Die 68er gegen den Liberalismus

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Mai 10, 2008 von wolfgang

Götz Aly war dabei, im berühmt-berüchtigten Jahr 1968, das einer ganzen Bewegung den Namen gab. Aber anders als viele andere, die auch dabei waren, hat er sich ideologisch von dieser neomarxistischen Revolte gelöst, was ihm seine ehemaligen Genossen heute übel nehmen, wie Diskussionsveranstaltungen mit Aly über sein neues Buch (Unser Kampf) über die „68er“ deutlich zeigen. Verblüffend übrigens, wie positiv ein libertärer Vordenker wie Stefan Blankertz diese Bewegung bewertet, was Rückschlüsse darauf zuläßt, wie eine libertäre Massenbewegung inhaltlich und von ihren Methoden her ausssehen könnte. In einem Interview mit der österreichischen Zeitung DIE PRESSE sagt Aly:

Die Behauptung, das Radikale sei nur ein Auswuchs gewesen, weise ich zurück. Das Ausmaß kann man an den Auflagen der Mao-Tse-tung-, Guerillakriegs- und Revolutionselogen ablesen, die sofort Auflagen von 100.000 oder 150.000 Exemplaren erzielten. Diejenigen, die sich heute milde an ’68 erinnern, spalten diese gewalttätigen, totalitären Seiten ab und sagen, wir hörten andere Musik, pfiffen uns gelegentlich Drogen ein, veranstalteten sexuelle Lockerungsübungen und wollten das Land demokratisieren. Von all dem kann am Rand die Rede sein. Liest man heute beispielsweise die Texte von Rudi Dutschke, wird selbst der schwelgerischste 68er das als schwere Zumutung empfinden. Die Revolte richtete sich gegen den Liberalismus, verschrieb sich rasch dem Freund-Feind-Denken, verlor sich im antiparlamentarischen Doktrinarismus und in Gewalt. Die Liberalen und damit potenziellen Vermittler, die schon als Reformer am Werk waren, wurden an die Wand gedrückt. Das war der Sündenfall der deutschen 68er.

One thought on “Die 68er gegen den Liberalismus

  1. DDH sagt:

    So? Was für Rückschlüsse denn?

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