Eine Welt zwischen Stalin und Churchill

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Juli 12, 2007 von wolfgang

Wenn man Oskar Lafontaine kritisiert, was völlig legitim ist, sollte man allerdings darauf achten, nicht sein Niveau einzunehmen. Auszug aus einem Artikel auf ef-online, dem Internetableger der Zeitschrift eigentümlich frei:

Die aus Lafontaines Sicht viel zu kapitalistische Schweiz hat in den letzten Jahrhunderten keine Angriffskriege vom Zaun gebrochen. Es sind also größenwahnsinnige Potentaten und Weltbeglücker vom Schlage eines Hitler, Stalin, Churchill, Roosevelt, Bush oder Breschnew, die Kriege führen – nicht der Kapitalismus.

Einen Politiker wie Churchill in einem Atemzug zu nenen wie die Diktatoren Hitler und Stalin ist durch Fakten nicht zu rechtfertigen. Ausgerechnet der britische Kriegspremier, der sich mutig Hitler entgegenstemmte, wird moralisch an den Pranger gestellt, nicht aber ein Neville Chamberlain, dessen Appeasementpolitik Hitler nur immer weiter ermutigte, was die Westmächte 1939 in einen desaströsen Krieg zwang. Churchill hätte Lob verdient für seinen Tugenden, und wer dies so völlig anders sieht, muß mit seinen moralischen Maßstäben schon weit von der Realität entfernt sein.

2 thoughts on “Eine Welt zwischen Stalin und Churchill

  1. Max sagt:

    Seit wann lobt man denn bitte Sozialisten? Sicher war Churchill nicht so schlimm, wie Stalin oder Hitler, aber dennoch sollte man nicht vergessen, dass dieser Mann Sozialist war…

  2. Wolfgang sagt:

    Ich habe Churchill nicht dafür gelobt, dass er „Sozialist“ war (war er das?), sondern dafür (Wikipedia):

    Die meisten Historiker stimmen darin überein, dass Hitler einem Sieg nie so nahe gekommen war wie nach dem Westfeldzug im Juni 1940: Frankreich war geschlagen; Großbritannien stand allein und ohne ausreichend gerüstete Armee der deutschen Kriegsmaschinerie gegenüber, die bereits halb Europa überrannt hatte. Doch in Churchills Kabinett gab es noch immer Anhänger der Appeasement-Politik Chamberlains, die für Verhandlungen mit Hitler-Deutschland eintraten. Einer ihrer Vertreter, Lord Halifax, stand bereit, Churchill als Premierminister abzulösen.

    Hitlers Sieg hätte nach Churchills eigenen Worten bedeutet, dass „die ganze Welt, einschließlich der Vereinigten Staaten, einschließlich all dessen, was wir gekannt und geliebt haben, im Abgrund eines neuen dunklen Zeitalters versinken“ müsste. Daher verlangte er im Juni gegen teilweise Widerstände in der eigenen Regierung, dass keinerlei Zugeständnisse an Deutschland gemacht und der Krieg notfalls von Übersee aus weitergeführt werden sollte.

    Schon am 13. Mai, in seiner ersten Rede als Premierminister, versprach Churchill seinen Landsleuten „nichts als Blut, Mühsal, Tränen und Schweiß“ und stellte fest, dass der „Krieg gegen eine monströse Tyrannei, wie sie nie übertroffen worden ist, im finsteren Katalog der Verbrechen der Menschheit“ nur mit einem „Sieg um jeden Preis“ beendet werden dürfe. In seiner zweiten bekannten Rede aus dieser Zeit (We Shall Fight on the Beaches) stimmte er das englische Volk auf den Widerstand ein. Folglich ignorierte er auch das sogenannte Friedensangebot, das Hitler England in seiner Reichstagsrede vom 19. Juli machte.

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