Mythos "sozialer Volksaufstand" In einem internen …

Mythos „sozialer Volksaufstand“
In einem internen Bericht hat die französische Zentraldirektion des Verfassungsschutzes (DCRG) als
Hauptmotiv für die wochenlangen Unruhen in vielen französischen Städten die „enorme Verzweifelung“ und den „totalen Vertrauensverlust der Jugendlichen gegenüber den Institutionen der Republik“ ausgemacht. Diese Analyse wirkt so, als hätte sie das, was die Gewalttäter über ihre Taten und Motive verbreiten, einfach in Worte gefaßt, ohne sie weiter zu hinterfragen. Insbesondere hätten den Verfassern auffallen müssen, dass etwa Asiaten oder Franzosen asiatischer Abstammung unter den Gewalttätern nicht zu finden waren, auch wenn sie in den „sensiblen“ Vororten lebten. Eine ganz andere Interpretation der Ereignisse in Frankreich liefert der französische Philosoph Alain Finkielkraut, der der israelischen Zeitung Ha’aretz ein Interview gegeben hat (siehe dazu auch die Jersulam Post), das jetzt die Zeitung DIE WELT auf Deutsch veröffentlicht hat. Finkielkraut sieht einen „klaren ethnisch-religiösen Charakter“ bei den Unruhen, wobei dieser Ausdruck mir nicht deutlich genug die tatsächliche Substanz der Thesen von Finkielkraut widerspiegelt, denn selbstverständlich liegt den Araber der Islamismus nicht im Blut, ebensowenig den Deutschen der Obrigkeitsstaat oder den Amerikanern die Freiheit, was der Philosoph aber auch nicht behauptet. Hier einige Auszüge aus dem sehr lesenswerten Interview:

„In Frankreich verbucht man diese Unruhen nur unter ihrem sozialen Aspekt und begreift sie als ein Aufbegehren der Jugendlichen aus den Vorstädten gegen ihre Lage, gegen die Diskriminierung, gegen die Arbeitslosigkeit. Das Problem aber ist, daß die meisten dieser Jugendlichen moslemische Schwarze und Araber sind. Sehen Sie, in Frankreich gibt es auch noch andere Einwanderer, deren Lage schwierig ist – Chinesen, Vietnamesen, Portugiesen -, aber die nehmen an den Ausschreitungen nicht teil. Deshalb besitzt diese Revolte einen klaren ethnisch-religiösen Charakter. Was ist der Ursprung dieser Revolte? Ist sie die Antwort der Araber und Schwarzen auf den Rassismus, dessen Opfer sie sind? Ich glaube das nicht, weil dieser Gewalt sehr beunruhigende Vorboten vorausgingen, die man nicht auf eine Reaktion auf den französischen Rassismus allein reduzieren kann.
(…)
Die Unruhen als Reaktion auf den französischen Rassismus anzusehen, würde bedeuten, vor einem weiter verbreiteten Haß die Augen zu verschließen: dem Haß gegen den Westen.
(…)
Stellen Sie sich nur mal vor, diese Leute wären Weiße gewesen, wie in Rostock in Deutschland. Sofort hätte jeder gesagt: ‚Faschismus wird nicht toleriert.‘ Aber wenn ein Araber eine Schule ansteckt, ist es eine Rebellion. Wenn ein Weißer das tut, ist es Faschismus. Ich bin ‚farbenblind‘. Schlechte Taten sind schlechte Taten, egal welche Hautfarbe dahinter steht. Und für den Juden, der ich nun mal bin, sind diese Untaten inakzeptabel.“

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