„Fitna“ provoziert, aber…

Über den Autoren des anti-islamischen Filmes Fitna schreibt Jörg Fischer-Aharon:

Geert Wilders ist Vorsitzender und Parlamentsabgeordneter der niederländischen „Partei der Freiheit“ (PVV), die bei den letzten Parlamentswahlen aus dem Stand knapp 6 Prozent der Stimmen errang. Bis letzte Woche wurde er und seine Gruppe von vielen Niederländern als liberal-konservativ, mitunter als „radikal-liberal“ bezeichnet, seit Donnerstag ist er – zumindest für die meisten Medien – nur noch „der Rechtspopulist“.

Und sein Film?

Geert Wilders ist Politiker, kein Filmemacher. Das merkt man seinem Film auch an. Handwerklich, vom filmischen her gesehen, ist er einfach schlecht. Auch enthält er keinen Neuigkeitswert. Er stellt Koran-Verse, in denen zur Ermordung der „Ungläubigen“ aufgerufen wird in einen bildchen Zusammenhang zu den islamistischen Terrorangriffen auf New York und Madrid, dokumentiert die antisemitische Hasspropaganda etwa im staatlichen Fernsehen Saudi-Arabiens und die homophoben Ausfälle diverser „Prediger“. Der Film ist auch nicht wissenschaftlich. Das kann er – bei einer Länge von gerade 15 Minuten – auch gar nicht, und das muss er auch nicht, denn Wilders ist, wie erwähnt, Politiker und kein Wissenschaftler.

Schockierend sei nicht der Film, meint der Autor, sondern die Reaktionen:

Denn die Reaktionen, der vorauseilende Gehorsam gegenüber faschistoiden Terroristen – begründen die Frage, wie es um die Meinungsfreiheit bestellt ist, wie wehrhaft unsere Demokratie ist und wie standhaft unsere offene Gesellschaft sich gegen jene Elemente behauptet, die genau diese unsere offene Gesellschaft zerschlagen wollen.

Die NZZ schreibt in der Reaktion auf den Film:

Länder wie Iran, Indonesien oder Bangladesh verurteilten die Dokumentation, in welcher der Islam als Gewaltorgie dargestellt wird. Die niederländische Regierung hat sich von Wilders Film distanziert.

Auch der konservative Publizist Jonah Goldberg hat Fitna gesehen:

Fitna ist provokativ, aber hat guten Grund, dies zu sein.

Und die Reaktion der Linken -oder müßte man sagen, die fehlende Reaktion- empört ihn:

Sie reservieren ihre Leidenschaft und ihre Verachtung für religiöse Christen, die weder gewaltätig noch fanatisch sind.

Goldberg erwähnt dies nicht, aber man sollte schon darauf verweisen, dass Personen wie Yaron Brook, John Lewis und andere säkular orientierte Menschen
deutlich gegen den Islam aufstehen und dafür ernsthafte Drohungen und Einschüchterungen hinnehmen müssen. Die beschämende Haltung der von Goldberg erwähnten Linken ist keineswegs typisch für alle nicht-christlichen Menschen des Westens. Auch wenn man die christlichen Richtungen im Westen nicht mit dem Islam gleichsetzen sollte, sind sie doch nicht so harmlos wie Goldberg meint, denn das politisierte Christentum in den USA stellt immer wieder die Trennung von Staat und Religion in Frage.