Zum Tod von William F. Buckley

Einer der Vordenker des amerikanischen Konservatismus, William F. Buckley, ist am Mittwoch im Alter von 82 Jahren gestorben. „Er schuf den modernen Konservativismus als eine intellektuelle und dann als eine politische Bewegung“, schreiben die Herausgeber des National Review, der konservativen Zeitschrift, die Buckley 1955 einst gründete. Robert Bidinotto erinnert daran, dass der Katholik Buckley eine Verbindung von Glauben und Freiheit anstrebte, was ihn in einen starken Gegensatz zu einer Säkularistin wie Ayn Rand brachte, der er nach ihrem Tod zwei üble Nachrufe widmete.

Update: Im Diskussionsteil von Rule of Reason schreibt ein Leser, dass Buckley mehrfach versucht hätte, sich bei Ayn Rand für seine Schmähungen zu entschuldigen. Rand wollte allerdings seine Entschuldigungen nicht annehmen.

Michael Gerson schreibt auf newsweek.com, dass Buckley eine Reihe von „Säuberungen“ auf der Rechten durchführte, die unter anderem die Anhänger von Ayn Rand betrafen: „Er machte es möglich, dass man konservativ sein konnte, ohne ein Spinner zu sein.“ Empfehlenswert auch Robert Tracinskis Aufsatz über das Ende des republikanischen „Fusionismus“.

Steuersenkung gegen Steuerflucht

Das Wirtschaftsministerium galt einmal als Bollwerk der Marktwirtschaft innerhalb der Regierung. Wenn es diese Zeiten wirklich gab, müssen sie heute unwiderruflich vorbei sein, denn der Wirtschaftsminister gefällt sich heute in der Rolle eines Mahners, der noch Benzin in das anti-kapitalistische Feuer gießt. In Zusammenhang mit Vorwürfen wegen Steuerhinterziehung gegen den Chef der Deutschen Post AG sagte Wirtschaftsminister Glos:

„Der Fall Zumwinkel und die übrigen sich abzeichnenden Fälle von Steuerflucht zeigen: Wir brauchen in der Wirtschaft die Entfaltung von Selbstreinigungskräften. Unsere Manager müssen Ethos entwickeln.“

Was wir in der Tat bräuchten, wären massive Steuersenkungen, damit die Bürger wieder mehr von dem behalten können, was sie sich erarbeitet haben. Sollte Herr Zumwinkel wirklich Steuern hinterzogen haben, wäre es wirklich nur die Spitze eines Eisbergs, weil Steuerhinterziehung die gesamte Gesellschaft durchzieht, denn die Deutschen lieben zwar den Wohlfahrtsstaat, haben aber wenig Neigung für ihn persönlich zu bezahlen. Dies sollte dem Wirtschaftsminister nicht unbekannt sein. Was wir aber vor allem bräuchten -bei der Intellektuellen, den Politikern und auch den Wahlbürgern- wäre ein neue Ethik des Respekts vor dem Leben und dem Eigentum anderer Menschen. Aber dazu bedürfte es „neuer Intellektueller“, die uns so schmerzlich fehlen.

Distanzierung wovon?

