Horst Köhler, der religiöse Kandidat

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Juni 6, 2008 von wolfgang

Sollte Horst Köhler Bundespräsident bleiben? Vielleicht nicht wirklich die wichtigste politische Frage in Deutschland, aber wenn unser Bundespräsident wenigstens ein glaubwürdiger Repräsentant eines sakulären Staates sein sollte, dann ist Horst Köhler kein guter Kandidat:

Der deutsche Bundespräsident,Horst Köhler, sagte bei dem Besuch einer Bibliothek, dass die Bibel -nach wie vor- das wichtigste Buch ist. (aus einem Leserbrief)

Bundespräsident Horst Köhler hat dies so formuliert: „Mit dem Eintritt des Christentums in die antike Welt bekam die moralische Pflicht zur Hilfe und Fürsorge für den anderen eine Dringlichkeit, die es vorher und anders-wo so nicht gegeben hatte. Das Gebot der Nächstenliebe wurde direkt mit dem Ver-hältnis zu Gott verknüpft. Und der Nächste, das war potentiell jeder andere, gerade der Ärmste. Die tägliche Praxis der ersten Christen, sich um die Armen und Kranken, die Witwen und Waisen zu kümmern, war die sichtbare Seite eines neuen Verhält-nisses zum anderen, der einen angeht. Diese gelebte Solidarität und der Geist, aus dem sie stammt, haben Europa tief geprägt, zivilisiert und mit zu dem gemacht, was es ist.“ (Die neue Ordnung)

Oh, Freude! Die katholische Welt hat ein neues Oberhaupt. Oh, Stolz! Es ist ein Deutscher. So tönte BILD weiter. Auch Bundespräsident Horst Köhler verkündete – im Namen des Volkes – gewohnt patriotisch: Dass ein Landsmann Papst geworden ist, erfüllt uns in Deutschland mit besonderer Freude und auch ein wenig mit Stolz. (IBKA)

Quasi zeitgleich mit der Einführung der Quotenregelung für Frauen bei den Vorschlagslisten der Ministerpräsidenten (durch Bundespräsident Horst Köhler) erhielt Ihre Durchlaucht (Fürstin Gloria) im September 2006 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (ohne Band) für ihre Leistungen, die „im Bereich der politischen, der wirtschaftlich-sozialen und der geistigen Arbeit (beim) Wiederaufbau des Vaterlandes dienten. (Das Bundesverdienstkreuz) soll eine Auszeichnung all derer bedeuten, deren Wirken zum friedlichen Aufstieg der Bundesrepublik Deutschland beiträgt.“ (hpd)

„Der Glaube an Gott garantiert nicht, morgen einen Job zu finden, aber er gibt Menschen eine Grundzuversicht.“ Mit diesen Worten hat Bundespräsident Horst Köhler rund 150 junge Menschen bei einem Empfang im Berliner Schloss Bellevue ermutigt, sich gesellschaftlich und politisch einzubringen. (hpd)

Bundespräsident Horst Köhler erhielt immer wieder Beifall, wenn er seine Kritik an den Finanzmärkten, die nicht außer Kontrolle geraten dürften, wiederholte. „Beten Sie für die Wirtschaft“, rief er Ordensschwestern zu. Kardinal Karl Lehmann, Zollitschs Vorgänger im Amt des Episkopatsvorsitzenden, beklagte einen „Riss“ zwischen den Kirchen in bioethischen Fragen, sichtbar geworden in der Stammzellendebatte. (hpd)

Wie der EKD-Ratsvorsitzende hatte kürzlich auch Bundespräsident Horst Köhler in seiner jüngsten Berliner Rede den Religionsunterricht für unverzichtbar erklärt und hervorgehoben, wie wichtig es sei, dass auch in der Schule die Frage nach Gott gestellt wird. (hpd)

Bundespräsident Horst Köhler – ein bekennender Christ – ermahnte die evangelische Kirche in seinem Grußwort, bei allem politischen Engagement die eigentlichen Fragen des Glaubens sowie nach dem Sinn von Leben und Tod nicht zu vergessen. Er mahnte die Synodalen, sich Glaubensfragen ebenso leidenschaftlichzu widmen wie politischen Auseinandersetzungen. (hpd)

Beim Eröffnungsgottesdienst der Adveniat-Aktion 2007 war Bundespräsident Horst Köhler anwesend – die „Trennung“ von Staat und Kirche wurde wieder einmal sehr eindrucksvoll dargestellt. (hpd)

2 thoughts on “Horst Köhler, der religiöse Kandidat

  1. Ich tendiere mittlerweile dazu, Gesine Schwan tatsächlich für die bessere Kandidaten zu halten, vor allem aus zwei Gründen: (1) Sollte es tatsächlich zu der Möglichkeit einer rot-rot-grünen Koalition kommen nach den nächsten Wahlen, und sollte sich Schwan dann kritisch zu einem Pakt mit den Kommunisten äußern, so würde das eine weitaus größere Wirkung haben, als wenn Köhler sich kritisch äußerte, da man seine Kritik von Seiten der SPD als Parteinahme abtun kann. Bei einer so prominenten Kritikerin aus dem eigenen Lager wäre das nicht der Fall. (2) Sie kann polnisch, was aussenpolitisch sehr sinnvoll ist, da im Verhältnis zu Polen noch einiges verbesser werden muss.

    Abgesehen davon, dass sie mir, trotz ihres Intellektuellenpalavers insgesamt sachlicher zu sein scheint, als Köhler.

  2. Wolfgang sagt:

    Als Mitglied der Bundesversammlung würde ich wohl kaum für Köhler stimmen – dies kann ich heute sagen. All die Zitat, die ich oben aufgeführt habe, waren mir bis dato unbekannt, nur hatte ich beim Besuch des Papstes in Deutschland das unbestimmte Gefühl, dass Köhler keinen Abstand zur Religion halten kann, was diese Zitate ja auch bestätigen. Er wirkte gegenüber dem Papst äußerst unterwürfig und emotial sehr aufgewühlt – es war ihm wirklich eine Herzenssache.

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