Die Linke mag Jack Bauer nicht

Am Montag startete auf PRO SIEBEN die 6. Staffel der amerikanischen Erfolgsserie „24“. Jack Bauer, der Mann aus Stahl, ist zurück, und obwohl er nach erlittenen Folterungen im chinesischen Gefängnis wie ein Wrack wirkt, findet er schnell zu alter Stärke zurück, denn auch dieses Mal gilt es wieder, sich einem barbarischem Feind zu stellen. Und dieser Feind darf nicht auf Mitgefühl bei einem Jack Bauer hoffen, denn seine Mitmenschlichkeit ist sehr selektiv. Unser Held leidet mit den Unschuldigen und es bereitet ihm Qualen, ihnen nicht helfen zu können, aber die Terroristen sind für ihn nur ein Krebsgeschwür, das ausgeschnitten werden muss. Und wenn ihm das entsprechende Besteck fehlt, nimmt er auch seine Zähne. Wirklich!

Der Stern mag Bauer nicht!

Eine Frage der Ehre

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Die beste Serie im deutschen Fernsehen läuft auf dem Sender SAT 1, der sich gegenwärtig im Quotentief befindet: Eine Frage der Ehre – The Unit. Jonas Blane (Dennis Haysbert) als Chef einer fiktiven Spezialeinheit verfügt nicht nur über eine imponierende Körperfülle, sondern entscheidend ist, dass seine moralische Grundsätze dieser Massivität seiner Körpers entsprechen. Nie könnte man sich vorstellen, dass dieser Mann einen Millimeter von seine Grundsätzen abweicht. Und das Faszinierendste: Diese Grundsätze gelten für ihn keineswegs nur  lebensgefährlichen Kampfeinsätzen, sondern ebenso in ganz alltäglichen Konflikten.  Der Mensch wie er sein könnte und sein sollte.

Sendeplatz: Sat1, donnerstags, 23.10 Uhr

Jack Bauer: Ein Mann aus Stahl

Unsere Politiker finden sicherlich keine Zeit sich eine Action-Serie in einem kleinen Privatsender anzusehen, denn wenn sie es täten, müsste man darauf rechnen, dass sie dieser Serie öffentliche Vorhaltungen machen würde, wie dies die kulturelle Linke tut („Rambo für Intellektuelle“). Möglicherweise tun sie es aber doch, und fühlen sogar eine gewisse Affinität zu dem Hauptdarsteller dieser Serie, was sie der breiten Öffentlichkeit aber wohlweislich vorenthalten, denn dies wäre politisch unkorrekt, denn Jack Bauer -der Held dieser Serie- verhält sich so, dass Präsident Bush im Vergleich zu ihm so militant wie ein Schülerlotse wirkt. „Wenn ich mit Ihnen fertig bin, werden Sie nicht mehr wissen, wie sie heißen“, herrscht er einen Verdächtigen an. Und es bleibt keineswegs bei Androhungen von Gewalt – er tut es auch wirklich. Dabei wirkt dieser Mann weder von der Optik noch seiner Sprache her wie ein „Rambo“. Es dürfte bisher noch keine Serie mit einem Vertreter des Rechtsstaates in der Hauptrolle gegeben haben, wo der Protagonist eine derartig höfliche Sprache an der Tag legt. „Danke“ und „bitte“ kommen in einer derartigen Regelmäßigkeit vor, dass man wirklich den Eindruck haben muss, einen ausgesprochen zivilisierten Menschen vor sich zu haben. An ihm ist nichts Neurotisches, Obszönes oder Derbes, wie es ansonsten so üblich geworden ist bei den Vertretern des Rechtes auf unseren Bildschirmen. Und er auch keineswegs ein Muskelprotz, wie ihn der neue James-Bond-Darsteller so brilliant verkörpert. Seine Höflichkeit ist allerdings ausgesprochen selektiv. Die Bösen verdienen sie nicht und sie bekommen sie auch nicht. Ein wirkt wie ein Mann aus Stahl – weil seine Prinzipien unerschütterlich sind. Wie ein Kontrastprogramm wirkt dagegen der amerikanische Präsident Logan – ewig schwankend und immer gerade der Meinung des Beraters zugeneigt, den er gerade zuletzt gesprochen hat.

