Pisa und die Chancengleichheit

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November 3, 2005 von wolfgang

Die neue Pisa-Studie ist da: danach haben angeblich Kinder aus einkommens-schwachen Familien eine viermal niedrigere „Chance“ auf einen hohen Bildungsabschluß als Kinder aus einkommens-starken Familien. Wie kommen die Herrschaften zu dieser Aussage ? Sie sehen sich das Ergebnis an und schließen dann aus dem Ergebnis auf die Ausgangssituation. Würden dieselben Herrschaften eine Studie mit Fleißigen und Faulen machen, würden sie zu dem Ergebnis kommen, daß die Fleißigen eine x-mal höhere Chance auf Erfolg haben als die Faulen und sich dann über diese Chancenungleichheit in der Ausgangssituation beschweren. Hier wird ein „Package Deal“ mit dem Begriff Chance gemacht: der Begriff Chance wird sowohl für die Ausgangssituation als auch für die Endsituation verwendet, d.h. Chancengleichheit als gleiche Ausgangssituation wird gleichgesetzt mit der Endsituation, d.h. gleiche Chance auf Erfolg und damit Ergebnisgleichheit. Was in dieser Untersuchung völlig unter den Tisch fällt, ist der kausale Zusammenhang zwischen Fleiß und Chance auf Erfolg. Was implizit ihrer Untersuchung zugrunde liegt: es soll Chancengleichheit im Sinne von Ergebnisgleichheit bestehen, ohne den kausalen Zusammenhang von Fleiß und Chance auf Erfolg zu beachten. Dieser kausale Zusammenhang besteht aber in Wirklichkeit. Die Forderung nach Ergebnisgleichheit ist eine Auflehnung gegen das Prinzip der Kausalität.

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