Lang lebe Nokia!

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Januar 21, 2008 von wolfgang

Wenn es moralisch war, dass ein finnisches Unternehmen in Deutschland Produktionskapazitäten (und damit Arbeitsplätze) geschaffen hat, dann wird es jetzt nicht unmoralisch sein, wenn diese Kapazitäten Deutschland verlassen und in Rumänien angesiedelt werden. Vorausgesetzt, das Unternehmen handelt nicht aus irgendwelchen Launen heraus, was allerdings mehr als unwahrscheinlich ist:

„Wir haben die Lage sehr gründlich analysiert, und die Entscheidung basiert auf Fakten“, sagte Nokia-Sprecherin Arja Suominen in Helsinki. (DIE WELT

Dass die Beschäftigten auf die Ankündigung von Nokia wenig erfreut reagieren, ist sicherlich verständlich, allerdings kam diese Entscheidung durchaus nicht überraschend, denn Nokia in Bochum verkörperte das letzte Relikt der Handyproduktion in einem hochentwickelten Industrieland. Was für sie weitaus schlimmer ist als die Schließung ihres Werkes, ist ein von Politikern und Gewerkschaften gechaffenes wirtschaftliches Umfeld, dass es ihnen so schwer macht, wieder einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Partnerschaften können enden, und so bitter dies für die Beteiligten oder auch nur einen von beiden sein mag, so sollte man doch akezptieren, dass Entscheidungen, die dem Eigeninteresse eines Menschen und einer Unternehmens dienen sollen, nicht unmoralisch sind – ganz im Gegenteil. Für Nokia heißt dies im Fall Bochum, dass das Werk im Vergleich zu Rumänien nicht mehr lukrativ betrieben werden kann. An diesen Fakten kann Nokia nicht vorbei. Selbst derzeit noch hohe Gewinne können an dieser Einschätzung nichts ändern, denn der Ratschlag, Arbeitnehmer erst dann entlassen zu dürfen, wenn ein Unternehmen bereits rote Zahlen schreibt, entspräche der Empfehlung an einen Menschen, sich erst um seine Gesundheit zu kümmern, wenn er starke Beschwerden verspüre. Kein sehr vernünfter Vorschlag! Wenn Politiker den Vorgang in Bochum jetzt dazu nutzen, Subventionen in Frage stellen, dann wäre dies in Tat der erste Schritt in Richtung einer Neuordnung unserer Wirtschaftsordnung unter dem Motto des „Laissez faire“.

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