Den Klimawandel rational diskutieren

Greta Thunberg hat zweifellos echte Angst davor, was in einigen Jahrzehnten mit der Welt passieren könnte. Aber warum sollten wir den Worten eines Kindes so viel Autorität zubilligen? Die Politiker, die derzeit gegenüber Thunberg katzbuckeln, müssen erklären, wie sie plötzlich von der Huldigung der Experten für Fragen der globalen Erwärmung dazu übergehen, einer Person zu Füßen liegen, die noch nicht einmal einen Schulabschluss besitzt.  Thunberg löste die „Fridays for Future“-Bewegung aus, die Kinder dazu auffordert, die Schule zu schwänzen, um gegen den Klimawandel zu protestieren. Aber es wird zweifellos die Schule gewesen sein, wo der schwedische Teenager die Idee her hat, dass die Welt bald in Flammen steht. In ganz Europa, und insbesondere in Ländern wie der Schweiz, Deutschland und Schweden, sind Lehrer zu Predigern des grünen Alarmismus geworden. Deshalb freuen sich viele Lehrer über protestierende Kinder, die für einen „guten Zweck“ der Schule fernbleiben.

Andrea Seaman: Den Klimawandel erwachsen diskutieren

Der „New Green Deal“ ist eine existenzielle Bedrohung, nicht der Klimawandel

Die Kernidee des „New Green Deal“ – unterstützt von praktisch allen demokratischen Präsidentschaftskandidaten -, ist das rasche Verbot von Energie aus fossilen Brennstoffen und ihre Ersetzung durch erneuerbare Energie, größtenteils aus Sonne oder Wind. Dies wäre der radikalste Wandel in der Geschichte der amerikanischen Ökonomie, und hätte, wie viele Kommentatoren dargelegt haben, desaströse Konsequenzen angesichts a) der Unzuverlässigkeit von Sonne und Wind und b) der zerstörerischen Wirkung, die jede staatlichen Übernahme eines Segmentes der Wirtschaft entfaltet. Warum hat also der „Green New Deal“ solch eine Anziehungskraft? Weil er ein kühner Plan ist, der auf etwas gerichtet ist, das eine „existenzielle Bedrohung“ sein soll – den CO2-Emissionen von fossilen Brennstoffen, oder dem „Klimawandel“. Eine „existenzielle Bedrohung“ bedeutet eine Bedrohung der Existenz, wie wir sie kennen und lieben. Tatsächlich ist die Zahl der Toten mit Bezug zum Klima rückläufig – von Millionen pro Jahr in der dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts zu einigen Tausend heute. Die wichtigste Ursache des radikalen Rückgangs der Gefahr durch das Klima ist die industrielle Entwicklung, die ein von Natur aus gefährliches Klima unnatürlich sicher macht.

Alex Epstein: The Green New Deal, Not Climate Change, is an Existenzial Threat

Das Versagen des Obersten Gerichtshof

Der Oberste Gerichtshof der USA hat den Freiheitsrechten mit seiner jüngsten Entscheidung in Sachen Klimawandel einen Bärendienst erwiesen (Die WELT):

Die Obersten Richter der USA hatten Bushs Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) am Montag nicht nur berechtigt, sondern eigentlich dazu verpflichtet, Obergrenzen für die Emission von Treibhausgasen zu erlassen.

Die FAZ verweist darauf, dass das Urteil nur äußerst knapp ausfiel:

Das Urteil im Fall „Massachusetts vs. EPA“ erging mit der knappen Mehrheit von fünf Stimmen. Dagegen votierten die vier Richter, die als die konservativsten gelten, darunter der Vorsitzende John Roberts. Er kritisierte, der Supreme Court hätte die Frage des Klimawandels dem Kongress und der Regierung überlassen sollen.

