Amerika, Idee und Realität

Viel von unserer Größe kommt von einer Idee. Sie ist nicht, wie Joe Biden behauptet, „größer als ein Ozean“. Sie ist so klein wie das Individuum. Das Britische Empire, dass wir zwei Mal besiegt haben, behauptete, die Ozeane zu beherrschen. Amerikas Stolz war, dass der individuelle Arbeiter, nicht ein König oder ein Präsident, seine Nation und sich selbst beherrschte. Die Briten hatten einen König, Amerika hatte Millionen von Königen und Königinnen. Viele Nationen hatten solche Ideen. Was Amerika einzigartig machte, war, dass – anders als der Rest der Welt – wir es Realität werden ließen. Und wir haben es nicht getan durch leere Theorien, sondern durch ein System einer repräsentativen Regierung, gestützt von harten Beschränkungen für diese Regierung.

Daniel Greefield: Biden is Wrong: America is a Reality

Roger Kusch im moralischen Abseits

Roger Kusch mag aus juristischer Sicht so weiß sein wie frisch gefallener Schnee, seine moralische Weste allerdings hat einige dunkle Flecke abbekommen. Sicherlich hatte die 79jährige Bettina S. Angst vor einem Heimaufenthalt, und sicherlich hatte sie sich auch den Tod als Alternative zu dieser bedrückenden Perspektive ins Auge gefaßt. Nur hätte sie diese Idee auch in die Tat umgesetzt, ohne die moralische Sanktion, die ihr der Hamburger Ex-Senator gegeben hat? Die Gespräche mit Kusch müssen der keineswegs schwerkranken Frau die Gewissheit vermittelt haben, dass ihr Tod einer „großen Sache“ dienlich sei, was sie gegenüber Kusch auch recht deutlich äußerte: „Wenn Sie dadurch, dass Sie mich bis kurz vor meinem Tod begleiten, irgendwann einmal Argumente haben, die unsere trägen und völlig daneben liegenden Politiker dazu bringen, die Gesetze zu ändern, dann wäre im Grunde genommen mein Tod ein Vorteil für andere Menschen.“ Kusch sieht sich selbst nur „Vollstrecker des Willens“ der Bettina S., was er bemerkenswerterweise bei einem jungen Menschen allerdings unterlassen hätte. Und warum mußte Kusch etwas vollstrecken, wozu die Dame durchaus noch selbst in der Lage gewesen wäre? Und hat Roger Kusch noch nie etwas davon gehört, dass Menschen auch den freien Willen haben, das Falsche zu wollen? Für Kusch waren die Gebrechlichkeit, das Alter und die Vereinsamung der Frau nachvollziehbare Gründe für einen Suizid. Wären sie es nicht gewesen, hätte er an diesem makaberen Schauspiel gar nicht teilgenommen. Bettina S. muss gewußt haben, dass ihre Gründe für einen Mann wie Dr. Roger Kusch akzeptabel erscheinen. Und dann noch die Aussicht, anderen Menschen durch ihren Tod etwas zu geben… Ein tödliche Cocktail!

Kusch weiter für Legalität von Sterbehilfe

4950.jpgDer Parteivorsitzende der Hamburger Partei Rechte Mitte -Heimat Hamburg (seit dem 1. 7. trägt die Partei diesen Namen), Roger Kusch, hat sich bei BILD Zeitung unbeliebt gemacht, weil er in „einem Hamburger Seniorenheim den Prototypen eines Gerätes vorgestellt (hat), mit dem sich Sterbewillige eine tödliche Injektion geben können.“ (DIE WELT) Die BILD Zeitung präsentierte Kusch als „Verlierer“ des Tages und kommentierte mit einem Wort: „Widerlich“. Eine Begründung für eine derartiges Urteil scheint die Zeitung für entbehrlich zu halten, aber entbehrlich ist sie mitnichten, denn das „Widerliche“ bei der Aktion von Kusch ist keineswegs offensichtlich. Wenn man anerkennt, dass Menschen auch das Recht haben, ihr Leben zu beenden, dann kann man diesen Automaten, der eben dieses offensichtlich schnell und schmerzfrei ermöglichen soll, nicht auf eine derartige Weise moralisch verdammen. Wenn man der Meinung ist, dass Menschen dieses Recht nicht haben, sollte man dies auch offen aussprechen und vor allem: begründen. Dies könnte man von der größten deutschen Tageszeitung erwarten. Übrigens ist die Kurzbezeichnung für die neue Partei nun der Nachname der Parteigründers KUSCH. Eine weit weniger gute Idee als die Unterstützung der Legalisierung von Sterbehilfe.

