Alan Greenspan in turbulenten Zeiten

22550549n.jpgAlan Greenspan hat ein Buch über sein Leben geschrieben (Mein Leben für die Wirtschaft), aber eigentlich, meint zumindest J. Bradford DeLong, seien es doch drei Bücher unter einem Umschlag: „Das erste sagt uns, wer Greenspan ist.“ Unter den Geschichten aus diesem Teil des Buches befindet sich natürlich auch Greenspans Zugehörigkeit zur Gruppe um Ayn Rand. Dan Agin schreibt, dass Greenspan in seinem Buch bestätigt, dass Ayn Rand „zu den größten intellektuellen und persönliche Einflüssen seines Lebens“ zählt. Danach gibt es bei ihm eine Art Superkurzfassung von Rands Objektivismus, und eben diese Philosophie soll es sein,  durch die sich die Dunkelheit und Widersprüchlichkeit von Greenspan auflösen lasse. Greenspan als konsequenter Objektivist? Ich bin gespannt, ob Greenspan dazu in seinem Buch eine Stellungnahme abgibt.

Greenspan: „Ich kann Theorien nicht ausstehen“

Die renommierte französische Vierteljahresschrift «Politique Internationale» hat eines der allerersten Interviews mit Greenspan geführt. Der Tages-Anzeiger publiziert dieses Gespräch als erstes deutschsprachiges Medium. Greenspan wirkt in diesem Interview schon wie jemand, der sich weit von seinen objektivistischen Positionen entfernt hat – hin zu einem prinzipienlosen Pragmastismus:

Trotzdem: Ein Keynesianer wie Sie kann nicht bestreiten, dass Zentralbanken eine wichtige Rolle in der Wirtschaft spielen.

Ich frage mich immer noch, ob ich Keynesianer bin, schon weil ich während meiner Laufbahn viel gegen den Keynesianismus gekämpft habe. Ich denke, dass manche Situationen erfordern, dass man sich auf diese Lehre bezieht, während andere erfordern, dass man sie nicht beachtet.

Keynes und Ayn Rand. Sie haben keine Angst vor Widersprüchen!

Ich kann nur Theorien nicht ausstehen! Ich glaube nicht, dass es möglich ist, ein Problem durch eine Brille zu erfassen.