Die Linke mag Jack Bauer nicht

Am Montag startete auf PRO SIEBEN die 6. Staffel der amerikanischen Erfolgsserie „24“. Jack Bauer, der Mann aus Stahl, ist zurück, und obwohl er nach erlittenen Folterungen im chinesischen Gefängnis wie ein Wrack wirkt, findet er schnell zu alter Stärke zurück, denn auch dieses Mal gilt es wieder, sich einem barbarischem Feind zu stellen. Und dieser Feind darf nicht auf Mitgefühl bei einem Jack Bauer hoffen, denn seine Mitmenschlichkeit ist sehr selektiv. Unser Held leidet mit den Unschuldigen und es bereitet ihm Qualen, ihnen nicht helfen zu können, aber die Terroristen sind für ihn nur ein Krebsgeschwür, das ausgeschnitten werden muss. Und wenn ihm das entsprechende Besteck fehlt, nimmt er auch seine Zähne. Wirklich!

Der Stern mag Bauer nicht!

Advertisements

Gesine Schwan mit „freiheitlichem Profil“

Noch jemand, der sich zum Kapitalismus bekennt –Gesine Schwan-, aber eigentlich auch nicht, denn Demokratie und Kapitalismus sind leider nicht identisch:

Schwan hingegen will Vertrauen schaffen, auch in das Wirtschaftssystem: „Kapitalistische Marktwirtschaft und Demokratie haben die gleichen Wurzeln: den Liberalismus“, sagte sie. Lebhaft applaudierten ihr da die SPD-Abgeordneten, von denen einige sie zuvor kritisiert hatten, weil sie auch bei den Linken um Stimmen werben will. Gestern meinte sie dazu nur, sie hoffe auf Stimmen aus allen Parteien.

Wer rettet die SPD?

Bettina Röhl verwirrt ein wenig:

Kurt Beck ist nicht das vorrangige Problem der SPD. Frank-Walter Steinmeier ist nicht die Lösung. Die Lösung ist ein emphatisches Bekenntnis zum Kapitalismus. Sich an der Systemfrage feige vorbei zu schleichen, wie die SPD es notorisch tut, funktioniert nicht.

Ein „emphatisches Bekenntnis“ zum Kapitalismus – soetwas findet man nicht einmal bei FDP oder CDU/CSU. Bettina Röhl meint aber eigentlich die Quadratur des Kreises: Die SPD möge sich zum Kapitalismus bekennen, sich aber gleichzeitig als „humanistisches Korrektiv“ anbieten. Dieser „Kapitalismus mit menschlichem Antlitz“ wäre ein gerupfter Kapitalismus, die Einführung von Elementen des Zwangs in ein System der Freiheit, das Schütten von Jauche in Wein. Aber Frau Röhl schreibt auch: „Ein bisschen Kapitalismus gibt es nicht.“

Der ideenlose Bundespräsident

Hier gibt es den Wortlaut der Rede von Bundespräsident Horst Köhler, die dieser am Dienstag in Berlin gehalten hat. Hier gibt es einen Artikel von Yaron Brook, Präsident des Ayn Rand Institute, für Forbes.com. Brook verteidigt in seinem Beitrag das Profitmotiv, Köhler nicht. Köhler scheint davon auszugehen, dass Gewinne der Unternehmen gut seien, solange sie dem „Allgemeinwohl“ dienen:

Die Unternehmen in Deutschland haben in den vergangenen Jahren ordentliche Gewinne erzielt. Der Löwenanteil sollte in den schöpferischen Kern unserer Wirtschaft zurückfließen, in Forschung und Entwicklung eben, in die Modernisierung der Betriebe und die Schulung der Mitarbeiter. Für gute Unternehmer ist das selbstverständlich. Sie können ihren Mitbürgern ruhig mehr darüber berichten, wie Gewinne zur Aussaat für die nächste Ernte werden und immer neue Arbeit schaffen.

Bob Barrs Alternative

Nach den beiden Favoriten für die amerikanische Präsidentschaft, nun zu einem Außenseiter: Bob Barr von den Libertarians. Er kritisierte gestern auf einer Pressekonferenz (The American Spectator) die „kriegerische Haltung“ der Regierung Bush gegenüber dem Iran, wovon ich allerdings bisher so gar nichts mitbekommen habe. Eine kriegerische Aktion gegen den Iran nannte der ehemalige Republikaner „unnötig, kontraproduktiv, kostspielig und gefährlich.“ Bemerkenswert an Barrs Äußerungen ist allerdings, dass er Präventivkriege keineswegs grundsätzlich ausgeschlossen hat, sondern darauf verweist, dass sie bei einer unmittelbaren Bedrohung zulässig seien.

