Usain Bolt, der menschliche Blitz

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August 18, 2008 von wolfgang

Was wir beim 100-Meter-Finale in Peking gesehen haben, war die perfekte Show eines Jahrhundertsprinters. Für gewisse Pressevertreter war dieser phantastische Lauf des Usain Bolt aber nichts anderes als eine neue Vorlage für eine neuerliche Dopingdiskussion im Stile eines: „Wer so gut ist, muss doch gedopt sein.“
Evi Simeoni in der FAZ spekuliert auch in Richtung Doping – und zwar ausschließlich deshalb, weil diese Leistung zu gut war:

Dabei weiß jeder aufmerksame Beobachter: Nur ein einziges Argument spricht dagegen, dass diese übermenschliche Leistung ohne pharmazeutische Nachhilfe zustande kam, nämlich die Tatsache, dass es keinen positiven Dopingtest von Bolt gibt.

8 thoughts on “Usain Bolt, der menschliche Blitz

  1. Martin sagt:

    Die Tatsache, daß jemand negativ getestet wurde, sagt heute kaum mehr etwas aus. Täglich werden neue Mittel entwickelt, die man entweder gar nicht nachweisen oder die man rechtzeitig vor einem Test ausschleichen kann.

    Wer im Spitzensport heute mithalten will, muß etwas nehmen.
    Das ist unschön aber die Wahrheit. Niemand gibt ab dieser Klasse von Wettkampf freiwillig einen Vorteil auf. Und wenn, wird man es niemals auch nur unter die ersten 20 schaffen.

    Allerdings macht Doping auch nur 10% aus. Der Rest besteht aus hartem Training, Willenskraft und entsprechender Veranlagung. Wer diese Eigenschaften nicht mitbringt, wird auch mit chemischer Unterstützung niemals etwas reißen.

  2. „Wer im Spitzensport heute mithalten will, muß etwas nehmen.“ Martin, woher weiß du das? Und warum vermutest du, dass Bolt „etwas genommen“ hat. Weil andere in der Vergangenheit etwas genommen haben? Weil er so gut war? Wenn man schon über Doping diskutiert, sollte man darauf verweisen, dass der schlanke Körperbau von Bolt eher nicht auf eine Anabolika-Kur verweist. Aber wie gesagt: Was soll diese Häme angesichts einer herausragenden sportlichen Leistung? Ich sah, wie gut erwar und ich weiß nichts von Doping. Was soll es dann?

  3. Martin sagt:

    „Martin, woher weiß du das?“

    Ich habe mit genug ehemaligen und derzeitigen Spitzensportlern Kontakt und war auch selber involviert. Wenn dir das nicht reicht, selbst die Logik gebietet das: Wie will man Rekorde, die vor 30 Jahren bereits mit Doping aufgestellt wurden jetzt plötzlich „sauber“ brechen? Man will neue Rekorde und gewisse Grenzen kann man nur chemisch brechen.

    „Weil er so gut war? Wenn man schon über Doping diskutiert, sollte man darauf verweisen, dass der schlanke Körperbau von Bolt eher nicht auf eine Anabolika-Kur verweist. “

    Demnach müsste jeder der anabole Steroide nimmt auch einen entsprechenden, „aufgeblähten“ Körperbau haben? Wenn man schon über Doping diskutiert, sollte man eine gewisse Ahnung von der Materie haben. Du aber weißt anscheinend überhaupt nichts davon, wie du schon selber zugegeben hast.

    Was soll diese Häme angesichts einer herausragenden sportlichen Leistung?

    Häme? Nur weil er etwas genommen hat, schmälert dies seine sportliche Leistung in keinster Weise. Auf Weltklasseniveau nimmt ein Großteil aller Athleten dasselbe, sodaß es am Ende wieder darauf ankommt, wer tatsächlich der Bessere ist. Und das war Bolt.
    Aber wer tatsächlich an den Mythos des „sauberen“ Spitzensports glaubt, ist ein wenig naiv.

