Auch nach Amstetten: Mein Leben gehört mir

Ein liberaler Autor, richtige Prinzipien, aber im Ergebnis gefährlicher Unsinn: Wolfgang Sofsky über die Lehren aus Amstetten. Übrigens ist der Autor Verfasser des Buches “Verteidigung des Privaten”.

Eine alte Neuigkeit

Barack Obama spricht unentwegt von “Wandel”, aber praktisch alles, was er über Innenpolitik sagt, stammt aus den 60er Jahren, während praktisch alles, was er über Außenpolitik sagt, direkt aus den 30er Jahren stammt. Meint Thomas Sowell.

Stammzellenforschung ist moralisch

Aus einem Kommentar vom Science Blogs zur Stammzellenforschung:

Ethik wägt nach vernunftbestimmten Kriterien ab, und einer befruchteten Eizelle die volle Menschenwürde zu zu billigen ist nicht vernünftig.

Einverstanden!

Eine lebende Lüge

Sollte Barack Obama Präsidentschaftskandidat der Demokraten werden, würde er die Stimme von Thomas Sowell definitiv nicht bekommen:

Es ist verständlich, wenn junge Leute so angezogen werden von Obama. Jugend ist ein anderes Wort für Unerfahrenheit, und Erfahrung ist das, was man im Umgang mit geschickten und charismatischen Demagogen am nötigsten braucht. Jene von uns, die alt genug sind, um  diesen Typus in all den Jahren immer wieder gesehen haben,  können ihn nicht länger anregend finden. Für sie ist er stattdessen so ermüdend wie gefährlich.

David Mamet: “Warum ich kein hirntoter Linker mehr bin”

David Mamets Abkehr von der Linken jetzt auch in deutscher Sprache in der FAZ: Warum ich kein hirntoter Linker mehr bin.

Finanzielle Entschädigungen für Organspender funktionieren

Ein verblüffender Artikel, vor allem wegen des Landes, in dem sich diese Ereignisse abspielen:

Nur ein einziges Land auf der Welt hat die Knappheit an Nierentransplantaten abgeschafft. Nur ein einziges Land auf der Welt hat finanzielle Zahlungen an Nierenspender legalisiert. Dieses Land ist der Iran.

Neocons, die Sozialdemokraten der Rechten

Hannes Stein gefällt Ann Coulter sicherlich deutlich besser als Michael Moore - und dies nicht nur optisch. In seinem Artikel fällt mir allerdings eine Beschreibung der amerikanischen Neokonservativen auf, die nur eine halbe Wahrheit zum Ausdruck bringt:

Sie gehört nicht zu den “neocons”, den verfemten amerikanischen Neokonservativen - die ja im Grunde (und wenn man genauer hinschaut) innenpolitisch eher Sozialdemokraten, außenpolitisch aber kämpferische Liberale sind.

Stein scheint davon auszugehen, dass zwischen den innen- und außenpolitischen Ansichten der Neocons eine grundlegende Differenz besteht. Dies möchte ich bezweifeln. Altruistische Prämissen beherrschen das neokonservative Denken durchaus sowohl in den Innen- wie in der Außenpolitik. Außenpolitisch ist die neokonservative Richtung kein neues Phänomen, sondern ist bekannt unter den Begriffen “Liberaler Internationlismus” oder “Wilsonianismus” -einige Neokonservative sprechen von ihrer Schule als einem “harten Wilsonianismus”-, wenn sich auch die jeweiligen Methoden unterscheiden, denn Neokonservative sprechen offen aus, dass sie für ihre ambitionierten außenpolitischen Ziele auch Gewalt einsetzen wollen.

Literatur: Yaron Brook und Alex Epstein: Neoconservative Foreign Policy: An Autopsy (vollständiger Text nur für Abonnenten)

Leben und Steuern

Deutschland, das Land der Steuern? Nun ja, Amerika scheint es dieser Hinsicht nicht wirklich besser zu haben. Yaron Brook über “Leben und Steuern” im Forbes Magazine:

Die Aufgabe der Regierung ist es nicht, Ihnen Werte zu diktieren, sondern sie beschützen. In einem freien Land wählen Sie Werte und setzen dann Ihr eigenes Geld als Mittel zur Erreichung dieser Werte ein.

Antikapitalistische Hetze in Schulbüchern

Gary Merrett,  Stipendiat der Friedrich-Naumann-Stiftung, hat in der WELT einen Text (die komplette Studie hier ) über die leider weit verbreitet antikapitalistische Propaganda in deutschen Schulbüchern veröffentlicht (Gibt es eigentlich auch bessere Schulbücher, möchte man fragen.) Mir gefällt folgende (gar nicht so libertäre) Formulierung  - wobei man allerdings davon ausgehen kann, dass Irrtümer (”unabsichtlich”) eher das geringste Problem sind:

Kindern falsche Vorstellungen über die Marktwirtschaft zu vermitteln, ist eine Sache. Wenn dies unabsichtlich getan wird, ist es verantwortungslos. Wenn es bewusst getan wird, ist es unmoralisch.

 

McCain: “Gierige” Investoren verursachen Rezession

John McCain hat verbal wieder zugeschlagen: "Gierige" Wallstreet-Investoren seien "teilweise" Schuld an den ökonomischen Problemen der USA. Robert Bidinotto fürchtet angesichts eines solchen Kandidaten um sein Land:

Dieser Typ ist ein ökonomischer Schwachkopf. 

