Kapitalismus oder Konservatismus? Eine heftige Ent…

Kapitalismus oder Konservatismus?
Eine heftige Enttäuschung ist der Blog von Karl Friedrich Weiland, der unter http://www.kapitalismus.de zu finden ist. Am 21. Februar zitiert er Horaz: „Verdiene Geld. Verdiene es, wenn Du kannst, auf anständige und ehrliche Weise. Falls nicht, verdiene es irgendwie.“ Als ich in der Kommentarfunktion widerspreche und auf Prinzipien verweise, die keine Ausnahme vertrügen, antwortet der Autor: „Wir sollten realistisch bleiben. Kein Prinzip ohne Ausnahme. ‚Du sollst nicht töten‘ bedeutet nicht, daß man sich nicht gegen einen Angreifer mit tödlichem Schlag verteidigen darf. Selbiges gilt, wenn einen widrige Umstände angreifen.

Die Not kennt kein Gebot.“

Karl Friedrich Weiland hat sich auch im Diskussionsteil des Kapitalismus-Magazin vereweigt, als er die die Pressefreiheit in der Auseinandersetzung um die Karikaturen von Mohammed nicht verteidigen möchte, sondern von „Beleidigung“ spricht, die durch die Karikaturen verwirklicht worden seien: “ Warum wird jede jede Beleidigung gleich unter Pressefreiheit subsumiert? Jeder Jurist weiss, daß vom Grundgesetz eine beleidigende Karikatur nicht gedeckt ist und selbstverständlich verboten gehört. Im Islam gibt es ein Bildverbot. Der Prophet darf nicht abgebildet werden. Von der Profanisierung der Karikaturen mal abgesehen.

Es ist schwer, jemanden in unserem Kulturkreis das verständlich zu machen, weil wir kaum noch Tabus haben. Gibt es irgendwas, daß Dir heilig ist?“ Zum Straftatbestand „Beleidigung“ gibt es zwei Fälle aus der jüngeren Zeit, die verdeutlichen, dass derartigen Taten nicht vom einem objektiven Strafrecht abgedeckt sein können. Es geht um die Musikproduzenten Dieter Bohlen (der Vorwurf lautete: „Duzen eines Polizisten“) und den ehemaligen Fussballnationalspieler Stefan Effenberg: „Während ein Polizisten-‚Du‘ jedem normal Sterblichen – aus welchen Gründen immer – als Beleidigung angekreidet wird, blieb der Popstar ohne Strafe, weil er, so wie auch Gott selbst, jeden Erdenwurm zu duzen pflegt und ihm wegen eines lausigen Polizisten keine Ausnahme zuzumuten sei. Hätte Effenberg beweisen können, dass er alle und jeden immer ‚Arschloch‘ nennt, wäre er vielleicht auch davongekommen. So aber musste er zahlen. Offen blieb letztlich die Summe.“ (Berliner Zeitung) Das Hamburger Abendblatt verweist auf die Unterschiede zwischen Normalbürgern und Herrn Bohlen, die das Gericht im vorliegenden Fall machte: „Mit bis zu 500 Euro Strafe muß ein Normalbürger rechnen, wenn er Polizisten duzt. Bohlen hat’s da besser. Da ‚das Duzen zu seinen normalen Umgangsformen gehöre‘ und er augenscheinlich ein gleiches Verhalten bei öffentlichen Auftritten an den Tag lege, könne das Duzen eines Polizisten in diesem Fall nur als ‚Unhöflichkeit ohne ehrverletzenden Inhalt‘ gewertet werden, so das Gericht.“

Siehe auch die Diskussion auf Objectivism Online

Hier die einschlägigen Paragrafen:

§ 186 StGB
Üble Nachrede

Wer in Beziehung auf einen anderen eine Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen geeignet ist, wird, wenn nicht diese Tatsache erweislich wahr ist, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften ( § 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

§ 187 StGB
Verleumdung

Wer wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften ( § 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

§ 185 Beleidigung

Die Beleidigung wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Beleidigung mittels einer Tätlichkeit begangen wird, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Siehe auch Wikipedia „Beleidigung

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Was der "Objective Standard" will Herausgeber Crai…

