Kai Diekmanns Abrechnung mit den 68ern

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Oktober 22, 2007 von wolfgang

Problematisch an den „Gutmenschen“ ist, dass sie gar nicht gut sind. Wer sich in eine Diskussion mit derartigen „Gutmenschen“ verstrickt oder über sie ein Buch verfaßt, sollte dies deutlich zum Ausdruck bringen. Wer dies nicht tut, wer seinem Widersacher, zumindest implizit, unterstellt, dass er eine legitime moralische Position einnimmt, die allerdings mehr oder weniger unpraktisch ist, begibt sich selbst argumentativ in die Defensive, weil Menschen, nicht zu Unrecht, Interesse an Moral haben, und immer wieder dazu neigen, entsprechend dieser Moral zu handeln. Kai Diekmann, Chefredakteur der BILD Zeitung, hat eine Abrechnung mit den Achtundsechzigern verfaßt, denen er vorwirft, einen Epochenbruch in Richtung „Egozentrik, Mittelmaß und Faulheit“ in der deutschen Gesellschaft bewirkt zu haben (Der große Selbstbetrug):

Wir Deutschen wollen die Korrektesten, die Anständigsten, die moralisch Besten sein auf dieser Welt. Dagegen gäbe es eigentlich gar nichts einzuwenden. Wenn es nicht regelmäßig das Gegenteil dessen hervorriefe, was gesunden Menschenverstand ausmacht.

Einem weiteren Problem dürfte sich Diekmann auch kaum stellen: Inwieweit hat seine eigene Zeitung zu den Zuständen beigetragen, die er so wortreich beklagt?

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