„Obama, erster Demagoge seit den 30er-Jahren“

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März 18, 2008 von wolfgang

Ob Barack Obama wirklich der erste Demagoge in den USA seit den 30er Jahren ist, möchte ich zwar bezweifeln, aber Norman Podhoretz Einschätzung des demokratischen Kandidaten scheint mir durchaus zutreffend zu sein, denn unter einem Demagogen würde ich einen Politiker subsumieren, der versucht an die irrationalen Gefühle seiner Anhänger zu appellieren oder diese erst zu entfachen, und Obama spielt perfekt auf dieser Klaviatur, auch wenn seine Melodie so geschmeidig und scheinbar menschenfreundlich klingt:

Ich glaube, Barack Obama ist der erste Demagoge in der amerikanischen Politik seit den Dreißigerjahren. „Demagoge“ ist ein Wort, das selten auf ihn angewandt wird, aber es trifft genau. Demagogen appellieren an die Ängste, an den Ehrgeiz der Gemeinschaften, die sie vertreten. Just das tut Obama. Er wird häufig kritisiert, weil er so vage sei. Jene, die diese Kritik üben, verstehen nicht, dass ja gerade das seinen Zauber ausmacht! Die Leute wollen von Obama keinen Zehn-Punkte-Plan zur Gesundheitsreform hören. Sie würden dabei sowieso einschlafen. Statt dessen redet er unablässig von „Wandel“ und von „Hoffnung“, ein billiger Trick – aber er funktioniert.

Auch Thomas Sowell verwendet in seinem Artikel den Begriff Demagoge, und man kann fast davon ausgehen, dass er Obama meint, wenn er schreibt, dass ein schwarzer Demagoge auch nicht anders behandelt werden sollte als ein weißer.

Von seinen Mentor, Pastor Jeremiah Wright, muße Obama sich jetzt distanzieren -er wolle ihn aber nicht „verstoßen“, da dieser ihm Jesus nahe gebracht habe- nachdem von diesem rassistische (gegenüber Weißen) und anti-amerikanische Äußerungen bekannt geworden waren.

7 thoughts on “„Obama, erster Demagoge seit den 30er-Jahren“

  1. DDH sagt:

    Ganz schön mutig, nach 8 Jahren Clinton-Demagogie und 8 Jahren Bush-Demagogie hier solche Testate auszustellen. Alle Achtung! Objektivisten haben nichts gegen Demagogen – nur etabliert müssen sie schon sein, gell?

  2. Der Umstand, dass die Politik sämtlicher westlicher Gesellschaften heute voll von Demagogen ist, und generell auf kollektivistisch-sozialmetaphysischer Grundlage geführt wird — Was muss ich sagen, um in dieser oder jener Wählergruppe mehr Unterstützung zu bekommen? — ist doch noch lange kein Gegenargument dagegen, einen von der Sorte auch beim Namen zu nennen. Aber ich weiß ja, dass Obama derzeit dein pet politician ist. Mal sehen, wie lange, wenn er erst einmal die Präsidentschaft inne hat.

  3. Wolfgang sagt:

    Dominik, ich kenne nicht alle amerikanischen aus den letzten Jahrzehnten en Detail, aber ich hatte gerade Podhoretz Behauptung bezweifelt, dass Obama der erste seit den dreißiger Jahren ist. Man wohl davon ausgehen, dass alle Spitzenpolitiker in den letzen Jahrzehnten mehr oder weniger demagogisch aufgetreten sind.

  4. Wolfgang sagt:

    Der Artikel aus der JP, den Bernd erwähnt, ist skeptisch gegenüber Obama aus israelischer Sicht, weil sich Obama mit Beratern umgeben hat, die Israel nicht besonders freundlich gesonnen sind. Außerdem erwähnt der Artikel den bereits bekannten Pastor Wright, der durch „virulent anti-Israel remarks“ aufgefallen sein soll.

  5. DDH sagt:

    Bislang das klügste, was ich zu „Pfaffengate“ gelesen habe:

    http://positiveliberty.com/2008/03/obamas-rorschach-test.html

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