Welcher Preis für die Freiheit?

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August 22, 2007 von wolfgang

cicero0807_70x96.jpgGegen Ende eines jeden Monats -vor dem Erscheinen der aktuellen Ausgabe- stellt die Zeitschrift Cicero ihre Texte ins Netz. Bei Leon de Winters Text Der Preis der Freiheit würde man sich allerdings wünschen, dass dieser Text den Sprung von der Druckausgabe ins Internet nie geschafft hätte. Der Text wirkt so als habe der Autor dem Herausgeber einfach den ersten Entwurf geschickt -dort wo der „Primat des Unterbewusstseins gilt“, wie Ayn Rand sagt. De Winters zentrales Argument besteht aus einem Vergleich der amerikanischen Toten in Irak mit den Toten auf den amerikanischen Straßen, obwohl es selbst zugibt, dass dieser Vergleich hinkt. Wenn dieser Vergleich hinkt, warum verwendet ihn de Winter dann, und was sind die Gründe für den seiner Meinung nach unzulässigen Vergleich? Gähnende Leere. De Winter untermauert diesen äußerst abstrusen Vergleich mit pseudowissenschaftlichen Erklärungen, die an den unterschiedlichen Kinderzahlen im Westen und in islamischen Ländern bestimmte Verhaltens- und Denkweisen festmachen will. Eine hohe Kinderzahl, vor allem von Jungen, fördert nach dieser Denkweise Aggressivität, wohingegen die Ein-Kind-Familie sich dem Pazifismus hingibt. Dies wirkt wie ein fader Abklatsch von marxistischer Welterklärungsversuchen, jedenfalls etwas, was man von einem Autoren wie Leon de Winter nicht erwarten würde. In Zusammenhang mit derartigen Analysen hätte sich Leon de Winter  die Frage stellen können, wie die westlichen Nationen trotz eines gewaltigen Bevölkerungszuwachses im 19. Jahrhundert so friedlich bleiben konnten. Welchen Tipp könnte ich Leon de Winter geben, um zukünftig etwas mehr Klarheit in seine Gedanken zu bekommen? Vielleicht sollte er sich zu einem Abonnement der Harry Binswanger List entschließen, der so sehr anders als de Winter über die Vorgänge im Irak schreibt:

Wenn die arabisch-muslimischen Bevölkerungen kulturell nicht so fortschrittlich sind, dass sie die Institutionen einer freien Gesellschaft schätzen, ist das ihr Problem, nicht unseres. Es ist ein Akt der Selbstaufopferung für uns, die Leben unserer Soldaten zu verbrauchen, um sie zu schützen. Wir haben zehn Mal die Macht, die auszulöschen, die uns bedrohen. Warum setzen wir diese Macht nicht ein?

One thought on “Welcher Preis für die Freiheit?

  1. […] Bedeutung, die das Funktionieren der Norm auf Kosten des juridischen Systems des Gsetzes gewinnt. Das Gesetz kann nicht unbewaffnet sein und seine hervorragendste Waffe ist der Tod. Denen, die es übertreten, antwortet es in letzter Instanz mit dieser absoluten Drohung. Eine […]

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