  4. Wolfgang sagt:

    Mir ist bekannt, dass im Leistungssport gedopt wir und speziell auch bei den Sprintern. Nur leite ich daraus nicht ab, dass Usain Bolt gedopt war. Es ist möglich, dass er es war – trotz seiner gegenteiligen Behauptungen. Nur gibt es bis dato dafür weder einen Beweis, noch irgendeinen Hinweis. Du stellst letztlich nur Mutmaßungen an und daran wollte ich mich gerade nicht beteiligen. Übrigens ist dein Argument: „Wie will man Rekorde, die vor 30 Jahren bereits mit Doping aufgestellt wurden jetzt plötzlich “sauber” brechen?“ keineswegs logisch. Du selbst verweist ja am Schluss deinen Kommentars darauf, dass selbst bei gedopten Sportlern die Leistung natürlich nie ausschließlich dadurch erklärt werden kann. Die FAZ berichtet über die Reaktion der Jamaikaner auf die Doping-Verdächtigungen folgermaßen:
    „Fragt man Usain Bolt nach Doping und konfrontiert ihn mit dem Verdacht, bleibt er, im Gegensatz zu den hochexplosiven Sprintern vergangener Zeiten, ganz ruhig. „Ich werde sauber sein“, sagte Usain Bolt vor den Spielen. „Ich kann nur für mich sprechen.“

    Auch Powell fährt nicht aus der Haut, wird er auf Doping angesprochen, sondern nennt Doper Diebe und Verbrecher. Sie gehörten ins Gefängnis. „Ich probiere mich wirklich aus, ich treibe mich bis an die Grenze. Ich will wissen: Wie schnell kann ein Mensch laufen, ohne Drogen zu nehmen?“ Er ist nicht der Einzige, der sich das fragt.
    http://www.faz.net/s/Rub5FA217707F6047DCAA31F8FCCC0B1C7D/Doc~E703EF082AA064DC1A4CA7EE9DC8C32DA~ATpl~Ecommon~Sspezial.html

  5. Martin sagt:

    „Es ist möglich, dass er es war – trotz seiner gegenteiligen Behauptungen.“

    Man muß sich nur erkundigen was passiert, wenn sie es zugeben: Medaillen werden natürlich aberkannt, Lizenzen entzogen und sie müssen mit der Schmähung ihrer Landsleute rechnen. Na no na gibt keiner es zu, der noch bei Verstand ist. Gerade in der Olympia geht es um viel Geld und Ansehen und NIEMAND gibt freiwillig einen Vorteil auf. Es ist ein hartes Geschäft.

    „Du selbst verweist ja am Schluss deinen Kommentars darauf, dass selbst bei gedopten Sportlern die Leistung natürlich nie ausschließlich dadurch erklärt werden kann.“

    Das ist korrekt. Doping wird aus einem mittelmäßigen Athleten nie einen herausragenden machen. Er wird Profi werden, ja, aber er bleibt bei den Profis in der Mittelklasse. Ein hochbegabter Athlet kann aber mit Doping ganz oben mitmischen, ohne wird er es nie auch nur in die Profi-Mittelklasse schafffen.

    „Auch Powell fährt nicht aus der Haut, wird er auf Doping angesprochen“

    Jeder der nachhilft, fährt automatisch aus der Haut, wenn er darauf angesprochen wird?
    Meine Erfahrung: Jene, die sich selber als „total sauber“ hinstellen und andere konsumierende Athleten gleichzeitig als „Verbrecher“ brandmarken, sind jene, die am meisten selber nehmen und von sich ablenken wollen – da könnte ich viele (traurige!) Geschichten erzählen.

    Falls dich dieses Thema mehr interessiert, kann ich dir das Buch „Die Moral im Spitzensport“ ans Herz legen (ISBN 3-85052-106-0).

  6. Wolfgang sagt:

    Ich freue mich auf das 200-Meter-Finale und hoffe wieder auf eine Superleistung von Usain Bolt, und denke garantiert nicht über Doping nach.

  7. Martin sagt:

    Mußt du auch nicht. Ist mir auch egal. So oder so hat da jemand brav trainiert und viel geopfert.

  8. Kobi sagt:

    Ich würde gerne eure Kommentare zum Olympiastadion und zum Wasserwürfel lesen, aus welcher Sicht auch immer.
    P.S. Danke an Michael Phelps und das US-Team:
    Hochspannung + Sigi Heinrich`s Leidenschaft (Eurosport) = Gänsehaut

    100 m butterfly
    1. Michael Phelps 50.58 (ausnahmsweise kein WR)
    2. Milorad Čavić 50.59

    4×100 m freestyle
    1. USA 3:08.24 (sensationeller Endspurt von Jason Lezak)
    2. Frankreich 3:08.32

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