Klimawandel … auf dem Jupiter

Ob dies auch irgendwie die Schuld der Menschheit ist?

Der größte Planet unseres Sonnensystems befindet sich offenbar inmitten eines globalen Klimawandels. Darauf deutet die Entstehung eines weiteren Wirbelsturms hin. (Focus)

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Köhler auf den Spuren der Linkspartei

Der amtierenden Bundespräsident wird in einem Jahr vermutlich mit mindestens mit einem Gegenkandidaten rechnen müssen, und über eine Alternative zu diesen obersten Repräsentanten des Staates sollte in der Tat dringend nachgedacht werden, denn Köhler zeigt in Bezug auf die Finanzmärkte einen Emotionalismus wie man ihn ansonsten nur von Oskar Lafontaine kennt:

Die globale Finanzindustrie ist nach Ansicht von Bundespräsident Horst Köhler zu einem „Monster“ mit immer weniger Bezug zur Realwirtschaft mutiert. „Wir waren nahe dran an einem Zusammenbruch der Weltfinanzmärkte“, sagte das Staatsoberhaupt in einem am Mittwoch veröffentlichten „Stern“-Interview. (FAZ)

Bob Barr will Präsident werden

Der Favorit hat sich durchgesetzt, wenn auch erst im 6. Wahlgang mit 324 zu 276 Stimmen gegen die libertär-puristische Aktivistin Mary Ruwart: Bob Barr (Vizepräsidentschaftskandidat: Wayne Allyn Root), ein ehemaliger Kongressabgeordneter der Republikaner, nimmt für den Libertarian Party an den amerikanischen Präsidentschaftswahlen teil – wenn sich auch die Frage stellt, in wieviel Staaten er überhaupt auf dem Wahlzettel stehen wird, denn die LP hat keinen automatischen Zugang zu den Kandidatenlisten in den einzelnen Staaten, sondern muss Unterschriften sammeln. Barr erwartet, dass seine Name in 49 von 57 auf dem Stimmzettel stehen wird. Barr selbst äußerst, dass er antritt, um zu gewinenn, aber realistischerweise hat er keine Chance tatsächlich zum Präsidenten gewählt zu werden, aber er könnte sich doch für John McCain zu einem störenden Element entwickeln (Newsweek, der Standard schreibt: Konkurrenz für McCain)), wenn Barr sich tatsächlich in den Bereich von 3 – 6 % vorarbeiten könnte. Die LP selbst scheint tatsächlich enorm optimistisch zu sein, und spricht gar davon, dass die Demokraten und Republikaner guten Grund hätten, diesen Kandidaten zu fürchten. So heißt es zumindest in einer Presseerklärung. Dass sie sich für Barr entschieden hat, den man mehr für einen Konservativen (siehe auch hier: -Barr was a drug warrior -Barr voted for the Patriot Act…) als einen typischen Libertären halten kann, zeigt zumindest, dass sie unbedingt einen Wahlerfolg will, oder sogar braucht, und sie deshalb die „Kröte“ Bob Barr schluckt. Auf der Website der Partei entschieden sich immerhin 87 % der Teilnehmer an einer Umfrage (409 Stimmen insgesamt) im April dafür, einen Kandidaten zu nominieren, der die Ideen der LP auch außerhalb der Partei kommunizieren kann. Außerhalb der Partei mit Wählern kommunizieren, dies kann Bob Barr sicherlich, es fragt sich allerdings, ob es nicht doch mehr seine konservative Agenda unter einem libertären Umhang sein wird als purer Libertarianismus. Im Jahr 2002 nannte die LP Bob Barr schließlich noch den „schlimmsten Drogenkrieger“ im Kongress.

Lafontaine: Mut zur eigenen Sprache

Kann die „Kommunistische Plattform“ mit der Rede von Oskar Lafontaine, die er gestern auf dem Parteitag der Linkspartei in Cottbus hielt, zufrieden sein? Antwort: Ja, sie kann, denn der Parteivorsitzende Lafontaine schreibt nicht nur die deutsche Geschichte aus kommunistischer Sicht um, sondern fordert auch eine Rückkehr zur dialektischen Begriffsverwirrung, wo sie aus den kommunistischen Staaten so überreichlich bekannt ist – Lohnnebenkosten sind keine Lohnnebenkosten, wenn die Partei es so will, denn sie dienen ja einem guten Zweck, und so werden aus ihnen, vielleicht, „Solidaritätsbeiträge“:

Man muss sogar den Mut haben, seine eigene Sprache zu sprechen.

Und nun ein weiteres interessantes Zitat: „Es gehört zum heillosen Zustand, dass auch der ehrlichste Reformer, der in abgegriffener Sprache die Neuerung empfiehlt, durch Übernahme des eingeschliffenen Kategorieapparates und der dahinter stehenden schlechten Philosophie die Macht des Bestehenden verstärkt, die er brechen möchte.“ Das schrieben Horckheimer und Adorno schon in der Dialektik der Aufklärung 1947. Mit anderen Worten, die Herausforderung an die LINKE ist folgende: Wer die Sprache der Herrschenden spricht, verfestigt die bestehenden Zustände. Und, liebe Freundinnen und Freunde, das ist eine große Herausforderung.