Obama, der neue Linke

Obama gegen Mc Cain – diese Namen stehen nicht für grundlegende Alternativen, sondern sind nur Varianten kollektivistischer Weltsichten, eigentlich eine Schande für Amerika. Gestern Mc Cain, heute Obama (Deutschlandfunk):

Wenn ein Kind im Süden Chicagos nicht lesen kann, geht das mich an, auch wenn es nicht mein Kind ist. Wenn ein Rentner die Arznei nicht bezahlen kann und zwischen Medizin und Miete wählen muss, macht das mein Leben ärmer, auch wenn es nicht meine Großeltern sind. Wenn eine Familie arabischer Abstammung festgehalten wird, ohne Anwalt oder normales Verfahren, bedroht das meine Bürgerrechte. Es ist die Grundüberzeugung – Ich bin der Hüter meines Bruders, der Hüter meiner Schwester -, die dieses Land in Gang hält, die uns erlaubt, eigene Träume zu verfolgen und uns doch als die eine amerikanische Familie zu fühlen.

Mc Cain, der Neocon

Ich möchte nicht behaupten, dass dieser Kommentar von vorne bis hinten richtig ist, aber über John Mc Cain scheint er mir doch sehr viel Wahres auszusagen (FTD) :

McCain stellt aufgrund seiner politischen Grundeinstellung, seiner bisherigen praktischen Politik und vor allem seiner Persönlichkeit ein Problem dar. Seine Ideologie und die seiner wichtigsten Berater ist neokonservativ. Früher galt McCain als konservativer Realist alter Schule. Doch inzwischen dienen die Realpolitiker in seinem Team nur noch zur Dekoration. (…) Auch McCain glaubt an den „Konservativismus der nationalen Größe“, wie Kristol es nennt. Schon 1999 sagte McCain: „Die USA sind das Land, ohne das es nicht geht. Wir haben bewiesen, dass wir die stärkste Kraft in der Geschichte der Menschheit sind, die für das Gute eintritt (…). Wir sind fest entschlossen, unsere Vorreiterrolle in der Weltpolitik weiter zum Wohle der Menschheit zu nutzen.“

Horst Köhler, der religiöse Kandidat

Sollte Horst Köhler Bundespräsident bleiben? Vielleicht nicht wirklich die wichtigste politische Frage in Deutschland, aber wenn unser Bundespräsident wenigstens ein glaubwürdiger Repräsentant eines sakulären Staates sein sollte, dann ist Horst Köhler kein guter Kandidat:

Der deutsche Bundespräsident,Horst Köhler, sagte bei dem Besuch einer Bibliothek, dass die Bibel -nach wie vor- das wichtigste Buch ist. (aus einem Leserbrief)

Bundespräsident Horst Köhler hat dies so formuliert: „Mit dem Eintritt des Christentums in die antike Welt bekam die moralische Pflicht zur Hilfe und Fürsorge für den anderen eine Dringlichkeit, die es vorher und anders-wo so nicht gegeben hatte. Das Gebot der Nächstenliebe wurde direkt mit dem Ver-hältnis zu Gott verknüpft. Und der Nächste, das war potentiell jeder andere, gerade der Ärmste. Die tägliche Praxis der ersten Christen, sich um die Armen und Kranken, die Witwen und Waisen zu kümmern, war die sichtbare Seite eines neuen Verhält-nisses zum anderen, der einen angeht. Diese gelebte Solidarität und der Geist, aus dem sie stammt, haben Europa tief geprägt, zivilisiert und mit zu dem gemacht, was es ist.“ (Die neue Ordnung)

Oh, Freude! Die katholische Welt hat ein neues Oberhaupt. Oh, Stolz! Es ist ein Deutscher. So tönte BILD weiter. Auch Bundespräsident Horst Köhler verkündete – im Namen des Volkes – gewohnt patriotisch: Dass ein Landsmann Papst geworden ist, erfüllt uns in Deutschland mit besonderer Freude und auch ein wenig mit Stolz. (IBKA)