Wer Kandidaten der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) auf seinen Listen kandidieren läßt -wies dies die Partei „Die Linke“ tut-, darf sich nicht wundern, wenn diese Kandidaten nach einer erfolgreichen Wahl ihre kommunistischen Positionen offen äußern, einschließlich einer Rechtfertigung der Mauer oder dem Wunsch nach einer neuen „Staatssicherheit“. Eine pure Distanzierung von solchen Positionen, wie sie der Vorstand der Linkspartei nun äußert, ist keinesfalls ausreichend, denn es geht um mehr als die individuelle Meinung einer einzelnen Abgeordneten. Zumindest hätte der Vorstand sich zu einem Abgrenzungsbeschluss gegenüber der DKP durchringen müssen. Aber das eigentliche Problem liegt tiefer: Der Vorstand distanziert sich von „jeder Form von Diktatur“, aber bekennt sich gleichzeitig auch zum Sozialismus, nennt den Stalinismus nur einen verbrecherischen „Missbrauch“ des Sozialismus. Dies kommt einer Quadratur des Kreises gleich, denn es gibt keinen Sozialismus ohne Diktatur. Sicherlich gibt es in der Linkspartei viele Menschen, vermutlich ist es sogar eine Mehrheit, die subjektiv Mauer, Schiessbefehl und Stasi-Terror ablehnen. Allerdings kommt es auf ihr subjektives Empfinden nicht an, denn wenn sie wirklich Sozialismus wollen, würden genau die von ihnen abgelehnten gesellschaftlichen Zustände des Terrors unvermeidlich eintreten. Die Landtagsabgeordnete Wegner hat dies in brutaler Offenheit ausgesprochen. Das Gegenteil einer Diktatur ist ein Gesellschaftssystem, das uneingeschränkt die Individualrechte -einschließlich der Eigentumsrechte- anerkennt. Eine solche Gesellschaftsordnung heißt Kapitalismus. Von einer solchen Gesellschaftsordnung distanziert sich die Linkspartei in Gänze jeden Tag, und nicht nur die Altkommunisten in ihren Reihen.

Der Neoliberalismus ist nicht gut genug

Martin Lindner, Fraktionschef der Berliner FDP, erinnert uns daran, was der Neoliberalismus n i c h t ist, nämlich Laissez-faire-Kapitalismus:

Der Neoliberalismus ist nach dem Zweiten Weltkrieg gerade als Gegenmodell zum ungezügelten Laisser-faire-Liberalismus des 19. Jahrhunderts entwickelt worden.

Für die Linke mag der Neoliberalismus ein Schreckgespenst sein, aber für die Anhänger des Kapitalismus ist er nur eine Ideologie mit gemischten Prämissen, und deshalb ist er nicht gut genug.

Den amerikanischen Traum erlebt

Funktioniert der amerikanische Traum -vom Tellerwäscher zum Millionär- eigentlich heute noch? Ein junger Amerikaner hat ein interessantes Experiment durchgeführt: Er hat sich selbst arm und obdachlos gemacht, allerdings mit dem Vorsatz, innerhalb von 12 Monaten eine Wohnung, ein Auto und 2 500 $ an Ersparnissen zu haben. Um dieses Ziel zu erreichen, hat er sich allerdings selbst verpflichtet, keine von seinen alten Kontakten zu nutzen und seinen Bildungsabschluss nicht zu erwähnen. Für den Notfall hatte er zwar eine Kreditkarte dabei, allerdings wäre das Projekt auch zu Ende gewesen, wenn er sie benutzt hätte. Hier seine Erfahrungen …

HT: Noodle Food

„Wandel“ – In welchem Sinn?

Seine Anhänger sagen, dass Barack Obama „eine Bewegung“ ist, kein Kandidat. Wohin will er uns bewegen? Zu noch mehr Etatismus und Bürokratie als wir bereits haben? Zu noch weniger Freiheit und mehr Sozialismus, Faschismus und Wohlfahrtsetatismus? Obama mag eine Bewegung anführen. Aber es ist eine Bewegung, die mehr vom gleichen will. Entschuldigung. Weder seine Hautfarbe noch sein Charme können daran etwas ändern.

Michael Hurd

Mark Steyn über John McCain

steyn_small.jpgMark Steyn (Foto – Steyns Aufsatz wird auch vom National Review Online veröffentlicht, dort allerdings unter einem anderen Titel) ist sicherlich kein großer Freund von John McCain („Mein Freunde, jeder einzelne von uns hat die Pflicht, einer Sache zu dienen, die größer ist als unser eigenes Selbstinteresse.“ – Dieses Motto findet sich auf der Website des Präsidentschaftskandidaten):

Für einen gewissen Prozentsatz der Wähler ist McCain tonal ein Konservativer, und dies übertrumpft die Tatsache, dass eine Menge von seinen politischen Vorstellungen zutiefst unkonservativ sind.

