet werden.“
Ist dies Kitsch?

Neuregelung für das Internet

Neuregelung für das Internet ?

In Tunesien hat eine Konferenz begonnen, in der darüber entschieden werden soll, welche Organe in Zukunft die „Verwaltung“ des Internets übernehmen sollen. Die bisherige Verwaltung wird durch die ICANN durchgeführt, eine Organisation die zum einen Internet-Adressen verwaltet, als auch die zentralen Rechner („Rootserver“) beherbergt und administriert, über die die Netzstruktur geregelt wird. Zur ICANN ist folgendes zu sagen:
1. sie ist eine „Non-Profit“ Ogranisation; sie finanziert ihren Unterhalt aber über Gebühren für die Registrierung von Domain-Namen und der damit verbundenen Internetadressen.
2. sie ist ein Zwitter, der unter staatlicher Kontrolle der US-Regierung steht ( Weisungsgebundenheit gegenüber dem „Department of Commerce“ ), aber auch andere dubios bestimmte Gremiumsmitglieder hat.
Der Einfluß der US-Regierung ist unter heftige Kritik gekommen, da staatlicher Mißbrauch durch die US-Regierung befürchtet wird (Es wurde z.B. berichtet, daß ein Antrag von Pornoherstellern auf eine eigene Endung auf die Endung „.XXX“ für alle Pornoseiten durch die US-Regierung wegen moralischer Bedenken abgelehnt wurde). Die Kritik ist durchaus berechtigt, wenn man sie so versteht, daß die Aufgaben der ICANN völlig kommerzialisiert werden sollten, also eine rein marktwirtschaftliche Lösung gefunden wird, in der die ICANN als reines profitorientiertes Unternehmen geführt wird. Doch genau das steht nicht zur Debatte. Im Raum steht die Forderung, die Kontrolle, die bisher durch die US-Regierung ausgeübt wird, durch internationale Gremien zu regeln, in denen staatliche Vertreter der beteiligten Länder sitzen, vergleichbar mit Gremien der UNO. Und hier hört der Spaß auf. Nicht nur totalitäre Länder wie Nord-Korea und der Iran haben ein Interesse daran, den freien Informationsfluß im Internet zu unterbinden und Zensur zu betreiben (sie tun das bereits in ihrem innerstaatlichen Einflussbereich). Auch Länder der europäischen Union würden eine schleichende Zensur einführen ( kann sich jemand daran erinnern, daß Herr Schily einst in die USA gepilgert ist, um die Abschaltung von rechtsradikalen Internetseiten zu fordern und damit gescheitert ist ? ). Und wenn man die Wahl zwischen der US-Regierung als Verwalter hat und irgendwelchen anderen Regierungen, so sollte die Entscheidung eindeutig zu Gunsten der US-Regierung fallen, denn in den USA wird zu Recht die Meinungs- und Pressefreiheit unangefochten hochgehalten. In einem Gremium, das wie ein UN-Gremium geführt wird, würden die freiheitsfeindlichen Länder die Oberhand haben. Und das wäre das Ende des Internet, so wie wir es heute kennen.

Der freie Westen Leon de Winter führt bei www.welt…

Der freie Westen
Leon de Winter führt bei http://www.welt.de ein Weblog (in englischer Sprache), das er The Free West nennt. De Winter weist darauf hin, dass dies kein willkürlicher Titel sei, sondern dass er einen tiefen Glauben -obwohl er Säkularist ist- an die Freiheiten unserer westlichen Gesellschaften habe: „Unsere Freiheit ist kein Phänomen, das wir als selbstverständlich ansehen sollte. Es ist ein Wunder.“ Welchen Kontrast dieser leidenschaftliche Verteidiger des Westens darstellt im Vergleich zum „libertären“ Mainstream in Deutschland, macht Stefan Blankertz deutlich, seines Zeichens libertärer Vordenker, der den Westen als „quasi-religiöse Ideologie“ abtut („Westen“ als terroristische Ersatzreligion in: eigentümlich frei), wo er eine reale Religion, den Islam nämlich, im gleichen Zug zu idealisieren versucht.