Vom Regen in die Traufe

Tom G. Palmer in DIE WELT:

Eine Finanzkrise, die ihre Wurzeln hatte in der verschwenderischen Politik der Regierungen von Bush und seinem Vorgänger Bill Clinton, erschütterte gerade die Welt. Da muss ein neuer Präsident etwas tun. Irgendetwas, egal was. Und „irgendetwas“ heißt immer: mehr Macht für die Machthaber, viel mehr Macht! Der Großteil des Machtzuwachses hat noch nicht einmal viel zu tun mit der Wirtschaftskrise, aber sie bekommen ihn nichtsdestotrotz.

Obamas Stabschef Rahm Emanuel, bekannt als einer der aggressivsten und arrogantesten Männer, die je in Washingtons Hallen der Macht gearbeitet haben, drückt es so aus: „Man darf eine ernsthafte Krise nie ungenutzt verstreichen lassen. Und diese Krise gibt uns die Gelegenheit, Dinge zu tun, die wir zuvor nicht hätten tun können.“

Und genau das machen die Demokraten nun. Sie nutzen die Finanzkrise, um die Macht der Regierung dramatisch auszudehnen, ganze Branchen kommen unter staatliche Kuratel. Vergangene Woche erst hat Präsident Obama den Rücktritt von Rick Wagoner erzwungen, dem Chef des angeschlagenen US-Autoherstellers General Motors. Bei einem Privatunternehmen sollten die Aktionäre eine solche Entscheidung treffen, nicht der Staatschef. In einem herkömmlichen Konkursverfahren könnten neue Leute das inkompetente Management ersetzen. Aber was bekommen wir stattdessen? Rettungsaktionen, Korruption, Vetternwirtschaft und die öffentlich zur Schau getragene Arroganz eines Präsidenten, der glaubt, am besten zu wissen, wie man einen großen Autokonzern führt.

Vollständiger Text

Advertisements

Tod des Kapitalismus?

Sind 70 % der Amerikaner für den Kapitalismus? Nun, zumindest geben 70 % in einer aktuellen Meinungsumfrage aus dem März diesen Jahres die Meinung von sich, dass „die Menschen in einer freien Marktwirtschaft besser aufgehoben sind, auch wenn es von Zeit zu Zeit heftige Aufs und Abs geben kann.“ Nur 20 % der Befragten stimmten dieser Auffassung nicht zu. Auch wenn man ernsthafte Zweifel daran haben muss, dass die genannten 70 % tatsächlich für einen wirklich freien Kapitalismus sind, deutet die hohe Zahl der Amerikaner, die irgendwie ein positives Gefühl gegenüber einer freien Marktwirtschaft haben, darauf hin, dass zumindest ein frontaler Angriff auf die Basis der Kapitalismus in den USA derzeit nicht möglich ist. Leider muss man auch anmerken, dass ein Typ wie Obama zu diesem Kontext paßt, da dieser durch seine emotionalistische Demagogie seine wahren Ansichten verschleiern kann, die viel eher zu einem sozialistischem Regime passen als einem Kapitalismus, wo jeder Mensch das Recht hat, nach seinem eigenen Glück zu streben.