Jack Bauer schlägt wieder zu

Seit gestern abend läuft die 5. Staffel der amerikanischen Erfolgsserie „24“ (immer mittwochs) auf RTL 2. Die in Realzeit ablaufende Serie um den Anti-Terror-Agenten Jack Bauer bietet eine fast unerträgliche Spannung und eine bewunderungswürdige Heldenfigur. Dass in der Serie keine normale Polizei- oder Geheimdiensttätigkeit gezeigt wird, wird dem Zuschauer recht schnell deutlich. Jack Bauer ähnelt mehr einem Krieger als einem Polizisten. Einem Verdächtigen sagt er unverhohlen: „Ich kriege Sie zum Reden. Die Frage ist nur, wieviel Schmerzen Sie aushalten können.“

Ich glaube an Jack Bauer

Wer es nicht im Fernsehen gesehen hat, kann jetzt zu den DVDs greifen, um Jack Bauer in Aktion zu sehen. Wer wissen möchte, was ihn dort erwartet, liest diesen Artikel aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, auch wenn dort das Thema Religion etwas zu hoch gekocht wird, und „eher ein Anti-Held“ ist dieser Jack Bauer auch nicht:

 

Seine Stärken liegen im Inneren – es ist der feste Glaube an das Gute, an die Gerechtigkeit und an einen Sinn, für den es sich sogar zu sterben lohnt.

Und wie sieht das Böse in der Serie aus?:

 

Das Böse in „24“ symbolisiert die völlige Abwesenheit von Moral. Nihilismus. Über Nina Myers, eine Doppelagentin, die in den ersten beiden Staffeln eine dunkle Rolle spielt (unter anderem tötet sie die Frau von Jack Bauer) – heißt es einmal: „Du bist schlimmer als ein Verräter. Dir geht es um nichts. Du glaubst an nichts.“

Es behandelt Sie: Dr. House

Die neue Ausgabe der Zeitschrift The Undercurrent beschäftigt sich in einem Beitrag mit der Fernsehserie Dr. House (RTL), die auch in Deutschland zu sehen ist. Nach Meinung der New York Times soll der -brilliante, aber zynische- Protagonist ein Beispiel für „Rationalität“ abgeben, allerdings wird Dr. House so präsentiert, dass man ihn, außer man ist ernstlich krank, niemals gerne kennen lernen möchte – geschweige den mit ihm befreundet, verheiratet etc. sein (Ganz ähnlich gestrickt ist der Psychologe Dr. Edward Fitzgerald („Für alle Fälle Fitz„): Ein Psychologe, „der selbst sein bester Patient wäre, kettenrauchend, trinkend, spielsüchtig und gegenüber den Zumutungen des Alltags allein mit einem messerscharfen Verstand, Einfühlungsvermögen und dem Zynismus des gekränkten Idealisten ausgestattet.“)
. Hier gibt es die deutsche Abschrift einer Folge:

Mr. Merrell: Und Sie waren noch nie bei ihm. Wie können Sie jemanden behandeln, den Sie noch nie getroffen haben?

House: Das ist ganz leicht, wenn er einem scheißegal ist. Und das ist gut so, wenn, ähem, Emotionen einen rational handeln ließen, würden sie nicht so heißen.

Falsche Epistemologie

In der dieswöchigen Folge von „Mr. Monk“ (RTL) landet der Protagonist in einer psychiatrischen Klinik, wo er einen jungen Mann trifft, der an den Weihnachtsmann glaubt und dies folgendermaßen begründet: „Es steht im Internet, also muss es wahr sein.“ Wenn man nur den Eindruck hätte, dass die meisten Menschen, die sich außerhalb der Psychiatrie befinden, die Welt anders als dieser junge Mann zu ergründen suchen.