Was der „Objective Standard“ will
Herausgeber Craig Biddle hat auf der Website der neuen objektivistischen Zeitschrift „The Objective Standard“ soeben einen einführenden Artikel gestellt (auch für Nicht-Abonnenten zugänglich), der den Anspruch der Zeitschrift verdeutlicht. Von April an wird auch ein Blog geschaltet, auf dem die Autoren der Zeitschrift Kommentare zu aktuellen Ereignissen abgeben werden (für alle Leser zugänglich). Jetzt warte ich gespannt auf die erste Ausgabe dieses neuen vielversprechenden Magazins in meinem Briefkasten! Übrigens ist der Text von Biddle eine sehr gute Kurzeinführung in den Objektivismus, die ich aus diesem Grunde auch allen Lesern empfehlen kann, vor allem denen natürlich, die gar keine oder geringe Kenntnisse des Objektivismus haben: „Realität ist einfach. Existenz existiert einfach – und alles in ihr ist spezfisch; alles ist, was es ist und handelt in Übereinstimmung mit seiner Identität. Eine Rose ist eine Rose; sie kann blühen, aber nicht sprechen. Eine Diktatur ist eine Diktatur; sie zerstört Leben; sie kann nicht das Leben fördern. Glaube ist Glaube (d. h. die Akzeptanz von Ideen ohne irgendwelche Beweise); er führt zu unbegründeten Überzeugungen; er kann kein Wissen vermitteln.“

Die Aufklärung schuf Europa, nicht das Christentum…

Die Aufklärung schuf Europa, nicht das Christentum
Was Heinz Schlaffer heute in DIE WELT äußert, dürfte man in dieser Deutlichkeit sonst nur in objektivistischen Traktaten finden:

Nicht das Christentum bildet die Grundlage des modernen Europa, sondern die Entmachtung des Christentums, die Aufklärung. Nicht den Päpsten, Mönchen und Pfarrherrn verdanken wir Demokratie, Gleichheit vor dem Gesetz, individuelle Freiheit, Toleranz, das Recht zur Kritik, sondern Aufklärern wie Voltaire, Rousseau, Montesquieu. Die Welt, in der wir leben, ist die aufgeklärte Welt, in der selbst jene leben möchten, die ihr opponieren.

Auch die westliche Kultur ist fundamentalistisch: Ihr Fundament heißt Aufklärung. Paradox ist, daß dieses Fundament zwar noch die gegenwärtige Gesellschaft trägt, aber von ihr halb vergessen ist. Was selbstverständlich geworden ist, entgeht der Beachtung und Wertschätzung am leichtesten. Mehr noch: Die gegenwärtige westliche Welt scheut sich, auf ihren Prinzipien zu bestehen, aus Furcht, sie könnte als dogmatisch gelten.

Zu Heinz Schlaffer schreibt der Perlentaucher:

Heinz Schlaffer, geboren 1939, ist Professor für Literaturwissenschaft in Stuttgart. Er schrieb Bücher über Lyrik im Realismus, Erotisch-scherzhafte Dichtung, den Bürger als Helden, den Ästhetischen Historismus, Goethes Faust, Poesie und Wissen, Jorge Luis Borges, außerdem wissenschaftliche Aufsätze, Essays und Kritiken in Tageszeitungen.

Markets Don’t Fail Das Buch Markets Don’t Fail des…

Markets Don’t Fail
Das Buch Markets Don’t Fail des Ökonomen Brian Simpson ist jetzt auch als preisgünstige Taschenbuchausgabe erhältich.

Inhaltsangabe:

Preface
Acknowledgments
Introduction

1. Capitalism, Socialism, and the Mixed Economy
2. Monopoly
3. The Antitrust Laws and Predatory Pricing
4. Externalities
5. Regulation of Safety and Quality
6. Environmentalism
7. Economic Inequality
8. Public Goods
9. Asymmetric Information

Epilogue
Bibliography
Index
About the Author

Der Bücherliste habe ich auch Tara Smiths Ayn Rand’s Normative Ethices: The Virtuous Egoist zugefügt.

Der Glaube an den "moderaten" Islam Zur Diskussion…

Der Glaube an den „moderaten“ Islam
Zur Diskussion um den „moderaten“ Islam hier ein Beitrag von Diana Mertz Hsieh. Sie schreibt, dass sich darüber sehr wohl bewußt sei, dass es Muslime gebe, die die Drohungen gegen die dänischen Cartoonisten zurückweisen würden. Dies sei besser als nichts, aber es sei nicht genug: „In dem Maß, in dem eine Person ein Muslim ist, ist sie intellektuell entwaffnet durch die barbarischen Forderungen ihrer eigenen Religion, insbesondere gegenüber dem Aufruf, die Herrschaft des Islam auf die ganze Welt auszudehnen, durch welche gewaltätigen Maßnahmen auch immer.“

Ein sehr lesenswerte Artikel über die islamische Welt von Alan Posener befindet sich heute in der WELT AM SONNTAG: „Mögen dänische Karikaturen das angebliche Ziel der Proteste sein – hier macht die Vergangenheit mobil gegen die Zukunft der arabischen Welt.“ Der Überschrift des Artikels lautet: „Gefangene der Vergangenheit“. „Gefangen im Irrationalismus“ wäre wohl treffender.