Die Linke mag Jack Bauer nicht

Am Montag startete auf PRO SIEBEN die 6. Staffel der amerikanischen Erfolgsserie „24“. Jack Bauer, der Mann aus Stahl, ist zurück, und obwohl er nach erlittenen Folterungen im chinesischen Gefängnis wie ein Wrack wirkt, findet er schnell zu alter Stärke zurück, denn auch dieses Mal gilt es wieder, sich einem barbarischem Feind zu stellen. Und dieser Feind darf nicht auf Mitgefühl bei einem Jack Bauer hoffen, denn seine Mitmenschlichkeit ist sehr selektiv. Unser Held leidet mit den Unschuldigen und es bereitet ihm Qualen, ihnen nicht helfen zu können, aber die Terroristen sind für ihn nur ein Krebsgeschwür, das ausgeschnitten werden muss. Und wenn ihm das entsprechende Besteck fehlt, nimmt er auch seine Zähne. Wirklich!

Der Stern mag Bauer nicht!

„Atlas Shrugged“, der immergrüne Bestseller

Zum 50. Jahrestags von Ayn Rands Erfolgsroman “Atlas Shrugged” empfehle ich die Lektüre von Michael Berliners Aufsatz Whittaker Chambers’s Review of Ayn Rand’s Novel “Atlas Shrugged” in The National Review. Das konservative Magazin National Review hatte Ende 1957 ein ziemlich ätzende Besprechung von Rands Roman veröffentlicht, die in den Jahren 2005 und 2007 auch auf der Website des Magazins wiederveröffentlicht wurden. Autor war der Ex-Kommunist Whittakter Chambers gewesen, der sehr trickreich versucht, Rands Positionen als marxistisch darzustellen. Ferner möchte ich auf einen Eintrag auf Buecher-Wiki zu
Atlas Shrugged verweisen, der auf einem Text von mir beruht. Dankenswerterweise hat die Mitarbeiterin von Bücher-Wiki sogar einen Link zum Ayn Rand Institute gesetzt.

Klassik lebt länger

Nun kann man nicht sagen, dass der Tenor Luciano Pavarotti uralt geworden ist. Er starb mit 71 und nicht mit 91 Jahren. Wenn man allerdings auf die durchschnittliche Lebenserwartung von Rock- und Popstars sieht, dann allerdings wurde er doch sehr alt (Tages-Anzeiger):

Der alte Leitspruch der Rockszene «Live fast, die young» ist nun auch statistisch belegt: Rock- und Popstars haben eine deutlich geringere Lebenserwartung als «Normalsterbliche».

Eine britische Studie zeigt, dass nordamerikanische prominente Musiker durchschnittlich nur 42 Jahre alt werden. Europäische Stars habe eine noch tiefere Lebenswerwartung: Sie sterben im Durchschnitt schon mit 35 Jahren.

Lengsfeld: DDR war Drecksland

bio.jpgDie ehemalige Bundestagsabgeordnete der CDU, Vera Lengsfeld, hat in einem Beitrag für die Zeitschrift eigentümlich frei ungewöhnlich offene Worte für DDR gefunden (man hätte sich gewünscht, sie hätte diesen Artikel noch für eine Rede im Bundestag verwenden können):

Dass die DDR endlich einmal als das Drecksland bezeichnet wurde, das sie war, ist Ulrich Mühe zu verdanken. Er war ein wunderbarer Schauspieler. Aber mit der Rolle des Stasi-Hauptmanns Wiesler hat Mühe mehr geliefert als eindrückliche Schauspielkunst, er hat erfahrbar gemacht, was diese Diktatur den Menschen antat. Aber auch, dass jeder sie durchschauen und sich von ihr abwenden konnte.

Eine Frage der Ehre

04_the_unit_500_404_cliff_lipson___cbs.jpg

Die beste Serie im deutschen Fernsehen läuft auf dem Sender SAT 1, der sich gegenwärtig im Quotentief befindet: Eine Frage der Ehre – The Unit. Jonas Blane (Dennis Haysbert) als Chef einer fiktiven Spezialeinheit verfügt nicht nur über eine imponierende Körperfülle, sondern entscheidend ist, dass seine moralische Grundsätze dieser Massivität seiner Körpers entsprechen. Nie könnte man sich vorstellen, dass dieser Mann einen Millimeter von seine Grundsätzen abweicht. Und das Faszinierendste: Diese Grundsätze gelten für ihn keineswegs nur  lebensgefährlichen Kampfeinsätzen, sondern ebenso in ganz alltäglichen Konflikten.  Der Mensch wie er sein könnte und sein sollte.

Sendeplatz: Sat1, donnerstags, 23.10 Uhr

Wunderbare Madeleine Peyroux

41eyhs8sh8l_aa240_.jpg Das Nordwestradio ist politisch und kulturell auch nicht besser als die linken Mainstream-Medien, aber immerhin ist die Musikauswahl exquisit – eine Mischung aus Pop, Jazz und Klassik. Schon mehrfach spielte der Sender Madeleine Peyroux wunderbaren Titel You’re Gonna Make Me Lonesome When You Go. Sparsam instrumentiert, zurückhaltender, aber ein dennoch leidenschaftlicher Gesang im klassischen Jazzstil der 20er und 30er Jahre. Gestern konnte ich dann nicht widerstehen und mit ein paar Klicks bei Amazon war die Bestellung abgewickelt. Zuhause fällt mit im aktuellen Vanity Fair ein Zitat von einer jungen Religionsstudentin (voll verschleiert) an der Islamischen Universität von Gaza auf: „Ich höre keine Musik. Musik ist voll übertriebener Gefühle. Das bringt einen vom richtigen Weg ab.“ Diese junge Frau könnte wohl nicht einmal der Schönklang einer Madeleine Peyroux von ihrem Weg abbringen, ein Weg, von dem ich mir nicht vorstellen möchte, wo er enden könnte.