Obama in der Rolle des Versöhners – ohne die Unternehmer

Die NZZ beschäftigt sich mit einer Grundsatzrede, die Barack Obama gehalten hat:

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama, Sohn einer Weissen und eines Schwarzen, will die Rassenkluft in den USA überwinden. Er trete an gegen eine Politik der Spaltung, der Konflikte und des Zynismus, sagte er.

Robert Bidinotto weist darauf hin, dass bei dieser „Großen Nationalen Einheit“, die Obama vorschwebt, eine Minderheit allerdings ausgeschlossen ist: die Unternehmer.
Bidinotto hat auf seinem Blog ein Zitat von Obama, wo er von den „wirklichen Schuldigen“ spricht („real culprits of the middle class squeeze“) es aber vermeidet direkt von Geschäftsleuten zu sprechen -lediglich „Lobbyisten“ werden genannt-, sondern nur eine „Unternehmenskultur“ anprangert, die seiner Meinung nach durch unmoralische Praktiken gekennzeichnet ist. Wie sehr der Wunsch nach „Einheit“ sein Denken bestimmt, zeigt das immer wieder gebrachte Zitat von Abraham Lincoln, der da sagte, dass „ein in sich gespaltenes Haus kann keinen Bestand haben“ könne.

„Wandel“ – In welchem Sinn?

Seine Anhänger sagen, dass Barack Obama „eine Bewegung“ ist, kein Kandidat. Wohin will er uns bewegen? Zu noch mehr Etatismus und Bürokratie als wir bereits haben? Zu noch weniger Freiheit und mehr Sozialismus, Faschismus und Wohlfahrtsetatismus? Obama mag eine Bewegung anführen. Aber es ist eine Bewegung, die mehr vom gleichen will. Entschuldigung. Weder seine Hautfarbe noch sein Charme können daran etwas ändern.

Michael Hurd

Mark Steyn über John McCain

steyn_small.jpgMark Steyn (Foto – Steyns Aufsatz wird auch vom National Review Online veröffentlicht, dort allerdings unter einem anderen Titel) ist sicherlich kein großer Freund von John McCain („Mein Freunde, jeder einzelne von uns hat die Pflicht, einer Sache zu dienen, die größer ist als unser eigenes Selbstinteresse.“ – Dieses Motto findet sich auf der Website des Präsidentschaftskandidaten):

Für einen gewissen Prozentsatz der Wähler ist McCain tonal ein Konservativer, und dies übertrumpft die Tatsache, dass eine Menge von seinen politischen Vorstellungen zutiefst unkonservativ sind.

Wie große die Abneigung gegenüber McCain im konservativen Lager ist, macht auch ein Aufsatz auf der Website des konservativen National Review deutlich, wo der Autor Andrew C. McCarthy den Behauptungen der McCain-Anhänger, dass dieser nie Steuererhöhungen zugestimmt habe, entgegenhält, dass McCains politische Vorstellungen zum „Klimaschutz“ zu der gewaltigsten Steuererhöhung in der amerikanischen Geschichte führen würde.

Die Präsidentschaftswahl aussitzen?

Der Psychologe Michael Hurd wird von einem Leser gefragt, wie er sich bei den Präsidentschaftswahlen verhalten wird. Hurd antwortet, dass er entweder widerwillig für McCain stimmen wird oder die Wahl aussitzen wird. Auf keinen Fall käme für ihn allerdings die Wahl von expliziten Sozialisten-Etatisten wie Obama oder Senatorin Clinton in Frage. McCain bezeichnet er als psychologisch und persönlich „instabile“ Persönlichkeit. Hurd hält ihn für krank, wobei die Frage ist, wie krank. Was seine Politik angehe, habe er den Eindruck, dass McCain Kriege einfach mag: „

Er glorifiziert Märtyrertum und Aufopferung, und ich denke, er meint es wirklich so.

Der Beitrag von Michael Hurd wirkt wie ein wenig überzeugendes Plädoyer für McCain, wozu er eigentlich nur kommen kann, weil er Obama und Frau Clinton in ein besoders gruseliges Licht taucht, um McCain dann irgendwie noch als „kleineres Übel“ durchgehen zu lassen. Aber mag die Wahl für Präsident Bush vor vier Jahren noch in gewisserweise gerechtfertigt gewesen sein, so sollte im Falle McCain nicht die deutlich negativere und hartnäckerige ideologische Festlegung des John McCain nicht vergessen werden. Auf seiner Website steht in deutlichen Lettern: „A Cause Greater Than Your Self-Interest…“ Gibt es derartig explizite Aussagen zugunsten des persönlichen Opfers für eine „größere Sache“ bei Obama oder Frau Clinton? In einem Beitrag auf seinem Blog hält Robert Bidinotto McCain im Vergleich zu Präsident Bush für den erheblich schlimmeren Politiker:

„Weder Bush noch McCain folgen irgendeiner systematischen Ideologie; somit kann man beide als Pragmatiker bezeichnen. Aber anders als Bush hat McCain einige besonders giftige Ideen aus der progressiven Ideologie aufgegriffen, und er hält an ihnen fest wie ein Bullterrrier. Deswegen wäre McCain ein viel schlimmerer und weit gefährlicherer Präsident als der weitgehend steuerlose George W. Bush.“

Bloss nicht McCain

Der Super-Dienstag in den USA ist vorbei und John McCain marschiert in Riesenschritten auf die Präsidentschaftskandidatur der Republikanischen Partei zu. Robert Bidinotto warnt in einem lesenswerten Beitrag noch einmal eindringlich vor diesem Kandidaten, der -nach dem „mitfühlenden Konservatismus“ von George W. Bush- ein „weiteres ideologisches Desaster für die Partei, und die Nation“ bedeuten würde. Aller Voraussicht steht uns eine Wahlentscheidung bevor zwischen einem „Tweedledee liberal progressivism“ und einem „Tweedledum conservative progressivism“. Für die letztgenannte etatistische Variante steht John McCain und sein Sieg wäre ein schwerer Schlag für alle individualistischen Kräfte in der Republikanischen Partei.

Alan Reynolds schreibt auf dem Blog Cato at Liberty, dass Mc Cain eine Reinkarnation von „Ike“ (Ex-Präsident Dwight w. Eisenhower) sei: „Es sieht große nationale Ehre in der Aufopferung (des Steuerzahlers), in einem staatlichen Zwangsdienst etc.“

McCain, der Klassenkämpfer

Michelle Malkin spricht vom Klassenkämpfer John McCain Edwards in Anspielung auf den linkslastigen John Edwards, und tatsächlich schafft es der Republikaner John McCain perfekt auf der anti-kapitalistischen Klaviatur zu spielen:

Und wie sei das denn mit der Führungsstärke, auf die sich der erfolgreiche Geschäftsmann Romney so viel einbilde? Manchmal, fügt McCain fein lächelnd an, hätten Leute dabei ihren Job verloren. Er hingegen habe nicht für Profit geführt – sondern aus Patriotismus.

(SPON)

Myrhaf nennt McCain ein „Monster“ und bittet die republikanischen Teilnehmer an den Vorwahlen, diesen Mann zu verhindern, denn kein Demokrat wäre in der Lage, ihn im November zu stoppen.