Ein Standardbeispiel für diesen Mechanismus ist der Begriff Lohnnebenkosten. Alle mit uns konkurrierenden Parteien wollen die Lohnnebenkosten senken. Das heißt, sie wollen das Geld, darauf ist Lothar bereits eingegangen, für Rentner, Arbeitslose, Kranke und Pflegebedürftige kürzen. Ein einziger Begriff, nicht die Politikerinnen und Politiker, ich sage das jetzt sehr zugespitzt, ein einziger Begriff bestimmte ganz wesentlich die Politik der letzten Jahre. DIE LINKE muss ihre eigene Sprache finden, besser noch zur Dialektik zurückkehren. Dialektiker sein, heißt, den Wind der Geschichte in den Segeln haben. Die Segel sind die Begriffe. Es genügt aber nicht, über die Segel zu verfügen. Die Kunst ist, sie setzen zu können. Das ist das entscheidende. – Soweit Walter Benjamin.

Mehr Hoffenheims, überall!!!

Wirkliche Fussballfans müßten sich über den Aufstieg des TSG 1899 Hoffenheim in die 1. Bundesliga eigentlich freuen, zumindest Respekt zeigen, denn der Hochgeschwindigkeitsfussball dieser Mannschaft war wirklich beeindruckend, aber Anti-Kapitalismus macht natürlich nicht vor der Bundesliga halt, und unter den Fussballfans in Mannheim -wo Hoffenheim seine Heimspiele bis zur Fertigstellung des neuen Stadions austragen will- grassiert schon kräftig der Neid:

Unter lebhafter Anteilnahme wird dazu aufgerufen, alle Karten für den Block der treuesten Mannheimer Fans aufzukaufen und in Waldhof-Kluft zu den Spielen der Hoffenheimer zu gehen. Es gelte, „dem Kapitalismus des TSV Hoppenheim Paroli zu bieten.“

Auch Sponsor Dietmar Hopp -auf den der Ausdruck „Hoppenheim“ anspielt- hat kein Verständnis für den Hass und Neid:

„Hätte ich ihren Verein unterstützt, lägen mir dieselben Leute heute zu Füßen. Das ist verlogen“, sagte er jüngst der Zeitschrift „Capital“. Aufgrund der ständigen Anfeindungen fährt er mittlerweile zu keinem Auswärtsspiel mehr.

Kritik von „rechts“ an John McCain

John McCain soll beunruhigt sein über eine Präsidentschaftskandidatur des Ex-Republikaners Bob Barr, die für Libertarian Party ins Rennen steigen möchte, wie Espace aus der Schweiz berichtet. Sollte Barr tatsächlich in der Lage sein, Stimmen zu gewinnen, die alternativ McCain zufallen würden, wäre seine Kandidatur in der Tat höchst nützlich, denn dieser „Konservative der nationalen Größe“ sollte den Amerikanern erspart bleiben:

Bob Barr, von 1995 bis 2003 Kongressabgeordneter der Republikaner, inzwischen Mitglied der Libertären Partei, will sich auf deren Parteitag Ende Mai in Denver als Präsidentschaftskandidat aufstellen lassen.(…) Barr will sich rechts von deren designiertem Präsidentschaftsbewerber John McCain positionieren. Der Senator aus Arizona, schimpfte der 59-jährige Ex-Republikaner, könne sich «nicht ohne Schamesröte einen Konservativen» nennen. Barr wettert gegen die Regierung, die unter George W. Bush immer weiter aufgeblasen worden sei. Er lehnt staatliche Überwachung und die im Zuge der Terrorabwehr erfolgten Eingriffe in bürgerliche Rechte ab. Er will die Truppen aus dem Irak heimholen, das weltweite Netz von Militärstützpunkten abbauen und die Rolle der USA als Weltpolizist beenden.

Die 68er gegen den Liberalismus

Götz Aly war dabei, im berühmt-berüchtigten Jahr 1968, das einer ganzen Bewegung den Namen gab. Aber anders als viele andere, die auch dabei waren, hat er sich ideologisch von dieser neomarxistischen Revolte gelöst, was ihm seine ehemaligen Genossen heute übel nehmen, wie Diskussionsveranstaltungen mit Aly über sein neues Buch (Unser Kampf) über die „68er“ deutlich zeigen. Verblüffend übrigens, wie positiv ein libertärer Vordenker wie Stefan Blankertz diese Bewegung bewertet, was Rückschlüsse darauf zuläßt, wie eine libertäre Massenbewegung inhaltlich und von ihren Methoden her ausssehen könnte. In einem Interview mit der österreichischen Zeitung DIE PRESSE sagt Aly:

Die Behauptung, das Radikale sei nur ein Auswuchs gewesen, weise ich zurück. Das Ausmaß kann man an den Auflagen der Mao-Tse-tung-, Guerillakriegs- und Revolutionselogen ablesen, die sofort Auflagen von 100.000 oder 150.000 Exemplaren erzielten. Diejenigen, die sich heute milde an ’68 erinnern, spalten diese gewalttätigen, totalitären Seiten ab und sagen, wir hörten andere Musik, pfiffen uns gelegentlich Drogen ein, veranstalteten sexuelle Lockerungsübungen und wollten das Land demokratisieren. Von all dem kann am Rand die Rede sein. Liest man heute beispielsweise die Texte von Rudi Dutschke, wird selbst der schwelgerischste 68er das als schwere Zumutung empfinden. Die Revolte richtete sich gegen den Liberalismus, verschrieb sich rasch dem Freund-Feind-Denken, verlor sich im antiparlamentarischen Doktrinarismus und in Gewalt. Die Liberalen und damit potenziellen Vermittler, die schon als Reformer am Werk waren, wurden an die Wand gedrückt. Das war der Sündenfall der deutschen 68er.