Neocons, die Sozialdemokraten der Rechten

Hannes Stein gefällt Ann Coulter sicherlich deutlich besser als Michael Moore – und dies nicht nur optisch. In seinem Artikel fällt mir allerdings eine Beschreibung der amerikanischen Neokonservativen auf, die nur eine halbe Wahrheit zum Ausdruck bringt:

Sie gehört nicht zu den „neocons“, den verfemten amerikanischen Neokonservativen – die ja im Grunde (und wenn man genauer hinschaut) innenpolitisch eher Sozialdemokraten, außenpolitisch aber kämpferische Liberale sind.

Stein scheint davon auszugehen, dass zwischen den innen- und außenpolitischen Ansichten der Neocons eine grundlegende Differenz besteht. Dies möchte ich bezweifeln. Altruistische Prämissen beherrschen das neokonservative Denken durchaus sowohl in den Innen- wie in der Außenpolitik. Außenpolitisch ist die neokonservative Richtung kein neues Phänomen, sondern ist bekannt unter den Begriffen „Liberaler Internationlismus“ oder „Wilsonianismus“ -einige Neokonservative sprechen von ihrer Schule als einem „harten Wilsonianismus“-, wenn sich auch die jeweiligen Methoden unterscheiden, denn Neokonservative sprechen offen aus, dass sie für ihre ambitionierten außenpolitischen Ziele auch Gewalt einsetzen wollen.

Literatur: Yaron Brook und Alex Epstein: Neoconservative Foreign Policy: An Autopsy (vollständiger Text nur für Abonnenten)