Die tödliche FDA

Dies ist eine äußerste bedrückende Meldung, weil sie zeigt, welche unmittelbar tödlichen Konsequenzen es haben kann, wenn man -konkret der Staat- Menschen die Freiheit nimmt, ihrem vernünftigen Urteil zu folgen (Apotheke Adhoc):

Todkranke Patienten in den USA haben nach einem Gerichtsentscheid kein verfassungsmäßiges Recht auf nicht zugelassene Arzneimittel. Zwei Interessengruppen hatten als Patientenvertreter gegen die Food and Drug Administracion (FDA), die Zulassungsbehörde in den USA, geklagt. Ihre Forderung lautete, dass Medikamente, die erste Patiententests mit 20 bis 80 Probanden erfolgreich durchlaufen hätten, auch den sterbenskranken Patienten zur Verfügung stehen sollten.

Yaron Brook vom Ayn Rand Institute hat in einer Presseerklärung dieses Urteil heftig kritisiert. Er sei unmoralisch und destruktiv, Menschen davon abzuhalten, die Medizin zu nehmen, für die sie entschieden hätten.

Ein Sieg der Gerechtigkeit

Die WELT berichtet über ein Gerichtsurteil in London:

Ein britisches Gericht hat am Mittwoch mehrjährige Haftstrafen wegen Aufstachelung zu Mord und Rassenhass im Zusammenhang mit Protesten gegen Karikaturen des Propheten Mohammed im Februar 2006 verhängt. Drei muslimische Angeklagte erhielten jeweils sechs Jahre Haft, nachdem sie für schuldig befunden wurden, sich während einer Demonstration am 3. Februar 2006 vor der dänischen Botschaft in London durch Aufrufe zum Mord hervorgetan zu haben. Der vierte muslimische Angeklagte wurde vom Vorwurf der Anstachelung zum Mord freigesprochen, aber wegen Aufrufs zum Rassenhass zu vier Jahren Gefängnis verurteilt.

Blogger Medworth erinnert uns daran, dass die Angeklagten nicht verurteilt worden sind, weil sie von ihrem Recht auf Meinungsfreiheit Gebrauch gemacht haben, sondern für Akte von Gewalt:

It is ridiculous for a mafia boss to claim the protection of freedom of speech in ordering his henchmen to murder someone, and we rightly consider dictators who order genocide as mass-murderers even if they do not personally slit any throats. The speakers would be just as guilty if their audience refused to follow their instructions. The distinction between speech and violence, and the absolute sanctity of the former, is vital to keep in mind if we are to retain our liberty.

Zur Abgrenzung „Aufforderung zum Mord“ versus „Anstiftung zum Mord“ fand ich in einem Diskussionsforum folgenden interessanten Beitrag:

Die bloße Aufforderung zum Mord ist in einer freiheitlichen Gesellschaft nicht als AnSTIFTUNG zu betrachten. Der Beauftragte wird seinem Auftrag vernünftigerweise nicht nachkommen, wenn er keinen Nutzen hieraus ziehen kann, den er höher schätzt, als die Risiken, die ihm aus der Verfolgung durch die Angehörigen des Opfers drohen.

Eine Anstiftung liegt nur vor, wenn dem Täter ein Vorteil aus seiner Tat versprochen oder gewährt wird.

Es sind nicht die Worte, die den Mörder anstiften, sondern seine Erwartung eines Vorteils aus der Tat. Diese Erwartung zu schüren ist die Schuld des Anstifters. Es handelt sich aber hier nicht um bloßes Gerede, um bloße Worte.