Robert Tracinski hat das Urteil einer grundlegenden Kritik unterzogen:

Kohlendioxid ist kein zufälliges Nebenprodukt der Erzeugung von Energie. Es ist das unvermeidliche Produkt unserer am meisten genutzten Brennstoffe, Brennstoffe, für die es keine praktische Alternative gibt: Öl, Kohle, Gas. Eine Begrenzung oder Reduzierung von Kohlendioxidemissionen würde ein gewaltiges Regime von staatlichen Kontrollen auf allen Ebenen erfordern, von den gigantischen Fabriken bis zum Barbecue auf dem Hinterhof. Kohlendioxidemissionen zu begrenzen oder zu reduzieren, heißt, amerikanischen Wohlstand zu begrenzen oder zu reduzieren. Diese bedenkliche Entscheidung stürtz das Grundgesetz einer freien Gesellschaft um. In einer freien Gesellschaft ist das, was nicht ausdrücklich verboten ist, erlaubt. Wie der Philosoph Harry Binswanger einst formulierte: in einer freien Gesellschaft leben wir auf einem Meer der Freiheit, mit einer gigantischen Bandbreite von Handlungen, die nicht behindert werden können von der Regierung – mit nur einigen Inseln, die „off limits“ genannt werden, ein streng begrenztes Bündel von bösen Handlungen wie bewaffneter Raubüberfall oder Scheckbetrügerei, die vom Staat verboten sind.“

Wider den Klima-Klerus

Ein sehr informative Sammlung von Aufsätzen zum Thema Klimawandel hat die WELTWOCHE auf ihrer Website. Besonders fiel mir der Aufsatz Wider den Klimaklerus auf:

Bis weit in die Neuzeit wurde mit Verweis auf geeignete Bibelstellen jede Katastrophe als «erschreckliches Wunderzeichen Gottes» und als dessen «Tatpredigt» gedeutet. Noch spät im 18. Jahrhundert deutete der Universalgelehrte Albrecht von Haller Überschwemmungen als «Sintfluten» und als Racheakte Gottes. Kirchen und Obrigkeit verordneten nach einem Unglück Buss- und Bettage, verboten Lustbarkeiten, zogen den Ablass ein, jagten den verängstigten Menschen noch ein schlechtes Gewissen ein und forderten die armen Teufel, die das glaubten, zur geistig-moralischen Umkehr auf.
Viel hat sich in den vergangenen Jahrzehnten nicht verändert. An die Stelle der religiösen Deutung der Unglücksfälle ist eine scheinwissenschaftliche, ideologische Interpretation der letztlich nicht ganz vermeidbaren Verhängnisse getreten. Die Zunft der Politökologen, die den Diskurs zurzeit beherrscht, arbeitet mit den exakt gleichen Mustern der Argumentation und der Instrumentalisierung wie vormals die Kirche. Als 1502 im Schweizer Mittelland Hagelkörner, so gross wie Hühnereier, fielen und im Winter drauf die Temperaturen so tief sanken, dass die Vögel erfroren vom Himmel fielen, und im Sommer 1503 eine Hitzewelle alles verdorren liess, da legten die Theologen diese Häufung von Übeln als Vorzeichen des Jüngsten Gerichts aus. Heute nutzen Ökologen die extremen Wettersequenzen als Beweis, dass die Erderwärmung solche Serien «aussergewöhnlicher Wetterlagen» bewirke: Statt eines strafenden Gottes rächt sich im modernen Aberglauben die Natur. Den Platz der drohenden biblischen Apokalypse hat der nahende Klimazusammenbruch eingenommen

Medien sind nicht objektiv beim Thema „globale Erwärmung“

Schön ein älterer Aufsatz auf der Website des ARI zum Thema „globale Erwärmung“, aber an der Richtigkeit der Aussagen hat sich nichts geändert. Die Medien haben im Prinzip die ökologistische Prämisse akzeptiert, dass der zivilisierte Mensch nicht der Schöpfer, sondern der Zerstörer menschlicher Werte ist:

Wenn Sie die Wahrheit über die globale Erwärmung wissen wollen (oder den sauren Regen oder das Ozonloch oder über irgendein anders Umweltthema), dann müssen Sie daran denken, dass die Medien Ihnen nicht die wahre Geschichte geben. Und der Grund dafür ist ein sehr einfacher. Sie berichten über die Welt, wie sie sehen: durch die grüne Brille.