Tödliches Abtreibungsverbot

Diana Hsieh macht mich auf einen bestürzenden Vorgang in Nicaragua aufmerksam, zudem auch Indymedia einige Informationen liefert:

Trotz zahlreicher Proteste beschloss die nicaraguanische Nationalversammlung am 26. Oktober 2007 eine Änderung im Strafgesetzbuch, welche weitreichende Folgen für das Leben und die Gesundheit der Frau in Nicaragua hat. Bis dato war durch den Artikel 165 ein straffreier Schwangerschaftsabbruch aus medizinischer Indikation (aborto terapéutico) seit über 100 Jahren fest im Strafgesetzbuch verankert. Die Folge der Änderung dieses Artikels ist, dass ein Schwangerschaftsabbruch nun – unter Androhung von vier bis acht Jahren Haft, sowohl für ÄrztInnen als auch für Schwangere – generell verboten ist. Die Strafbarkeit führte innerhalb kürzester Zeit zum Tode von drei Frauen, denen trotz Schwangerschaftskomplikationen die medizinische Behandlung untersagt wurde. Nicht mitgezählt sind hier alle Frauen, die sich nicht ins Krankenhaus gewagt hatten, aus Angst, sie könnten aufgrund von Komplikationen den Fötus verlieren und sich damit strafbar machen.

Abtreibungsrechte auch in Portugal

Blogger Le Penseur polemisiert über das Ergebnis einer Volksabstimmung in Portugal, die zu einem liberalen Abtreibungsrecht führen könnte. Der entscheidende Denkfehler in diesem Artikel besteht aus der Gleichsetzung von Föten und Kindern. Insgesamt sieben Mal wird der Ausdruck „Kinder“ oder „Kind“ in dem Text verwendt. Der Begriff „Embryonen“ hingegen nur ein Mal in der Einleitung. Robert W. Stubblefield hat in einem Artikel im The Intellectual Activist aus dem Jahr 1994:

A fetus is not an actual living entity; it is only a part of a woman, its vital functions remain an aspect of her body.

Notizen zum Problem Abtreibung

Sascha hat ganz aktuell auf Heroic Dreams einige Notizen zum Thema Abtreibung veröffentlicht. Sascha stellt deutlich heraus, dass ein Fötus nur ein potenzieller Menschen und deshalb keine Rechte beanspruchen kann:

Rechte haben nur aktuelle Menschen, nicht potenzielle. Was kein Mensch ist, kann auch nicht die Rechte eines Menschen in Anspruch nehmen. Es macht keinen Sinn, einem Zellklumpen, einem Gewebeauswuchs, so etwas wie politische Rechte zuzusprechen. Die Mutter hingegen ist ein aktuelles menschliches Wesen und sie hat daher selbstverständlich die vollumfänglichen Rechte eines Menschen. Der Fötus ist dagegen lediglich ein Teil ihres Körpers, und fällt daher vollumfänglich unter ihre Verfügungsgewalt. Und wenn sie nicht möchte, dass da in ihrem Unterleib ein entsprechender Gewebeauswuchs wächst, dann hat sie selbstverständlich das Recht, ihn entfernen zu lassen.

Da auf Saschas Blog keine Kommentarfunktion mehr vorgesehen ist-vermutlich wegen der intensiven Spam-Kommentare- hier eine kurze Anmerkung: Die Unterscheidung zwischen Aktualität und Potenzialität wird unter Objektivisten -fast ausnahmslos- anerkannt, allerdings stellt sich mir schon doch die Frage, ob die Potenzialität in der Tat völlig bedeutungslos ist-wenn man Saschas Kommentar folgt, scheint dies so zu sein-, schließlich ist zu konstatieren, dass hier eine potenzieller Mensch heranwächst, und kein potenzieller Frosch. Insbesondere ist zu fragen, ob die Potenzialität etwa in den letzten Wochen der Schwangerschaft eine andere Qualität hat als in den ersten Wochen. Man könnte vielleicht argumentieren, dass eine Abtreibung in den späteren Phasen der Schwangerschaft schwerwiegendere Gründe zu ihrer Rechtfertigung haben muss, also ein stärkeres moralisches Problem -nicht rechtliches Problem- aufweist. Siehe hierzu auch die Site Abortion is Pro Life. Dort wird ausgeführt, dass ein Fötus menschlich sei, da es menschliche DNA aufweise, aber da es nicht unabhängig von der Mutter existiere, könne es nicht die Rechte eines Menschen genießen. Angemerkt wird allerdings, dass gegen Ende der Schwangerschaft, wenn der Fötus physiologisch außerhalb des Mutterleibes existieren könnte und lebensfähig sei, keine Abtreibung mehr durchgeführt werden solle, sondern die Geburt eingeleitet werden sollte. Eine „libertäre“ Gegenposition siehe hier: „Das ungeborene Kind ist nicht nur ein Potenzial.“