Bob Barr will Präsident werden

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Mai 26, 2008 von wolfgang

Der Favorit hat sich durchgesetzt, wenn auch erst im 6. Wahlgang mit 324 zu 276 Stimmen gegen die libertär-puristische Aktivistin Mary Ruwart: Bob Barr (Vizepräsidentschaftskandidat: Wayne Allyn Root), ein ehemaliger Kongressabgeordneter der Republikaner, nimmt für den Libertarian Party an den amerikanischen Präsidentschaftswahlen teil – wenn sich auch die Frage stellt, in wieviel Staaten er überhaupt auf dem Wahlzettel stehen wird, denn die LP hat keinen automatischen Zugang zu den Kandidatenlisten in den einzelnen Staaten, sondern muss Unterschriften sammeln. Barr erwartet, dass seine Name in 49 von 57 auf dem Stimmzettel stehen wird. Barr selbst äußerst, dass er antritt, um zu gewinenn, aber realistischerweise hat er keine Chance tatsächlich zum Präsidenten gewählt zu werden, aber er könnte sich doch für John McCain zu einem störenden Element entwickeln (Newsweek, der Standard schreibt: Konkurrenz für McCain)), wenn Barr sich tatsächlich in den Bereich von 3 – 6 % vorarbeiten könnte. Die LP selbst scheint tatsächlich enorm optimistisch zu sein, und spricht gar davon, dass die Demokraten und Republikaner guten Grund hätten, diesen Kandidaten zu fürchten. So heißt es zumindest in einer Presseerklärung. Dass sie sich für Barr entschieden hat, den man mehr für einen Konservativen (siehe auch hier: -Barr was a drug warrior -Barr voted for the Patriot Act…) als einen typischen Libertären halten kann, zeigt zumindest, dass sie unbedingt einen Wahlerfolg will, oder sogar braucht, und sie deshalb die „Kröte“ Bob Barr schluckt. Auf der Website der Partei entschieden sich immerhin 87 % der Teilnehmer an einer Umfrage (409 Stimmen insgesamt) im April dafür, einen Kandidaten zu nominieren, der die Ideen der LP auch außerhalb der Partei kommunizieren kann. Außerhalb der Partei mit Wählern kommunizieren, dies kann Bob Barr sicherlich, es fragt sich allerdings, ob es nicht doch mehr seine konservative Agenda unter einem libertären Umhang sein wird als purer Libertarianismus. Im Jahr 2002 nannte die LP Bob Barr schließlich noch den „schlimmsten Drogenkrieger“ im Kongress.

3 thoughts on “Bob Barr will Präsident werden

  1. HUNDEPOPEL sagt:

    In puncto Barr kann momentan alles nur Spekualtion sein. Schafft er es auf den Wahlschein, steht die Prozentfrage bei der Wahl ins Haus. Mit 3 – 4 Prozent kann er, aber muß keine Gefahr für den Republikaner sein.

    Szenario: Mit großem Prozentgewinn kann er durchaus Mc Cain aus dem Rennen werfen. Obama würde Präsident.. 1992
    hat Ross Perot, ein Unabhängiger, es vorgemacht. Sensationelle 18,9 Prozent waren das Aus für Bush Senior.

    Es stimmt, Barr ist eigentlich ein Konservativer. Erzielt er einen Stimmengewinn knapp unter der Marge, die Mc Cain benötigt, um über Obama zu siegen, dürfte er der nächste Vice-President sein. Die Zahlen würden dies dann diktieren aus Gründen der Einheit des Konservativen Lagers. Darüber hinaus sind sich Barr und Mc Cain bestimmt nicht unsympathisch, beide vom Typ eines Haudegens.Amerika würde mit diesen beiden eine glückliche, starke Zeit haben.

    Kommt es zu einem Gespann Mc Cain/Barr, könnte Barr schon an eine erfolgreiche Kandidatur für´s nächste Mal denken. Ein kleines Maß an Spannung wäre latent die ganze Legislatur hindurch präsent.

    Aber im Grunde ist auch Barr diszipliniert genug, um Schaden in der Nationalen Frage zu vermeiden.

    Alles in allem, es könnte zwei Wahlperioden Mc Cain/Barr geben und anschließend einen Präsidenten Barr, sofern noch auf der Höhe der Kräfte.

    Dies wäre denn tatsächlich ein Goldenes Zeitalter für die USA, das Land würde über sich hinauswachsen können mit einem gewaltigen Arsenal an gesellschaftlichen und globalen Folgen.

    Schluß mit Spekulation — aber ein Imperium Americanum könnten Mc Cain/Barr denn doch initieren, das ist drin !

  2. Wolfgang sagt:

    John McCain wird sicherlich nicht Bob Barr zu seinem Vizepräsidentschaftskandidaten machen. Barr ist Kandidat einer gegnerischen Partei und wird dies sicherlich auch bleiben. Mc Cain wird einen Kandidaten wählen, der die Skepsis auf dem rechten Flügel seiner Partei abbauen kann.

  3. Jedenfalls demonstriert das, dass die sog. „Party of Principle“ in der Tat von Prinzipien nicht ganz so viel hält.

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