Zufällige Bemerkungen Mai 2009

thomas_sowellAls die Kinder meiner Schwester Teenager waren, sagte sie ihnen, dass, wenn sie in Schwierigkeiten kämen und im Gefängnis enden würden, sie das Recht hätten, einen Anruf zu machen. Sie fügte hinzu: „Verschwendet diesen Anruf nicht dadurch, dass ihr mich anruft.“ Wir werden nie erfahren, ob sie ihren Rat beherzigt hätten, denn niemand von ihnen war je im Gefängnis.

Eines der wichtigsten Talente für Erfolg in der Politik ist die Fähigkeit, völligen Blödsinn nicht nur plausibel, sondern inspirierend klingen zu lassen. Barack Obama hat dieses Talent. Wir haben Glück, wenn wir den Katastrophen entgehen können, in die andere Länder von Führern gebracht wurden, die dieses Talent auch hatten.

Wenn gesteigerte staatliche Ausgaben mit geliehenem oder frisch geschaffenem Geld eine „Stimulans“ ist, dann wäre die Weimarer Republik in eine beispielose Prosperität stimuliert worden, und nicht in eine galoppierende Inflation und weit verbreitete ökonomische Verzweifelung, die schließlich Hitler an die Macht brachte.

Quelle: Thomas Sowell, Random Thoughts May 2009

Die Wirtschaft „anstoßen“

Der Ökonom Thomas Sowell gehört nicht zum Beraterstab von Barack Obama und so muss man davon ausgehen, dass derartige Warnungen, wie sie Sowell äußert, den zukünftigen Präsidenten nicht erreichen werden. Sowell erinnert an die Weltwirtschaftskrise der dreißiger Jahre, die die Präsidenten Hoover (US-Präsident von 1929 bis 1933) und Roosevelt (US-Präsident von 1933 bis 1945) versuchten zu managen:

Trotz des Mythos, dass Herbert Hoover ein Tut-nichts-Präsident war, war er der erste Präsident der Vereinigten Staaten, der sich einschaltete, um zu versuchen, die Wirtschaft wieder auf den richtigen Kurs zu bringen. Herbert Hoover tat, was Obama beabsichtigt, zu tun. Hoover erhöhte die Steuern für Menschen mit hohen Einkommen und überzog den internationalen Handel mit Restriktionen, um zu versuchen, amerikanische Jobs zu retten. Es funktionierte damals nicht und wird voraussichtlich jetzt auch nicht funktionieren. Kurz gesagt: die Wirtschaft heute hat ernste Probleme, aber die Dinge sind nicht hoffnungslos, aber durch Politiker könnten sie hoffnungslos gemacht werden.

Was wissen wir über Barack Obama?

Obamas Anhänger wollen wenig über ihr Idol wissen, aber Thomas Sowell sagt es trotzdem:

Von den vier Personen, die auf den republikanischen und demokratischen Tickets für die Ämter des Präsidenten und Vizepräsidenten kandidieren, wissen wir am wenigstens über den, der die Meinungsumfragen anführt – Barack Obama. (…)
Wir wissen, dass er die Praxis ablehnte, gewalttätige Jugendliche vor Gericht als Erwachsene zu behandeln. Wir wissen, dass er gegen ein Gesetz war, das es Ärzten verbietet, ein Kind zu töten, das trotz Abtreibung geboren wurde. Wir wissen, dass Obama Versuche ablehnte, Fannie Mae stärkeren Regulierungen zu unterwerfen – und dass er der zweitgrößte Empfänger von Wahlkampfzuwendungen von Fannie Mae war. Wir wissen, dass seine Kampagne eben in diesem Jahr Rat suchte bei dem in Ungnade gefallenen früheren Fannie Mae-Vorstandsvorsitzenden Franklin Raines. Fannie Mae und Raines waren im Zentrum des „Chaos in Washington“, das Barack Obama unter dem Banner des „Wandels“ aufräumen möchte. Der Öffentlichkeit ist sehr wenig darüber erzählt worden, was dieser Mann mit der wundervollen Rhetorik wirklich getan hat. Was wir wissen, ist genug, um uns Gedanken zu machen über das, was wir nicht wissen. Zumindest sollte es dies. Für die wahren Gläubigen -was viele in den Medien einschließt- ist es nur eine Frage, ob man ihn mag oder nicht.

Eine lebende Lüge

Sollte Barack Obama Präsidentschaftskandidat der Demokraten werden, würde er die Stimme von Thomas Sowell definitiv nicht bekommen:

Es ist verständlich, wenn junge Leute so angezogen werden von Obama. Jugend ist ein anderes Wort für Unerfahrenheit, und Erfahrung ist das, was man im Umgang mit geschickten und charismatischen Demagogen am nötigsten braucht. Jene von uns, die alt genug sind, um  diesen Typus in all den Jahren immer wieder gesehen haben,  können ihn nicht länger anregend finden. Für sie ist er stattdessen so ermüdend wie gefährlich.

„Obama, erster Demagoge seit den 30er-Jahren“

Ob Barack Obama wirklich der erste Demagoge in den USA seit den 30er Jahren ist, möchte ich zwar bezweifeln, aber Norman Podhoretz Einschätzung des demokratischen Kandidaten scheint mir durchaus zutreffend zu sein, denn unter einem Demagogen würde ich einen Politiker subsumieren, der versucht an die irrationalen Gefühle seiner Anhänger zu appellieren oder diese erst zu entfachen, und Obama spielt perfekt auf dieser Klaviatur, auch wenn seine Melodie so geschmeidig und scheinbar menschenfreundlich klingt:

Ich glaube, Barack Obama ist der erste Demagoge in der amerikanischen Politik seit den Dreißigerjahren. „Demagoge“ ist ein Wort, das selten auf ihn angewandt wird, aber es trifft genau. Demagogen appellieren an die Ängste, an den Ehrgeiz der Gemeinschaften, die sie vertreten. Just das tut Obama. Er wird häufig kritisiert, weil er so vage sei. Jene, die diese Kritik üben, verstehen nicht, dass ja gerade das seinen Zauber ausmacht! Die Leute wollen von Obama keinen Zehn-Punkte-Plan zur Gesundheitsreform hören. Sie würden dabei sowieso einschlafen. Statt dessen redet er unablässig von „Wandel“ und von „Hoffnung“, ein billiger Trick – aber er funktioniert.

Auch Thomas Sowell verwendet in seinem Artikel den Begriff Demagoge, und man kann fast davon ausgehen, dass er Obama meint, wenn er schreibt, dass ein schwarzer Demagoge auch nicht anders behandelt werden sollte als ein weißer.

Von seinen Mentor, Pastor Jeremiah Wright, muße Obama sich jetzt distanzieren -er wolle ihn aber nicht „verstoßen“, da dieser ihm Jesus nahe gebracht habe- nachdem von diesem rassistische (gegenüber Weißen) und anti-amerikanische Äußerungen bekannt geworden waren.