Obamas Rede

Hier gibt es die Rede von Barack Obama im Wortlaut (Deutsch). Auffällig: die Wörter „Islam“ und „Jihad“ tauchen nicht auf. Diese Begriffe wären nur störend in Obamas sehr spezifischer Version des amerikanischen Traums – dieser besteht aus Kollektivismus. Das ist der „Wandel“, von dem der Senator aus Illinois spricht.

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Usain Bolt, der menschliche Blitz

Was wir beim 100-Meter-Finale in Peking gesehen haben, war die perfekte Show eines Jahrhundertsprinters. Für gewisse Pressevertreter war dieser phantastische Lauf des Usain Bolt aber nichts anderes als eine neue Vorlage für eine neuerliche Dopingdiskussion im Stile eines: „Wer so gut ist, muss doch gedopt sein.“
Evi Simeoni in der FAZ spekuliert auch in Richtung Doping – und zwar ausschließlich deshalb, weil diese Leistung zu gut war:

Dabei weiß jeder aufmerksame Beobachter: Nur ein einziges Argument spricht dagegen, dass diese übermenschliche Leistung ohne pharmazeutische Nachhilfe zustande kam, nämlich die Tatsache, dass es keinen positiven Dopingtest von Bolt gibt.

Zwei Männer über Putin

„Ich habe dem Mann in die Augen gesehen. Ich halte ihn für direkt und vertrauenswürdig. Ich war in der Lage, einen Eindruck von seiner Seele zu gewinnen.“

(Bush über Putin im Juni 2001 nach dem ersten Treffen in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana)

„Ich schaute in seine Augen und sah drei Buchstaben – KGB.“

John Mc Cain im Wahlkampf 2008 über Putin

Sudentenkrise im Kaukasus

Die russische Führung folgt gegenüber Georgien einem Drehbuch (siehe auch die Presse aus dem Jahr 1938 mit dem Titel „Sudentenkrise„. Die amerikanische Presse (hier und hier) vergißt auch nicht die Rolle Deutschlands zu erwähnen, das beim NATO-Gipfel im April gegen eine NATO-Mitgliedschaft von Georgien opponierte. Dies dürfte in Moskau wohl kaum als Entmutigung eines militärischen Vorgehens aufgefaßt worden sein.

Ein Visionär der Vergangenheit

Den Tod des Schriftstellers Alexander Solschenizyn mag man bedauern, das Verstummen des politischen Visionärs Solschenizyn allerdings braucht man nicht zu bedauern. Die TAZ zum Tode des Schriftstellers:

Der Kommunismus war in seinen Augen eine Emanation des westlichen rationalistischen Humanismus, der seit der Aufklärung seinen verhängnisvollen Lauf nahm. Wie Premier Putin und viele Landsleute verwand auch Solschenizyn den Zerfall des Imperiums nicht. Ein unteilbares Großrussland, dem die Ukraine, Weißrussland und Nordkasachstan angehören, war für ihn genauso selbstverständlich wie die Existenz eines starken Staates. Solschenizyn blieb ein Visionär der Vergangenheit.

Zwangserziehung der gesamten Bevölkerung

Deutliche Kritik am Verfassungsgerichtsurteil zu den Rauchverboten übt der Staatsrechtler Professor Josef Isensee. „Die Karlsruher Entscheidung ist ein juristischer Pyrrhussieg der Berufsfreiheit, weil sie den Weg zu einem radikalen Rauchverbot und damit zu einer ökologischen Zwangserziehung der gesamten Bevölkerung freigibt“, erklärt der renommierte Bonner Jurist.
Das Bundesverfassungsgericht hatte zwar das Rauchverbot für bestimmte kleine Einraumgaststätten aufgehoben, ein totales Rauchverbot für verfassungsgemäß erklärt.

Ablehnend reagiert auch Netzwerk Rauchen, der führende Raucherverband. „‘Gesundheitswahn statt Grundrechte‘ war offenbar das Motto der Roten Roben“, kritisiert ihr Bundesvorsitzender, der Jurist Michael Löb. Dass vorläufig in vielen Kneipen die Aschenbecher wieder auf den Tisch kommen dürfen, sei nur ein Zeitaufschub, niemand dürfe sich in „falscher Sicherheit“ wiegen.
Die Karlsruher Richter stellen die Politik nun vor die Alternative, entweder zusätzliche Ausnahme für Eckkneipen zu beschließen oder ein rigides Verbot jeglicher Raucherräume in der Gastronomie.
„Gleichheit im Unrecht lehnen wir ab“, sagt Christoph Lövenich, Bundesgeschäftsführer des Netzwerks, „gleiche Unfreiheit für alle wird kein Problem lösen.“ Im Gegenteil, dies verschärfe die verheerenden Folgen für die Gastronomie und die Gesellschaft insgesamt. Netzwerk Rauchen ruft zu härterem Widerstand gegen die Verbotsgesetze und die Anti-Tabak-Lobby auf: „Der Kampf um die Freiheit geht in die nächste Runde“, so Lövenich weiter. Alle Staatsgewalten seien dem zunehmenden Trend zur Lifestyle-Regulierung kritiklos gefolgt. Insbesondere sei ärgerlich, dass die vermeintliche Schädlichkeit des Passivrauchens nicht angezweifelt werde. Leider hätten die unseriösen Argumente der hauptberuflichen und selbsternannten Antitrauch-Apostel verfangen. Auch eine höchstrichterliche Entscheidung mache aber aus erfundenen Passivrauchtoten keine echten. Langsam entstehe das Bewusstsein in der Politik, dass man hier eine Grenze überschritten habe, und das Bewusstsein der Bundesbürger, dass Tabakbekämpfung nur ein Teil des Übels sei, zudem auch Regulierung in das Ess-, Trink- und anderweitige Lebensverhalten der Menschen gehöre. Das Bundesverfassungsgericht entschied heute über drei Beschwerden von Wirten, die durch die gesetzlichen Rauchverbote in ihrer unternehmerischen Freiheit unzulässig beschränkt werden.

Pressemitteilung des „Netzwerk Rauchen“ vom 30. 07. 2008