Nur eine Seite lag richtig …

Dieses Streitgespräch  ("Beide Seiten von Hass geleitet") zwischen dem Schriftsteller Peter Schneider, einem Protagonisten der linken Studentenbewegung der 60er Jahre, und Ernst Cramer, damals in der Verlagsleidung des Hauses Springer tätigt, macht ärgerlich - nicht so sehr wegen der deutlichen Unbelehrbarkeit eines Peter Schneider, sondern vor allem wegen der Nachgiebigkeit und dem Verständnis für die Gegenseite von Ernst Cramer. Die Zeitungen des Springer-Verlages hatten seiner Recht mit ihren deutlichen Warnungen vor der Studentenbewegung ("rote SA"), die unter anderem durch Rudi Dutschke vertreten wurde. Es bedarf im nachhinein keinerlei Entschuldigung für eine Berichterstattung, die von Sorge vor einem totalitären Rückfall der Bundesrepublik Deutschland getragen war. Auch war Rudi Dutschke keine positive Figur, weil er "irgendwie" die DDR ebenfalls nicht mochte und Opfer einer schweren Straftat wurde, was man sicherlich bedauern muß, aber nichts an der Einschätzung dieser Figur der Studentenbewegung zu ändern vermag. Und vor allem verdient es dieser Mann nicht, dass Straßen in Deutschland oder sonstwo nach ihm benannt werden. All dies hätte Cramer mit einer absoluten moralischen Gewissheit sagen müssen … er tut es nicht.   

David Mamet ist kein Linker mehr

Schade, die WELTWOCHE veröffentlicht David Mamets Bekenntnis, dass er kein Linker mehr sei, aber leider bleibt der komplette Text den Abonnenten vorbehalten- so bleibt uns nur das englische Original:

Als Kind der Sechziger akzeptierte ich den Glaubensartikel, dass der Staat korrupt ist, alle Unternehmer Ausbeuter sind und der Mensch prinzipiell gut ist. Mit den Jahren setzten sich diese Thesen als realitätsfremde Vorurteile fest. Woher ich das weiss? Meine Frau hat es mir gesagt.

As a child of the ’60s, I accepted as an article of faith that government is corrupt, that business is exploitative, and that people are generally good at heart.

These cherished precepts had, over the years, become ingrained as increasingly impracticable prejudices. Why do I say impracticable? Because although I still held these beliefs, I no longer applied them in my life. How do I know? My wife informed me.

“Fitna” provoziert, aber…

Über den Autoren des anti-islamischen Filmes Fitna schreibt Jörg Fischer-Aharon:

Geert Wilders ist Vorsitzender und Parlamentsabgeordneter der niederländischen “Partei der Freiheit” (PVV), die bei den letzten Parlamentswahlen aus dem Stand knapp 6 Prozent der Stimmen errang. Bis letzte Woche wurde er und seine Gruppe von vielen Niederländern als liberal-konservativ, mitunter als “radikal-liberal” bezeichnet, seit Donnerstag ist er – zumindest für die meisten Medien – nur noch “der Rechtspopulist”.

Und sein Film?

Geert Wilders ist Politiker, kein Filmemacher. Das merkt man seinem Film auch an. Handwerklich, vom filmischen her gesehen, ist er einfach schlecht. Auch enthält er keinen Neuigkeitswert. Er stellt Koran-Verse, in denen zur Ermordung der “Ungläubigen” aufgerufen wird in einen bildchen Zusammenhang zu den islamistischen Terrorangriffen auf New York und Madrid, dokumentiert die antisemitische Hasspropaganda etwa im staatlichen Fernsehen Saudi-Arabiens und die homophoben Ausfälle diverser “Prediger”. Der Film ist auch nicht wissenschaftlich. Das kann er – bei einer Länge von gerade 15 Minuten – auch gar nicht, und das muss er auch nicht, denn Wilders ist, wie erwähnt, Politiker und kein Wissenschaftler.

Schockierend sei nicht der Film, meint der Autor, sondern die Reaktionen:

Denn die Reaktionen, der vorauseilende Gehorsam gegenüber faschistoiden Terroristen – begründen die Frage, wie es um die Meinungsfreiheit bestellt ist, wie wehrhaft unsere Demokratie ist und wie standhaft unsere offene Gesellschaft sich gegen jene Elemente behauptet, die genau diese unsere offene Gesellschaft zerschlagen wollen.

Die NZZ schreibt in der Reaktion auf den Film:

Länder wie Iran, Indonesien oder Bangladesh verurteilten die Dokumentation, in welcher der Islam als Gewaltorgie dargestellt wird. Die niederländische Regierung hat sich von Wilders Film distanziert.

Auch der konservative Publizist Jonah Goldberg hat Fitna gesehen:

Fitna ist provokativ, aber hat guten Grund, dies zu sein.

Und die Reaktion der Linken -oder müßte man sagen, die fehlende Reaktion- empört ihn:

Sie reservieren ihre Leidenschaft und ihre Verachtung für religiöse Christen, die weder gewaltätig noch fanatisch sind.

Goldberg erwähnt dies nicht, aber man sollte schon darauf verweisen, dass Personen wie Yaron Brook, John Lewis und andere säkular orientierte Menschen
deutlich gegen den Islam aufstehen und dafür ernsthafte Drohungen und Einschüchterungen hinnehmen müssen. Die beschämende Haltung der von Goldberg erwähnten Linken ist keineswegs typisch für alle nicht-christlichen Menschen des Westens. Auch wenn man die christlichen Richtungen im Westen nicht mit dem Islam gleichsetzen sollte, sind sie doch nicht so harmlos wie Goldberg meint, denn das politisierte Christentum in den USA stellt immer wieder die Trennung von Staat und Religion in Frage.