Die Rechte von Rauchern und Nichtrauchern

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August 1, 2007 von wolfgang

Ab heute können in einigen Bundesländern Raucher nicht mehr dort rauchen, wo es ihnen die Eigentümer eigentlich erlauben würden (Tagesspiegel):

In Baden-Württemberg und Niedersachsen ist ab sofort der Griff zur Zigarette in Restaurants und Kneipen, Krankenhäusern, Schulen und Landesbehörden verboten. Ausgenommen davon sind abgetrennte Raucherräume. Für Kneipenbesucher, die im Südwesten trotz des Verbots zur Kippe greifen, wird es teuer: Ihnen droht ab August ein Bußgeld von 40 bis 150 Euro. In Niedersachsen werden Verstöße gegen das Nichtrauchergesetz dagegen in den ersten Monaten noch nicht geahndet.

Dazu ein passender Kommentar von Diana Hsieh (wenn auch der Kontext ein anderer war): „Die angemessene Funktion der Regierung ist nicht, uns zu ’schützen‘. Der Zweck der Regierung ist, unsere Rechte zu schützen.“ Da es kein Recht darauf gibt, rauchfreie Atemluft in einer Kneipe atmen zu können (selbst wenn dies tatsächlich gesundheitliche Schäden verursachen würde), hat der Staat auch nicht die Befugnis, den Besitzern derartiger Unternehmen Vorschriften hinsichtlich des Rauchens zu machen. Die nichtrauchende Gäste, wie auch die Angestellten, dieser Gastronomiebetriebe halten sich dort aufgrund ihrer eigenen, unerzwungenen Entscheidung auf, und können natürlich die dort befindlichen Raucher dazu auffordern, diese Tätigkeit einzustellen, oder sie müssen den Rauch akzeptieren als ein normales Lebensrisiko.

7 thoughts on “Die Rechte von Rauchern und Nichtrauchern

  1. Jan sagt:

    >und können natürlich die dort befindlichen Raucher dazu auffordern, diese Tätigkeit einzustellen

    Was ist eigentlich aus dem „Stört es Sie, wenn ich rauche?“ geworden, sollte nicht im Sinne der Rücksichtnahme der potentielle „Störer“ sichergehen, dass er niemanden stört, als dass der potentiell gestörte von sich aus erst rummosern und sich möglicherweise unfreiwillig unbeliebt machen muss? In meinen Augen wäre es eigentlich ein Gebot der Höflichkeit, Anwesende zu fragen ob sie Probleme mit etwas schlechter Luft hätten.

    In dem Zusammenhang fällt mir noch zu „der sie müssen den Rauch akzeptieren als ein normales Lebensrisiko“ ein, dass für mich die Gesundheit gar nicht so ausschlaggebend ist. stinkende Klamotten und der eklige Geschmack auf Lippen und Zunge, den zumindest ich als Nichtraucher nach manchen Abenden in der Kneipe habe sind einfach nur lästig und das Ergebnis von übertriebenem Rauchen in geschlossenen Räumen.

    Verbieten hätte man es meinetwegen nicht müssen, mir scheint jedoch, dass viele Raucher jede Sensibilität dafür verloren haben, wie sehr sie anderen Menschen mit ihrer Raucherei auf den Geist gehen. Dass sich daraus irgendwann eine fanatisch anmutende Anti-Raucher-Stimmung entwickelt, war eigentlich absehbar und nur eine Frage der Zeit. Die Menschen sind halt einfach so…

  2. liberphil sagt:

    Hallo Wolfgang,

    habe kurzfristig umdisponiert und einen neuen Blog anbieter.

    Meine neue HP ist nun http://www.liberphil.blog.de

    Mfg,

    liberphil

  3. Wolfgang sagt:

    Jan, gegen deine vorgeschlagene Frage habe ich keine Einwände. Ich bin kein Raucher, aber selbst der höfliche Raucher wird in einer Kneipe, in der das Raucher durch den Eigentümer erlaubt ist, nicht jeden anwesenden Gast fragen, sondern höchstens diejenigen in seiner unmittelbaren Nähe und sicherlich nicht auch noch die Angestellten. Und ich gebe dir auch Recht, dass abgesehen von der (langfristigen) gesundheitlichen Beeinträchtigung ein gewisser Ekelfaktor vorhanden ist. Nur frage ich mich immer, warum es so wenige Nichtraucherkneipen (ohne Staatsintervention) gibt, wenn die Nichtraucher tatsächlich so unerträglich durch den Rauch belästigt werden.

  4. Jan sagt:

    > warum es so wenige Nichtraucherkneipen (ohne Staatsintervention) gibt

    Ist das nicht offensichtlich? Eine Kneipe, die ihren Kundenkreis künstlich verkleinert macht schlechtere Geschäfte als eine die das nicht tut. Welchen Anreiz hat denn ein Wirt, freiwillig einzelne Gäste auszuschließen?

    Ich bin auch gar nicht völlig davon überzeugt, dass es reine Nichtraucherkneipen unbedingt geben muss. Ich bin allerdings fest davon überzeugt, dass eine größere Rücksichtnahme der Raucher jedes Bestreben hier per Gesetz einzugreifen hätte vermeiden können.

  5. Wolfgang sagt:

    Jan: „…eine größere Rücksichtnahme der Raucher jedes Bestreben hier per Gesetz einzugreifen hätte vermeiden können.“ Waren die Raucher in den 50er oder 60er Jahren rücksichtsvoller als heute? Dass Politiker heute im Jahr 2007 auf die Idee von umfassenden Rauchverboten kommen, hängt wohl eher damit zusammen, dass sie von den Rauchern keinen Widerstand mehr erwarten, da diese für sich selbst akzeptiert haben, dass sie moralischer minderwertiger sind als Nichtraucher. Tatsächlich funktionieren die staatlichen Rauchverboten ja allerorten, sogar in Irland, worauf die Befürworter dieser Verbote dann mit Stolz verweisen. Die Raucher stellen sich brav nach draußen!

  6. Wolfgang sagt:

    Ich denke, das Beispiel der Rauchverbote macht deutlich, dass politische Entwicklungen kulturellen Entwicklungen folgen. Jahren und Jahrzehnten einer Stigmatisierung des Rauchens folgten schließlich die bekannten Verbote

  7. Jan sagt:

    >Waren die Raucher in den 50er oder 60er Jahren rücksichtsvoller als heute?

    Kann ich nicht sagen, weil ich da noch nicht am Leben war. Aber selbst wenn nicht bedeutet dass doch nicht dass es sich nicht gehört hätte, rücksichtsvoll zu sein. Nach meinem subjektiven Eindruck wurde es mit dem Rauchen an manchen Abenden extrem übertrieben. Wenn man in einem Raum kaum noch die Uhr an der anderen Wand erkennen kann, dann hat das so langsam dann doch nichts mehr mit der gemütlichen Zigarette zu tun, sondern ist maßlos übertrieben. Sowas muss wirklich nicht sein und dass sich Leute gegen sowas wehren wollen finde ich verständlich.

    Aber auf ein Verbot hätte ich trotzdem verzichten wollen.

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