Gesund durch eine höhere Dosis Gift

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Juli 25, 2007 von wolfgang

Wenn Filmemacher Michael Moore „naiv“ ist, was schon eine recht freundliche Bezeichnung seiner Art zu Denken ist, wie soll man dann einem trotzkistischen Kritiker von Moores Film Sicko bezeichnen? David Walsh (English Version) schreibt auf der Word Socialist Web Site:

Was die Episode in Havanna angeht, gibt es keinen Zweifel, dass die kubanische nationalistische Revolution zu gewissen sozialen Errungenschaften z. B. auf dem Gebiet der Bildung und der Gesundheit geführt hat. Aber es wäre extrem naiv zu glauben, die medizinische Versorgung, die die Mitglieder der amerikanischen Gruppe während des von einem Medienspektakel begleiteten Moore-Besuchs erhielten, sei typisch für die Behandlung, die die kubanischen Arbeiter und Armen bekommen. (…)

As for the Havana sequence, there is no doubt that the Cuban nationalist revolution has produced certain social gains, in the fields of education and health, for example. But it would be the height of naïveté to believe that the medical treatment provided for the members of the American group during Moore’s well-publicized visit is typical of that received by Cuban working people and the poor. In any event, how is one to know?

Amerika bietet eine der besten medizinischen Versorgungen der Welt… für diejenigen, die es sich leisten können. (…)

America offers some of the best health care in the world … for those who can afford it.

Wer glaubt denn, dass eine angemessene Gesundheitsversorgung für jeden Amerikaner von einer der beiden großen Parteien oder im Rahmen des gegenwärtigen politischen und gesellschaftlichen Systems verwirklicht wird? Dazu wäre es nötig, gegen einige der mächtigsten und fest verwurzelten Finanz- und Unternehmens-Interessen des Landes anzutreten.

Who can possibly believe that providing decent health care for every American, which would mean taking on some of the most powerful and entrenched financial-corporate interests in the country, will be accomplished by either of the major parties or within the framework of the present political and social set-up?

Walsh unterstellt Moore Naivität, weil dieser glaubt, dass Problem einer angemessenen Gesundheitsversorgung mit etwas Etatismus lösen zu können, wohingegen jener meint, dass es nur die volle Ladung Etatismus bewerkstelligen könne – die kommunistische Revolution. So wie Walsh zu denken liegt weit außerhalb dessen, was man als unschuldige „Naivität“ bezeichnen könnte – es ist durch und durch intellektuell unehrlich, weil niemand in der Lage ist Fakten zu präsentieren, die glaubhaft machen können, dasss durch eine kommunistische Revolution  solche Verhältnisse geschaffen werden können, die eine bessere Gesundheitsversorgung bewerkstelligen könnten als es in semi-freien und sogar vollständig freien System möglich ist. Nein, nicht Moore hat Recht, sondern John Stossel:

 I want FedEx health care: innovation, new cancer treatments, hip replacements and pain relief. We get that from private-sector competition, not government lethargy.

In einem Streitgespräch zwischen Stossel und Moore bot Stossel dem Filmemacher an, ihm 1.000 $ zu zahlen, wenn er ihm eine Sache nennen könnte, die die Regierung effizienter regeln könne als der private Sektor. Auf diese 1 000 $ dürfte Michael Moore vergeblich hoffen, weil er diese Wette nicht gewinnen kann.

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