Quasi zeitgleich mit der Einführung der Quotenregelung für Frauen bei den Vorschlagslisten der Ministerpräsidenten (durch Bundespräsident Horst Köhler) erhielt Ihre Durchlaucht (Fürstin Gloria) im September 2006 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (ohne Band) für ihre Leistungen, die „im Bereich der politischen, der wirtschaftlich-sozialen und der geistigen Arbeit (beim) Wiederaufbau des Vaterlandes dienten. (Das Bundesverdienstkreuz) soll eine Auszeichnung all derer bedeuten, deren Wirken zum friedlichen Aufstieg der Bundesrepublik Deutschland beiträgt.“ (hpd)

„Der Glaube an Gott garantiert nicht, morgen einen Job zu finden, aber er gibt Menschen eine Grundzuversicht.“ Mit diesen Worten hat Bundespräsident Horst Köhler rund 150 junge Menschen bei einem Empfang im Berliner Schloss Bellevue ermutigt, sich gesellschaftlich und politisch einzubringen. (hpd)

Bundespräsident Horst Köhler erhielt immer wieder Beifall, wenn er seine Kritik an den Finanzmärkten, die nicht außer Kontrolle geraten dürften, wiederholte. „Beten Sie für die Wirtschaft“, rief er Ordensschwestern zu. Kardinal Karl Lehmann, Zollitschs Vorgänger im Amt des Episkopatsvorsitzenden, beklagte einen „Riss“ zwischen den Kirchen in bioethischen Fragen, sichtbar geworden in der Stammzellendebatte. (hpd)

Wie der EKD-Ratsvorsitzende hatte kürzlich auch Bundespräsident Horst Köhler in seiner jüngsten Berliner Rede den Religionsunterricht für unverzichtbar erklärt und hervorgehoben, wie wichtig es sei, dass auch in der Schule die Frage nach Gott gestellt wird. (hpd)

Bundespräsident Horst Köhler – ein bekennender Christ – ermahnte die evangelische Kirche in seinem Grußwort, bei allem politischen Engagement die eigentlichen Fragen des Glaubens sowie nach dem Sinn von Leben und Tod nicht zu vergessen. Er mahnte die Synodalen, sich Glaubensfragen ebenso leidenschaftlichzu widmen wie politischen Auseinandersetzungen. (hpd)

Beim Eröffnungsgottesdienst der Adveniat-Aktion 2007 war Bundespräsident Horst Köhler anwesend – die „Trennung“ von Staat und Kirche wurde wieder einmal sehr eindrucksvoll dargestellt. (hpd)

Eine Partei gegen den Staat

Zwei empfehlenswerte Artikel zur Kandidatur von Bob Barr für die Libertarian Party der USA: Americans for Paedophilia und Barr Beats Anarchist:

Bekanntlich siegte der Konservative Bob Barr nur knapp gegen seine Gegenkandidatin, die Anarchistin Mary Ruwart, die mit folgenden Aussagen über Kinderpornographie aus ihrem Buch „Short Answers to the Tough Questions“ Aufsehen erregte (sie behauptet, das Zitat sei aus dem Zusammenhang gerissen):

Children who willingly participate in sexual acts have the right to make that decision as well, even if it’s distasteful to us personally. Some children will make poor choices just as some adults do in smoking and drinking to excess. When we outlaw child pornography, the prices paid for child performers rise, increasing the incentives for parents to use children against their will.

Hier Zusammenfassungen aus einem Interview mit Bob Barr, das John Lofton führt:

Barr bewundert Ayn Rand für ihre Unterstützung der individuellen Freiheit, nicht dafür, dass sie Atheistin war; Barr ist Methodist; Barr denkt, dass die Rolle der Regierung durch die Verfassung definiert ist, nicht durch Gott; Barr unterstützt Gesetze gegen die Belästigung von Kindern; Barr denkt nicht, dass Homosexualität „unzüchtig und verkommen“ ist; Barr denkt nicht, dass die Regierung den Bruch des Sabbath bestrafen sollte; Barr ist Pro-Life; Barr denkt, dass die einzelnen Staaten die Strafen für Abtreibung bestimmen sollten; Barr möchte nicht darüber diskutieren, was nach seiner Meinung die Strafe für Abtreibung in Georgia sein sollte; Barr unterstützt die Todesstrafe; Barr denkt nicht, dass die Bundesregierung in den Fall Terri Shiavo hätte involviert sein sollen; Barr glaubt nicht, dass Shiavos Tod Mord war;