Zurück in die DDR Das Wirtschaftsmagazin Capital …

Zurück in die DDR

Das Wirtschaftsmagazin Capital präsentiert sich erstmals mit einem „inhaltlich, optisch und strukturell völlig neuen Konzept.“ Chefredakteur Klaus Schweinsberg meint im Editorial, dass eine mutlose Kanzlerin uns in den Sozialismus führt:

Angela Merkel führt uns wirtschafts-politisch genau dorthin, wo sie selbst herkommt: in den Sozialismus. Vom „Mut zur Freiheit“, wie sie ihn verschiedentlich beschwor, ist in ihrem Regierungshandeln nichts, aber auch gar nichts zu erkennen. Im Gegenteil: Angela Merkel fehlt jedweder Mut. Und vor der Freiheit hat sie sogar Angst.

Vermutlich hat die Kanzlerin mehr Angst vor den Wählern als der Freiheit, aber diese Wähler haben genau die Regierung und die Kanzlerin, die sie verdienen. Frau Merkel führt nicht in den Sozialismus: sie wird dorthin geschoben.

Bush nicht zu Gast bei Freunden

Präsident Bush besuchte Kanzlerin Angela Merkel in ihrem Heimatstaat Mecklenburg-Vorpommern, wo er unter anderem auch ein Grillfest mit seiner Gastgeberin besuchte – allerdings ohne den dortigen sozialdemokratischen Ministerpräsidenten(Spiegel Online), der trotz Einladung keine Lust verspürte, dieses Fest zu besuchen. Leserbriefschreiber Walter Sch. aus Hamburg kommentiert diesen Vorgang in DIE WELT:

Wie wäre es denn gewesen, wenn Russlands Präsident Putin Mecklenburg-Vorpommern besucht und zum Grillfest geladen hätte? Tatsache ist: Die meisten SPDler haben nun einmal eine chronische Aversion gegen die USA, das „Mutterland“ des bösen, aber auch für Arbeitnehmer erfolgreichsten Wirtschaftssystems – des Kapitalismus.

Die Beobachtung des Lerserbriefschreibers ist durchaus zutreffend: Ein Grillfest mit Präsident Putin hätte Ministerpräsident Ringstorff selbstverständlich nicht boykottiert und tatsächlich ist der Kapitalismus überaus erfolgreich, wenn auch bedauerlicherweise die USA -ebenso wie den anderen westlichen Länder- den Kapitalismus auch nur halbherzig praktizieren. Er versäumt es allerdings, das Wort „böse“ in Anführungszeichen zu setzen, denn der Kapitalismus ist nicht nur erfolgreich, er ist vor allem auch moralisch gut.

Angela Merkel und die Deutschen

Angela Merkel hat es in diesem Jahr in das Kanzleramt geschafft, aber doch mit mehr als einem Schönheitsfehler behaftet: „Auch Angela Merkel ist drin, doch ohne das Programm, mit dem sie draußen angeklopft hatte.“ Und der konservative Publizist Gauland erklärt uns auch, warum dies so ist: „Dass eine Mehrheit der Deutschen nach wie vor vom Staat Schutz und Zuwendung erwartet und höchst skeptisch auf die Parole von mehr Eigenverantwortung reagiert, hat eben nicht nur mit den letzten 100 Jahren zu tun, sondern liegt tief in den deutschen Seelenlandschaften begraben.“ Adenauer, Erhard, Katzer, Kohl hätten die Union „als christlich-soziale Volkspartei definiert und dafür gesorgt, dass sie sich von den Lebensvorstellungen der Menschen nicht zu weit entfernt.“ Dass Alexander Gauland den neoliberalen Erhard in eine Reihe mit Politikern wie Katzer, Kohl oder Adenauer stellt, ist sicherlich absurd, aber er erkennt richtig, dass der Versuch -den er Angela Merkel unterstellt-, die Union in eine „liberale Volkspartei“ umzumodeln, sicherlich zum Scheitern verurteilt ist, solange eben jenes Gedankengebräu nicht verändert wird, das in der Tat tief in den deutschen Seelenlandschaften begraben liegt. Dazu bedarf es einer kulturellen Revolution.

Angela Merkel keine Maggie Thatcher

In einem Leserbrief an Robert Tracinskis Informationsdienst TIADaily lehnt Thomas die Auffassung ab, dass es sich bei der voraussichtlichen Kanzlerkandidation Angela Merkel um eine deutsche Margret Thatcher handeln würde: “

„In TIA Daily May 23 you compared Angela Merkel to Margaret Thatcher. [The comparison came from a Wall Street Journal article by John Fund,–RWT] But that is hardly, what she can be called. As a Christian Democrat (CDU) her altruism clearly can be seen in all her political attitudes (see her attitudes towards government handouts for low-income families with kids). She would never even attempt to achieve, what Thatcher has achieved. It would ruin her political career and that of her party. Most Germans would never endorse any kind of Thatcherism. She also is known for ousting her former colleague Friedrich Merz, a taxexpert, who is much more pro-business than herself, and who is known for his demand of simplifying the tax system, so that an average taxpayer could do his yearly tax-report on one small sheet of paper (today you have to go through upto half a dozen). The only party in Germany that is at least in some way consistently pro-business are the Free Democrats (FDP). But their percentage at elections usually is about 5 to 10 percent. Usually the CDU needs their cooperation for government to get over the 50 percent majority. I regard Christian Democrats and their altruism without the influence of Free Democrats as unbearable.“