Der Terror und die Französische Revolution

Richard Herzinger versucht die Aufklärung zu verteidigen, was an sich ein lobenswertes Unternehmen ist, aber bei ihm dazu führt, dass Zweifel an den Ideen der Aufklärung zurückbleiben:

Die Suche nach den Ursprüngen totalitären Denkens führt zu säkularen wie religiösen, modernen wie antimodernen, revolutionären wie gegenrevolutionären Quellen. Die Grenzlinie zwischen Beiträgen zu humanem Fortschritt und zur Verbreitung irrationaler Vorurteile verläuft quer durch historische Denkströmungen, ja oft quer durch die Lehren einzelner Denker. Weder der Glaube an Gott noch an wissenschaftliche Rationalität bietet eine Garantie gegen schreckliche gedankliche Irrtümer, die vernichtender Gewalt Vorschub leisten..

Der Historiker John Ridpath hingegen vergleicht die Amerikanische und Französische Revolution und kommt zu dem Ergebnis, dass die letztgenannte Revolution ein Resultat von „anti-Enlightenment ideas“ war.

Der Anti-Westler Ernst Jünger

Andre F. Lichtschlag, in: Sezession:

Streitbare ausgewiesen-konservative Größen wie Robert Michels, Ortega y Gasset oder Ernst Jünger äußerten in ihrer Menschen und Massenskepsis und in ihrem stolzen Individualismus auch immer libertäre Ideen.

Udo di Fabio, in: Die WELT:

Jünger hat bereits in der Zeit vor 1930, als die Nationalsozialisten noch eher eine exotische Randgruppe der Gesellschaft waren, die nach Verbreitung und markanten Ideen suchte, aus der mächtigen Organisation des Stahlhelms heraus publizistisch in einer intellektuell exponierten Weise gewirkt. Er hatte zuvor bereits 1923 im „Völkischen Beobachter“ die nationale Revolution gegen die bürgerliche Kultur, gegen Kapitalismus und westlichen Liberalismus propagiert, und zwar ebenso sprachgewaltig wie sprachgewalttätig.
Ernst Jünger ist ein wichtiger Exponent der rechten Variante des Aufruhrs gegen die bürgerliche Welt, die er auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs endgültig als gestorben ansah. Nichts durchzieht seine Schriften und seinen Habitus deutlicher, als jene elitäre Attitüde der Antibürgerlichkeit, seine Verachtung und sein Hohn auf das Biedermeier und die Händlermentalität.

Stauffenberg statt Guevara

Carlos Gebauer in eigentümlich frei über Che Guevara und Claus Schenk von Stauffenberg. So unwohl ich mich fühle, wenn  Gebauer Oberst von Stauffenberg als „konsequenten Individualisten“ bezeichnet, so würde ich ihm Recht geben, Stauffenberg moralisch über den südamerikanischen Revolutionär zu setzen, denn immerhin starb Stauffenberg als Freiheitskämpfer -ob dies ausreichend dafür ist, alles, was er vorher getan hat, auszulöschen, ist eine andere Frage-, etwas, was Che Guevara niemals war. 

Howard Zinn gegen Amerika

Howard Zinns populäres Buch „People’s History of the United States“ gibt es jetzt auf Deutsch (Eine Geschichte des amerikanischen Volkes). Zinn erzählt die amerikanische Geschichte als eine Abfolge von Verbrechen. „Man vesteht gar nicht, warum massenhaft Leute auf die absurde Idee kommen, in diese Hölle einzuwandern“, fragt sich Hannes Stein in die WELT.

Die Ökonomie der Zerstörung

Die WELTWOCHE bespricht das Buch Ökonomie der Zerstörung von Adam Tooze:

Tooze formuliert daher ein klares Dementi der marxistischen Behauptung, dass «der Kapitalismus» die NS-Diktatur gesteuert habe. Vielmehr gelang ihr eine effiziente Koordination unter dem Primat der Führerherrschaft. Denn es war nie eine Frage, wer die Entscheidung fällte: der Führer.

Die Täter sind unter uns

Geschichte, die sich wiederholt hat- nach einer Dikatur -dieses Mal die DDR- bleiben die Täter weitgehend verschont. Lea Rosh über Hubertus Knabes Buch Die Täter sind unter uns:

Wieder bleiben Tat und Täter straffrei, wieder kehren die Täter unbehelligt in die Gesellschaft zurück, wieder beziehen die Täter hohe Renten und Pensionen und verspotten zynisch ihre Opfer, deren Altersversorgung nicht vergleichbar ist, die wegen ein paar Euro jämmerlicher Entschädigung jahrelang betteln müssen.

Die ernüchternde Bilanz der juristischen Bewertung einer Diktatur:

Es gab nur 316 Verurteilte. Die meisten, 190, erhielten Bewährungsstrafen, 105 kamen mit Geldstrafen, neun mit einer Verwarnung oder einem Tadel davon. Nur 19 mussten wirklich ins Gefängnis. Wieder ein gigantisches Versagen von Politik und Rechtsprechung.