Wie große die Abneigung gegenüber McCain im konservativen Lager ist, macht auch ein Aufsatz auf der Website des konservativen National Review deutlich, wo der Autor Andrew C. McCarthy den Behauptungen der McCain-Anhänger, dass dieser nie Steuererhöhungen zugestimmt habe, entgegenhält, dass McCains politische Vorstellungen zum „Klimaschutz“ zu der gewaltigsten Steuererhöhung in der amerikanischen Geschichte führen würde.

Die Präsidentschaftswahl aussitzen?

Der Psychologe Michael Hurd wird von einem Leser gefragt, wie er sich bei den Präsidentschaftswahlen verhalten wird. Hurd antwortet, dass er entweder widerwillig für McCain stimmen wird oder die Wahl aussitzen wird. Auf keinen Fall käme für ihn allerdings die Wahl von expliziten Sozialisten-Etatisten wie Obama oder Senatorin Clinton in Frage. McCain bezeichnet er als psychologisch und persönlich „instabile“ Persönlichkeit. Hurd hält ihn für krank, wobei die Frage ist, wie krank. Was seine Politik angehe, habe er den Eindruck, dass McCain Kriege einfach mag: „

Er glorifiziert Märtyrertum und Aufopferung, und ich denke, er meint es wirklich so.

Der Beitrag von Michael Hurd wirkt wie ein wenig überzeugendes Plädoyer für McCain, wozu er eigentlich nur kommen kann, weil er Obama und Frau Clinton in ein besoders gruseliges Licht taucht, um McCain dann irgendwie noch als „kleineres Übel“ durchgehen zu lassen. Aber mag die Wahl für Präsident Bush vor vier Jahren noch in gewisserweise gerechtfertigt gewesen sein, so sollte im Falle McCain nicht die deutlich negativere und hartnäckerige ideologische Festlegung des John McCain nicht vergessen werden. Auf seiner Website steht in deutlichen Lettern: „A Cause Greater Than Your Self-Interest…“ Gibt es derartig explizite Aussagen zugunsten des persönlichen Opfers für eine „größere Sache“ bei Obama oder Frau Clinton? In einem Beitrag auf seinem Blog hält Robert Bidinotto McCain im Vergleich zu Präsident Bush für den erheblich schlimmeren Politiker:

„Weder Bush noch McCain folgen irgendeiner systematischen Ideologie; somit kann man beide als Pragmatiker bezeichnen. Aber anders als Bush hat McCain einige besonders giftige Ideen aus der progressiven Ideologie aufgegriffen, und er hält an ihnen fest wie ein Bullterrrier. Deswegen wäre McCain ein viel schlimmerer und weit gefährlicherer Präsident als der weitgehend steuerlose George W. Bush.“

Bloss nicht McCain

Der Super-Dienstag in den USA ist vorbei und John McCain marschiert in Riesenschritten auf die Präsidentschaftskandidatur der Republikanischen Partei zu. Robert Bidinotto warnt in einem lesenswerten Beitrag noch einmal eindringlich vor diesem Kandidaten, der -nach dem „mitfühlenden Konservatismus“ von George W. Bush- ein „weiteres ideologisches Desaster für die Partei, und die Nation“ bedeuten würde. Aller Voraussicht steht uns eine Wahlentscheidung bevor zwischen einem „Tweedledee liberal progressivism“ und einem „Tweedledum conservative progressivism“. Für die letztgenannte etatistische Variante steht John McCain und sein Sieg wäre ein schwerer Schlag für alle individualistischen Kräfte in der Republikanischen Partei.

Alan Reynolds schreibt auf dem Blog Cato at Liberty, dass Mc Cain eine Reinkarnation von „Ike“ (Ex-Präsident Dwight w. Eisenhower) sei: „Es sieht große nationale Ehre in der Aufopferung (des Steuerzahlers), in einem staatlichen Zwangsdienst etc.“