Das Wichtigste vergessen

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Juli 12, 2007 von wolfgang

Der Standard berichtet über ein interessantes Urteil des Obersten Gerichtshofes des USA:

In einem weiteren Urteil erklärte der US Supreme Court am Montag den zehntägigen Schulverweis des damals 18-jährigen Oberschülers Joseph Frederick für rechtmäßig, weil dieser durch das Aufhängen eines Transparents mit der Aufschrift „Bong Hits 4 Jesus“ während einer Fernsehübertragung zum Drogenkonsum aufgerufen habe. Der Fall des Schülers aus Juneau, Alaska falle nicht unter das First Amendment, das die Redefreiheit garantiert, entschieden die Richter.

Fredericks Anwalt hatte sich in seiner Verteidigung sauf ein Urteil des Höchstgerichts bezogen, das besagt, dass Schüler ihre verfassungsgemäßen Rechte „nicht am Schultor abgeben“ und den Klägern erlaubte, im Klassenzimmer aus Protest gegen den Vietnamkrieg schwarze Armbänder zu tragen.

Tibor Machan verweist auf grundlegendes Problem, dass dieses Urteil aufwirft, nämlich die Problematik einer monopolartigen Stellung von staatlichen Schulen im Erziehungsbereich. Meinungsfreiheit bedeutet, dass jedermann durch seine eigenen Aktivitäten die Voraussetzungen dafür schaffen kann, seine Meinung zu äußern, und nicht etwa, dass andere Personen oder Institutionen ihm diese Voraussetzungen schaffen müssen. Wer eine katholische oder protestantische Kirche besucht, kann nicht erwarten, dass er aufgrund der ihm garantierten Meinungsfreiheit dort eine atheistische Rede halten kann. Er kann diese Rede aber sicherlich im Rahmen einer atheistischen Organisation halten oder versuchen eine solche zu gründen. Die Vielfalt des Marktes für Meinungen ermöglicht ihm, seiner Stimme Gehör zu verschaffen. Wenn der Staat allerdings das Bildungswesen monopolisiert, kann sich niemand mehr die entsprechenden Regeln für die Äußerung von Meinungen aussuchen, sondern muss sich mit der „one-size-fits-all approach to pedagogy“ anfreunden, die der Staat anbietet.
  

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