Die Theorie des gerechten Krieges und die amerikan…

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März 14, 2006 von wolfgang

Die Theorie des gerechten Krieges und die amerikanische Selbstverteidigung
Die Zeitschrift The Objective Standard, die in diesen Tagen mit ihrer ersten Audgabe zu den Abonnenten kommt, veröffentlicht im Internet für alle Leser zugänglich den Aufsatz „Just War Theory“ vs. American Self-Defense von Yaron Brook und Alex Epstein. Die Autoren argumentieren, dass die Theorie des gerechten Krieges, wie sie etwa von dem Philosophen Michael Walzer vertreten wird, weder praktisch noch moralisch ist, sondern ein Rezept für den Selbstmord von unschuldigen Nationen. Diese These wird vertreten, auch wenn die Theorie des gerechten Krieges richtige Argumente gegen die beiden konkurrierenden Moraltheorien, Pazifismus und Realismus, vorbringt. Die Theorie des gerechten Krieges betone zwar dem Namen nach ein Recht auf Selbstverteidigung, leuge es aber der Substanz nach. Alle Formen des Theorie des gerechten Krieges liefern Richtlinien für die Eintritt in den Krieg und für die Führung des Krieges. Die Aufforderung der Theoretiker des gerechten Krieges, dass Krieg nur der „letzte Ausweg“ sei, konterkariert der Notwendigkeit, dass Bedrohungen so schnell wie möglich beseitigt werden müssen. Die Autoren erinnern an die dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts, wo die Westmächte eine frühzeitige Attacke auf Hitler vermieden: „Sie praktizierten Krieg als ‚letzen Ausweg‘, und wir kennen das Resultat. (…) Selbstverteidigung als ‚letzter Ausweg‘ ist keine Selbstverteidigung.“ Die Kriegsführung selbst soll nach den Grundsätzen der „Proportionalität“ und „Diskrimierung“ durchgeführt werden. „Proportionalität“ ist die Idee, dass der Wert der Ziele, die durch den Krieg erreicht werden sollen, proportional zu den zugefügten Schäden sein soll. Dies führt dazu, dass der Krieg nicht in einer Weise geführt werden darf, der den Sieg beschleunigt und die eigenen Opfer minimiert. „Diskrimiert“ werden soll in Hinsicht einer Unterscheidung zwischen Kombattanten und Nichtkombattanten, wobei die Kriegsführung immer so soll, dass keine Nichtkombattanten des Feindes getötet werden. Die Erfordernisse der „Proportionalität“ und „Diskrimierung“ seien „tödlich für eine Nation, die sie ernst nehmen würden“, schreiben die beiden Autoren. Yaron Brook und Alex Epstein stellten zusammenfassend fest, dass die Theorie des gerechten Krieges die Anwendung der Moral des Altruismus auf den Krieg ist.

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