Ayn Rand

Ayn Rand wurde am 2. Februar 1905 in St. Petersburg als Alisa Rosenbaum geboren. 1926 immigrierte sie in die USA und nimmt dort den Namen Ayn Rand an. Die Darstellung von idealen Menschen sei das Motiv und der Zweck ihres Schreibens, schreibt sie 1963 in ihrem Aufsatz The Goal of my Writing, und nicht die philosophische Aufklärung ihrer Leser.

Rands amerikanische Karriere begann mit einer zufälligen Begegnung in Hollywood mit dem bekannten Regisseur Cecil B. DeMille, der ihr eine Rolle als Komparsin in dem Film The King of Kings gab. 1932 gelang es ihr, für 1 500 $ ihren ersten Drehbuchentwurf (”Treatment”) an Universal Pictures zu verkaufen: Red Pawn. Die Geschichte, die in der Sowjetunion spielt, wurde allerdings bis zum heutigen nicht in einem Film umgesetzt. Die Einkünfte von Red Pawn versetzten sie in die Lage, sich vollständig der Fertigstellung ihres ersten Romans We the Living zu widmen, den sie 1934 beendete, der aber erst 1936 veröffentlicht wird. Der Roman trägt stark autobiografische Züge. 1934 gelang Rand in den USA ein erster kommerzieller Erfolg durch die Realisierung des Theaterstücks Woman on Trial, das später unter dem Titel Night of January 16th aufgeführt wurde.

1938 begann Rand die Arbeit an ihrem Roman The Fountainhead, die sie dann am 31.12.1942 abschloss. Die Publizierung des Romans hatte sich allerdings als ausgesprochen schwierig gestaltet, da der Roman von insgesamt zwölf Verlagen abgelehnt worden war. Die Idee zu dem Roman, der schließlich den Titel Atlas Shrugged tragen sollte, kam Ayn Rand bei einem Telefonat mit einer Bekannten im Jahr 1943, die Rand bedrängte, ihre in Atlas Shrugged geäußerten Ideen über Sachliteratur populär zu machen. Der Vorschlag animierte Rand darüber nachzusinnen, wie es wäre, wenn produktive Menschen in einen Streik treten würden. Von der Idee bis zum fertigen Roman sollten allerdings 14 Jahre vergehen und aus dem ursprünglichen Titel “The Strike” wurde Atlas Shrugged, eigentlich nur der Titel eines Kapitels des Romans. Mit der Veröffentlichung von Atlas Shrugged endete der Abschnitt in Ayn Rands Leben, der geprägt war von der Arbeit an ihren Romanen.

In den frühen fünfziger Jahren begann Rand, eine Gruppe von intellektuellen Seelenverwandten um sich zu sammeln, die sie nach dem Erscheinungsjahr von The Fountainhead als „Klasse von ‘43“ (Class of ‘43) bezeichnete. Unter den Teilnehmern an dieser Diskussionsgruppe kursierte allerdings auch die scherzhafte Bezeichnung „Das Kollektiv“. Unter diesen Personen befand sich Leonard Peikoff, außerdem Alan Greenspan, der spätere Chef der amerikanischen Notenbank und der Psychologe Nathan Blumenthal (später Nathaniel Branden), zu dem die Beziehung 1968 äußerst spektakulär abbrechen sollte. Politisch verstand sich Rand weder als Libertäre noch als Konservative, sondern als „Radikale für den Kapitalismus“. Zwei republikanische Präsidentschaftskandidaten bekamen aber trotzdem ihre Unterstützung in Wahlkämpfen: Wendell Wilkie 1940 und Barry Goldwater 1963. Für Wilkie engagierte sich Rand und ihr Ehemann sogar als ehrenamtliche Wahlkampfhelfer.

Ayn Rand stirbt am 6. März 1982 in ihrem New Yorker Apartment an Herzversagen. Sie wurde auf dem Kensico Cemetery in Valhalla, N. Y., neben ihrem Mann beerdigt. Nach ihrem Tod wird von ihrem Schüler Leonard Peikoff, den die kinderlose Rand auch zu ihrem Erben bestimmt hatte, das Ayn Rand Institute gegründet, das die Aufgabe hat, Rands Philosophie zu verbreiten und zukünftige objektivistische Intellektuelle auszubilden.

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